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„In hohem Maße unseriös“Deutsche Bahn kritisiert ZDF-Reportage von Dunja Hayali

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Für eine "Am Puls"-Folge ging Dunja Hayali den Problemen bei der Bahn auf den Grund.

Für eine „Am Puls“-Folge ging Dunja Hayali den Problemen bei der Bahn auf den Grund.

Eine ZDF-Doku von Moderatorin Dunja Hayali lasse entscheidende Fakten aus, bemängelt die Deutsche Bahn. 

Die Deutsche Bahn wehrt sich gegen die ZDF-Dokumentation „Am Puls mit Dunja Hayali“. Die Moderatorin thematisierte unter dem Titel „Unsere Bahn: geliebt, verflucht – und gefährlich?“ die Erfahrungen von Bahnreisenden in Deutschland sowie die geplante Sanierung des Streckennetzes.

Verspätungen, kaputte Toiletten, schlechter Service – hinsichtlich dieser nicht neuen Kritikpunkte betrieb Hayali zusammen mit Sebastian Bellwinkel nun Ursachenforschung. Bei der Deutschen Bahn sorgt die Dokumentation jedoch für Ablehnung. Die Reportage sei „unseriös“, hieß es in einer Stellungnahme des Unternehmens.

Deutsche Bahn kritisiert ZDF-Doku: „Behauptungen und Meinungen“

„Dieser Film basiert in weiten Teilen rein auf Behauptungen und Meinungen und klammert entscheidende Fakten bewusst aus. 43 Minuten lang wird einseitig die angebliche Realität der Deutschen Bahn gezeigt: jede Schwäche, kein Fortschritt. Jedes Problem, keine Lösung“, kritisierte die Bahn weiter.

Die Leistungen der Mitarbeitenden im Bahnbetrieb würden derweil nicht gewürdigt. „So entsteht keine sachliche Aufbereitung, sondern ein Zerrbild für die Zuschauenden“, kritisiert das Unternehmen die ZDF-Dokumentation. 

„Hier werden Kirschen mit Kürbissen verglichen“

Die Bahn wirft Hayali zudem methodische Fehler vor – etwa beim Pünktlichkeitsvergleich mit Belgien. Dort seien die Züge zu 92 Prozent pünktlich, die DB melde hingegen nur 60 Prozent, heißt es etwa in der ZDF-Dokumentation. Auch sei die Bahn im Nachbarland innerhalb von zehn Jahren modernisiert worden. 

„Hier werden Kirschen mit Kürbissen verglichen“, argumentiert hingegen die Bahn. Die 92 Prozent Pünktlichkeit umfassten in Belgien sämtliche Zugverkehre. Dabei fahren dort „überwiegend Nahverkehrszüge auf einem Netz von gerade einmal einem Fünftel des deutschen Schienennetzes“, heißt es weiter. 

Deutsche Bahn räumt niedrige Pünktlichkeit im Fernverkehr ein

Wenn man nur den Personenverkehr betrachten würde – „ein ehrlicher, direkter Vergleich“ –, käme die DB hingegen nach eigenen Angaben auf ein annähernd gleich hohes Niveau. „Im Jahr 2025 lag der Wert bei 88 Prozent.“ Diesen Vergleich bleibe die Dokumentation jedoch schuldig, so die Kritik der Bahn. 

Dunja Hayali im Gespräch mit einer Bahn-Mitarbeiterin.

Dunja Hayali im Gespräch mit einer Bahn-Mitarbeiterin.

Die anhaltend niedrige Pünktlichkeit im Fernverkehr entspreche dennoch „nicht unserem eigenen Anspruch“, räumt die Bahn jedoch ein. „Auch die Zahl im Regionalverkehr möchten wir nicht schönreden.“ Der Belgien-Vergleich in der Dokumentation sei dennoch „in hohem Maße unseriös“, so die Bahn. Zudem verschweige der Film laut der Bahn die Fortschritte bei der Sanierung der deutschen Schieneninfrastruktur sowie die digitalen Stellwerke.

ZDF-Doku über Deutsche Bahn: „Wie aus der alten Welt“

Hayali hatte unterdessen eine vielfach veraltete Infrastruktur für die geringe Pünktlichkeit der Bahn verantwortlich gemacht. Gerade einmal zwei Prozent des gesamten Strecken-Netzwerkes der Deutschen Bahn seien digitalisiert, hieß es in der Dokumentation, in der auch der ehemalige Bahn-Angestellte Hans Leister zu Wort kam. 

„Wir setzen auf die Uralt-Technik von vorgestern. Nämlich menschliche Augen, die versuchen, Lichter zu erkennen, Lämpchen zu erkennen“, erklärte Leister. Gemeint sind die Signalanlagen, die den Lokführern mit roten oder grünen Lichtern anzeigen, ob der folgende Streckenabschnitt gerade befahrbar ist oder nicht. „Das klingt für mich wie aus der alten Welt“, sagt Hayali daraufhin irritiert. (das)