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NachrufOpladener Geschichtsverein trauert „um zwei europäische Brückenbauer“

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Der Opladener Geschichtsverein sitzt in der Villa Römer.

Der Opladener Geschichtsverein sitzt in der Villa Römer.

Freddie Jones aus Brecknell und Jürgen Thiemer aus Schwedt/Oder sind tot.

Der Opladener Geschichtsverein (OGV) trauert um „zwei langjährige Freunde und Wegbegleiter“: Freddie Jones aus Bracknell und Jürgen Thimer aus Schwedt/Oder sind tot. Die beiden hätten für gelebte Städtepartnerschaft, persönliche Begegung, bürgerliches Engagement und die Überzeugung gestanden, dass Verständigung und Frieden in Europa vor allem dort wüchsen, wo Menschen einander begegneten und Freundschaften entstünden, so der OGV. Dafür habe der Verein beide mit dem Bruno-Wiefel-Preis ausgezeichnet.

Freddie Jones (Preisträger 2005) habe über viele Jahre zu den Persönlichkleiten gehört, „die die Städtepartnerschaft zwischen Bracknell und Leverkusen mit besonderem persönlichen Engagement prägten“. Er war zunächst stellvertretender Vorsitzender und anschließend stellvertretender Präsident der „Bracknell Twinning Association“, der Partnerschaftsorganisation der englischen Stadt. „Dazu gehörte für ihn ganz selbstverständlich auch, dafür zu sorgen, dass Besuchergruppen aus Leverkusen – darunter Gruppen des Opladener Geschichtsvereins – bei Familien in Bracknell untergebracht wurden. Aus offiziellen Städtepartnerschaften sollten persönliche Kontakte und möglichst dauerhafte Freundschaften entstehen“, schreibt der OGV im Nachruf.

Jones' Mutter sei Deutsche gewesen, sein Vater Brite. Deshalb sei ihm die deutsch-britische Freundschaft immer eine Herzensangelegenheit gewesen. Der OGV fasst zusammen: „Freddie Jones war von Herzen Europäer.“

Europa entstand für sie durch Begegnung, Gastfreundschaft, gemeinsames Erleben und persönliche Freundschaft.
Aus dem Nachruf des OGV

Jürgen Thiemer war Vorsitzender des Schwedter Heimatvereins und habe sich in dieser Funktion „über viele Jahre für die Erforschung und Vermittlung der Geschichte seiner Heimatstadt und zugleich für die Zusammenarbeit zwischen Schwedt/Oder und Leverkusen“ engagiert. Der Schwedter Heimatverein und der OGV seien durch ihn eng verbunden. Beide Vereine haben gemeinsame Begegnungen, Projekte, Reisen, Ausstellung und Publikationen organisiert.

Der OGV schreibt: „Auch Jürgen Thiemer verstand Städtepartnerschaft niemals als eine ausschließlich bilaterale Angelegenheit. Ihm ging es darum, Menschen aus unterschiedlichen europäischen Städten zusammenzuführen und bestehende Kontakte miteinander zu vernetzen.“ Er besuchte unter anderem Leverkusens Partnerstadt Bracknell und entwickelte eine enge Verbindung nach Villeneuve d'Ascq (Frankreich). „Jürgen Thiemer gehörte damit zu jenen Persönlichkeiten, die dazu beitrugen, aus einzelnen Städtepartnerschaften ein immer dichteres Netzwerk persönlicher und institutioneller Beziehungen entstehen zu lassen.“ Er bekam 2021 den Bruno-Wiefel-Preis.

Der OGV erinnert neben den Projekten aber vor allen die Menschen Freddie Jones und Jürgen Thiemer: „Wer mit ihnen zusammenarbeiten und Zeit verbringen durfte, wird sich an ihre ganz besondere Herzlichkeit erinnern. Die Stunden mit Freddie ebenso wie die vielen Stunden mit Jürgen bleiben in besonderer Erinnerung. Begegnungen mit ihnen waren niemals nur Arbeit an Projekten oder Städtepartnerschaften. Sie waren geprägt von Offenheit, Humor, gegenseitigem Interesse, Gastfreundschaft und persönlicher Freundschaft.“

Europa sei für beide keine abstrakte Idee gewesen. Der OG formuliert: „Europa entstand für sie durch Begegnung, Gastfreundschaft, gemeinsames Erleben und persönliche Freundschaft.“