Nach einer Schnellreparatur soll die Brücke mit verminderter Geschwindigkeit befahrbar sein.
Auswirkungen auf Zugverkehr1949 erbaute Leverkusener Wupperbrücke soll Schnellreparatur bekommen

Die rechte Wupperbrücke ist gesperrt, weil ein Schaden erst jetzt gefunden wurde. Das Gleis ist hell und neu.
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Die Bahn hat auf einer Pressekonferenz nahe der Wupperbrücke genauere Informationen zu dem erst zum Zeitpunkt der Wiedereröffnung aufgefallenen Schaden gegeben. Die Leiterin Konstruktiver Ingenierbau bei der DB Infrago, Sandra Katz, sagte, es tue ihr für die Kunden leid, weil es bei einigen Zügen deswegen zu Verspätungen komme. Sie sprach von ungefähr fünf Minuten Verspätung, die die Regionalzüge wegen des Brückenschadens einfahren. Der Grund: Die Teilstrecke über die Wupper kann derzeit nur eingleisig betrieben werden. Dass nicht beide Gleisstränge betroffen sind, liegt daran, dass jedes Gleis auf einer eigenen Brücke liegt. Gäbe es eine gemeinsame Brücke für beide Gleise, wäre die Lage deutlich schlimmer.
Frau Katz erklärte, der Schaden sei an einer Stahlplatte im Brücken-Auflager aufgefallen: Im Prinzip liege die Brücke auf einer Stahlrolle, damit sich der Stahl je nach Temperatur ausdehnen kann. Gerissen sei eine massive Stahlplatte, die direkt auf der Rolle liege, also ein besonders wichtiges Teil, weshalb das Gleis gesperrt werden musste. An der Brücke selbst sollen bisher keine weiteren gravierenden Schäden gefunden worden sein.

Die Opladener Wupperbrücken an der strecke nach Leichlingen von 1949 hat jetzt ein hängendes Gerüst.
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Geplant ist jetzt eine Schnellreparatur innerhalb von zehn Wochen. Dazu sollen die neuen Gleise wieder durchtrennt werden und die Brücke wird mit Hydraulik etwas angehoben, damit man die defekte Stahlplatte ausbauen und eine neue einsetzen kann, auf der die Brücke wieder sicher liegt. Der Austausch geschieht an Ort und Stelle, die Brücke muss nicht etwa heruntergehoben werden. Bei der Bahn geht man davon aus, dass das Gleis nach der vorläufigen Reparatur in den kommenden Wochen wieder freigegeben werden kann, wenn auch Züge in Richtung Norden, also von Opladen nach Leichlingen, mit verminderter Geschwindigkeit fahren müssen.
Beide Brücken werden anschließend insgesamt überarbeitet. Diese Sanierung sei ursprünglich für die 2030er-Jahre geplant gewesen, sagt Sandra Katz. Die ziehe man vor.
Der Zustand des Stahl-Überbaus soll gut sein, sagt die Ingenieurin. Die Wupperbrücken seien zwar schon 1949 nach dem Krieg gebaut worden, aber sie seien solide. Auch, dass sie noch aus genietetem Stahl gebaut worden seien, heiße keinesfalls, dass sie nicht haltbar seien. Dennoch will man sie bei der Sanierung verstärken.
Warum der Schaden bei einer Begutachtung vor der Generalsanierung noch nicht sichtbar gewesen sein soll, bleibt weiterhin ein Rätsel. Auch Katz gibt keine Erklärung. Auch zur Tatsache, dass spätestens seit dem 8. März 2026 ein Gerüst an dem defekten Widerlager gestanden hat, von dem aus man den Schaden hätte womöglich erkennen können, konnte sie nichts sagen. Seit etwa drei Wochen, also schon vor dem Freitag, an dem die geborstene Lagerplatte gefunden wurde, wird zudem ein hängendes Gerüst unter der Brücke eingebaut. Die Gerüstbauer waren am Freitag, 17. Juli 2026, noch beim Aufbau. Das Gerüst sei unabhängig von der Generalsanierung eingebaut worden, alleine, um die Brücke zu inspizieren, sagte Sandra Katz.
Historie
Der Leichlinger Eisenbahnhistoriker Kurt Kaiß hat zu den Wupperbrücken geforscht und wartet mit Informationen auf, die Hinweise zum Bau geben. Demnach sollen sie einige Jahre vor 1949 als als Fertigteile vorproduziert worden sein, deshalb werden sie Vorratsbrücken genannt. Geplant war, sie im Krieg gegen die Sowjetunion einzusetzen, um Eisenbahnstrecken zu reparieren. Wegen der größeren russischen Spurweite seien die Wupperbrücken auch breiter, als man Brücken in Deutschland baut. In der Sowjetunion wurden sie nicht benötigt, 1949 habe man die 250 Tonnen schweren und 66 Meter langen Teile in Opladen eingesetzt. Sie sollen beim Einbau ziemlich verrostet gewesen sein, weil sie schon mehrere Jahre auf Lager gelegen haben sollen. Ein Eisenbahn-Brückenbaudezernent soll 1950 gesagt haben: „Wenn wir es noch einmal zu tun haben, würden wir diese Teile nicht noch einmal nehmen.“ Die ursprüngliche steinerne Wupperbrücke sprengte die Wehrmacht auf ihrem Rückzug Anfang April 1945, sagt Kaiß. 2007 fanden Kinder unterhalb des Leichlinger Widerlagers Handgranaten und alte Helme, worauf der Kampfmittelräumdienst ein ganzes Waffenlager und sogar eine Panzerfaust aus dem Boden holte. (rar)
Fahrgäste müssen bis Ende September während der Reparaturphase mit Verspätungen und Teilausfällen rechnen. Betroffen sind die von National Express betriebenen Linien RE 7 und RB 48.
Der RE 7 verkehrt ab dem 18. Juli wieder auf dem Regelweg. Der aktuell umgeleitete Rhein-Münsterland-Express RE 7 fährt ab Samstag, 18. Juli 2026, wieder auf dem regulären Laufweg zwischen Krefeld, Köln, Wuppertal, Hagen und Rheine. Durch die eingleisige Führung im Bereich der beschädigten Brücke sind Verspätungen zu erwarten bis zu Teilausfällen der Züge zwischen Münster und Rheine, sowie zwischen Neuss und Krefeld.
Fahrgäste der RB 48 müssen mit Teilausfällen zwischen Leverkusen-Manfort und Wuppertal-Oberbarmen rechnen. Der Fahrplan der RB 48 wird ab dem 18. Juli geändert. Die Züge, die ausschließlich zwischen Wuppertal-Oberbarmen und Köln Hbf verkehren, fahren gemäß normalem Fahrplan. Aufgrund der eingleisigen Brückenführung ist auch hier mit Verspätungen zu rechnen.
Zugfahrten von Wuppertal-Oberbarmen über Köln Hbf nach Bonn-Mehlem und zurück, enden und beginnen in Leverkusen-Manfort. In der Folge bedienen diese Fahrten nicht die Strecke zwischen Leverkusen-Manfort, Leichlingen und Wuppertal. (rar)
Aktuelle Informationen gibt es unter Zuginfo-Meldung 135469.
