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Aus Anfrage wird AntragSPD Leichlingen unzufrieden mit Parksituation auf der Kirchstraße

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Die Parksituation auf der Kirchstraße beschäftigt die Leichlinger SPD. (Archivfoto)

Die Parksituation auf der Kirchstraße beschäftigt die Leichlinger SPD. (Archivfoto)

Die Fraktion will einen durchgehenden Parkstreifen auf einer Seite, die Verwaltung befürwortet versetzte Stellplätze auf beiden.

Die SPD will, dass die Leichlinger Stadtverwaltung die Parksituation an der oberen Kirchstraße überarbeitet. Einen Antrag dazu hat die Fraktion jetzt im Rathaus eingebracht, in der kommenden Sitzung des Infrastruktur-, Mobilitäts- und Betriebsausschusses (IMB) am Mittwoch, 23. April, soll darüber beraten werden. Im Antrag geht es um den Teil der Kirchstraße zwischen Zinkskurve und den Einfahrten Grünstraße/Ziegelfeld.

Die Sozialdemokraten hatten für eine IMB-Sitzung im September 2025 angefragt, ob man einen durchgehenden Parkstreifen auf der Straßenseite stadteinwärts und ein Parkverbot auf der anderen Straßenseite einrichten könne. Die Verwaltung sollte bewerten, ob dadurch die Verkehrsführung für den fließenden Verkehr, inklusive Busse und Radfahrer, besser werde, was zu mehr Sicherheit führe. Hintergrund der Anfrage war eine Bürgeranregung aus dem Mai 2025.

Die Verwaltung befürwortet entgegen der SPD-Anregung versetztes Parken in der Kirchstraße, Fraktionsvorsitzender Dominik Laufs wollte eine Bewertung beider Varianten von der Verwaltung.

Bürgermeister sieht Änderung nicht als notwendig an

Die Verwaltung hat daraufhin – wegen hoher Arbeitsbelastung erst im März 2026 – geantwortet. Man habe die Parkregelung geprüft und dafür, wie es Verwaltungsvorschrift sei, auch die Polizei und den Landesstraßenbaubetrieb Straßen NRW einbezogen. Das Ergebnis der Prüfung: „Seit Anfang 2024 (Nachmeldungen in 2026 unwahrscheinlich) ereigneten sich lediglich neun Bagatellunfälle im genannten Bereich.“ Die Unfallsituation könne also als unauffällig bezeichnet werden.

Es sei auch aus Sicht von Bürgermeister Maurice Winter nicht notwendig, dort weitere Verkehrszeichen einzurichten. Denn das sei nur erlaubt, „wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend erforderlich ist“. Würde man nur auf einer Seite parken, „würde sich das Geschwindigkeitsniveau erhöhen“, so der Bürgermeister. Und gerade weil eine Schule in der Nähe ist, soll das verhindert werden.

Ein weiteres Argument der Verwaltung gegen den SPD-Vorschlag: Durch das Gefälle in Richtung Innenstadt erreichten Radfahrer höhere Geschwindigkeiten, einen Radweg gibt es aber auf der Kirchstraße nicht. Das heißt: „Durch die Geschwindigkeit und die Parkreihe in Fahrtrichtung Innenstadt erhöht sich die Gefahr von Dooring-Unfällen mit schwerem Personenschaden.“ Dooring bedeutet, dass Radfahrer gegen Autotüren fahren, die Fahrer unachtsam öffnen. Abschließend, so Winter, sehe er keinen Handlungsbedarf. Und das versetzte Parken sei auch dafür da, um Geschwindigkeiten zu reduzieren.

Zugleich sei angemerkt, dass Verbesserungen für die Verkehrssicherheit auch ohne Unfälle zulässig sind
Dominik Laufs, SPD-Fraktionsvorsitzender

Laufs ist mit dieser Antwort nicht zufrieden, er habe erwartet, verschiedene Varianten zu prüfen und gegenüberzustellen. „Stattdessen wurde, wie in der Vergangenheit übliche Praxis, die Kreispolizeibehörde um Stellungnahme gebeten.“ Und das, obwohl es noch gar keine konkrete Planung zu seinem Vorschlag gebe.

Er habe nämlich auch nicht behauptet, dass es in der Kirchstraße viele Unfälle gebe. Laufs sieht aber, dass Fahrzeuge auf gleicher Höhe abgestellt würden. Dadurch verenge sich die Fahrbahn und es entstehe ein „Trichter“, und der sei gefährlich für den fließenden Verkehr. Und überhaupt: „Zugleich sei angemerkt, dass Verbesserungen für die Verkehrssicherheit auch ohne Unfälle zulässig sind.“

Zudem findet Laufs, dass die Nähe zur Schule kein Argument sei, weil sich die Grundschule rund 400 Meter entfernt vom angefragten Bereich befände. Auch wenn versetztes Parken zur Geschwindigkeitsreduktion führen könnte, gebe es dadurch dennoch Nachteile zum Beispiel für Busse, Rettungsfahrzeuge und Radfahrer, meint der Fraktionsvorsitzende. Er beklagt, dass zwischen diesen Vor- und Nachteilen in der Antwort der Verwaltung nicht abgewogen worden sei.

Dominik Laufs merkt zudem noch an, dass einseitiges Parken stadteinwärts auch für den Radverkehr stadtauswärts erhebliche Vorteile biete: „Somit könnte gerade für die Radfahrer Richtung Bergerhof, die bergauf langsamer sind, mehr Sicherheit geboten werden, indem diese nicht an engen Stellen zusätzlich an parkenden Pkw vorbeifahren müssen.“