Die Gruppe verübt seit 2024 alle paar Monate einen Sabotageakt, oft mit mit üblen Folgen für Bahnkunden.
Gruppe „Kommando Angry Birds“Saboteure agieren in und um Leverkusen

An der Strecke zwischen Leverkusen und Langenfeld haben Unbekannte einen Brandanschlag auf die Kabel im Kabelschacht verübt, der den Zugverkehr lahmlegte.
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Am vergangenen Wochenende hat das „Kommando Angry Birds“ einem Bekennerschreiben auf der von linken Gruppen genutzten Plattform „Indymedia“ zufolge durch einen Brandanschlag auf einen Kabelschacht eine längere Sperrung der viergleisigen Eisenbahnstrecke zwischen Leverkusen-Rheindorf und Langenfeld verursacht. Das war nicht der erste Angriff von zumindest ähnlich motivierten Gruppen in der Stadt. Am 22. September 2024 hatten Unbekannte einen Brandanschlag auf Neuwagen des Audizentrums verübt, die auf einem Parkplatz von Bayer südlich des Rudolf-Mann-Platzes an der Christian-Heß-Straße standen. Noch am selben Tag wurde von „anonym“ auf „Indymedia“ ein Bekennerschreiben mit dem Tenor veröffentlicht, das sei ein Angriff auf den automobilen Kapitalismus.
In dem Bekennerschreiben von 2024 wurde die Formulierung „Switch off“ genutzt, ein Begriff, den die Gruppe „Angry Birds“ auch in ihren Schreiben immer verwendet. Neben „Switch off“ nutzen die Angry Birds das Kürzel „KAB“, das sie, neben „Switch off“, auch schon einmal bei einer Sabotageaktion auf einen Transformator in einem Umspannwerk in Erkrath hinterlassen haben.

September 2024: Brandstiftung auf Neuwagen des Audi-Zentrums auf dem Bayer-Parkplatz Christian-Heß-Straße.
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Die „Angry Birds“ waren bisher ausschließlich nördlich Leverkusens und in Leverkusen aktiv, oft zwischen Leverkusen und Düsseldorf. Es ist daher wahrscheinlich, dass sie aus der Gegend stammt oder sich zumindest auskennt. Wer hinter der Gruppe steht, dazu gibt es kaum Erkenntnisse, die öffentlich sind. Innenminister Herbert Reul sagte im WDR, sie seien schwer zu fassen, weil alles verborgen im Netz stattfinde. Den Ermittlungsstand könne er nicht offenlegen. Die Gruppe wird erstmals im Verfassungsschutzbericht 2025 beschrieben: „Aufgrund des als hoch einzuschätzenden Mobilisierungspotenzials ist davon auszugehen, dass auch künftig mit weiteren Aktionen und Straftaten in und außerhalb von Nordrhein-Westfalen im Zusammenhang mit Angriffen auf die kritische Infrastruktur zu rechnen ist.“

VW-Logo nach Brandstiftung: Viele Neuwagen waren zerstört.
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Im Anschluss an die jüngsten Sabotageaktionen gab es jeweils ein nummeriertes Bekennerschreiben. Das Pamphlet zum Anschlag auf die Bahn-Kabel lautet „Bekennerschreiben Nr. 8“. Auf der Plattform Indymedia gibt es Bekennerschreiben bis hinunter zu „Nr. 3“, das stammt aus dem August 2024. Die ersten beiden fehlen. Die meisten beziehen sich auf Sabotage an Eisenbahnstrecken, früher öfter gegen Güterzugstrecken, den Personenverkehr hat man anfangs verschont.
Die „Angry Birds“ bezeichnen sich selbst als Industriegegner und als „Anti-Tech-Bewegung“, als biozentrisch, als Maschinenstürmer und dunkelgrün, also radikal ökologisch. Doch da muss man vorsichtig sein, denn auf der Plattform Indymedia kann jeder Bekennerschreiben veröffentlichen, auch Saboteure, die aus anderen Gründen handeln. Tatsache ist: Gemäßigten linken oder ökologischen Gruppierungen schadet das „Kommando Angry Birds“ mit seinen Sabotageakten. Der Gruppe muss auch bewusst sein, dass die Verwendung des Begriffs „Kommando“ sofort eine Assoziation zur RAF erzeugt.
Die Leute vom „Kommando Angry Birds“ rechnen damit, dass sie irgendwann verhaftet werden, wie sie in einem Bekennerschreiben festgehalten haben. Die Bahn sei nicht nachhaltig, lernt man, wenn man die Bekennerschreiben liest. Bahnstrecken seien geeignete Ziele, weil sich so auf friedliche Weise das Gesamtsystem und seine Güterwege treffen ließen, so eine der Aussagen. Als weitere legitime Ziele werden Strommasten, Telekommunikationskabel, Logistikunternehmen, Pipelines und Fabriken genannt.
Anfang Januar hatte offensichtlich ein Brandsatz nicht gezündet, mit dem ein großer Transformator in einem Erkrather Umspannwerk zerstört werden sollte.
Hätte das funktioniert, wären die Erkrather mitten im Winter von einem Stromausfall betroffen gewesen. Was das bedeuten kann, konnte man nach einem Brandanschlag in Berlin sehen: Kein Telefon, die Heizungen fallen aus.
Im Fall des Anschlags auf den Kabelschacht neben der Wupperbrücke am vergangenen Freitag sollen die Täter mit Zeitzündern gearbeitet haben, die Polizei sucht Zeugen, die Beobachtungen an der Bahnlinie gemacht oder Verdächtiges auf dem Radweg gesehen haben.
