Wilhelm, „Willi“, Kallert war seit der Gründung der Hauptschule im Jahr 1968 Lehrer an der Schule. Jetzt ist er im Alter von 86 Jahren gestorben.
NachrufFrüherer Konrektor der Hauptschule Leichlingen gestorben

Der frühere Rektor Bernd-Dieter Ferrari und sein Kollege Willi Kallert, hier bei der Verabschiedung ihrer Kollegin Käthi Maslo im Jahr 2018.
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Bevor der Saarländer Wilhelm, „Willi“, Kallert 1968 Lehrer an der neu gegründeten Hauptschule wurde, hatte er schon Erfahrungen in mehreren Berufen gesammelt. Lehrer an der Hauptschule in Leichlingen blieb er aber dann jahrzehntelang, bis 2004, zuletzt acht Jahre lang als Konrektor. Neben dem Lehrerberuf war der Karneval Kallerts zweite große Leidenschaft. Am Dienstag ist Willi Kallert im Alter von 86 Jahren gestorben.
„Willi Kallert war von Anfang an der Hauptschule“, erinnert sich sein Kollege und Freund, der frühere Hauptschulrektor Bernd-Dieter Ferrari, im Gespräch mit dem „Leverkusener Anzeiger“ an ihn. Standort der Schule war zunächst Unterbüscherhof, wo heute die Grundschule ist. „Er war vorher beim Bundesgrenzschutz, hat als Schreiner und als Chemikant bei Bayer gearbeitet. Dann kam er als Mikätzchen an die Hauptschule“, so Ferrari. Als Mikätzchen bezeichnete man in den 60er Jahren Seiteneinsteiger in den Schuldienst – frei nach dem Nachnamen des damaligen NRW‑Kultusministers Paul Mikat, der diesen Weg ermöglicht hatte.
Ferrari: „Willis große Erfahrungen in anderen Berufsfeldern kamen ihm an der Hauptschule zugute. Er hat zum Beispiel dafür gesorgt, dass Schülerinnen und Schüler Eigenverantwortung übernehmen. So hat er einer Gruppe von Schülern den Schulgarten übertragen. Da gab es damals auch Hühner. Die Schüler haben sich dann wie selbstverständlich auch in den Schulferien um Garten und Hühner gekümmert.“
Von 1996 bis 2004 bildeten Kallert und Ferrari das Leitungsteam der Schule, Ferrari als Rektor, Kallert als Konrektor. „Wir haben uns beide sehr gut ergänzt. Wille war derjenige, der den Schulversuch mit lernbehinderten und geistig behinderten Kindern, den wir damals hatten, gemeinsam mit mir stemmte“, erzählt Ferrari. Als es zeitweise Probleme mit Graffiti an der Hauptschule gab, war es Kallert, der bald wusste, wer dafür verantwortlich war. Ferrari: „Er bestellte die Schüler also zu uns. Ich hab’ dann erst mal den Strengen gemacht. Der Bad Cop war ich, der Good Cop Kallert. Dann hat mich die Sekretärin unter einem Vorwand herausgerufen. Und in der Zeit hat Kallert dann mit den Schülern beredet, wie sie das wieder geradebiegen.“
Kallert habe sich als Lehrer für Physik, Chemie, Arbeitslehre und Technik die Freiheit herausgenommen, das zu unterrichten, was zukunftsträchtig für die Schüler war. Mit Erfolg: „Viele Handwerker in Leichlingen verdanken ihren Werdegang dem Willi“, so Ferrari. Sein Engagement für die Hauptschülerinnen und -schüler blieb auch auf Kreisebene nicht unbemerkt. 2008 erhielt Kallert für seinen Einsatz die Ehrennadel des Kreises in Gold.
Willi Kallert widmete viele Stunden seiner Freizeit dem Leichlinger Karneval. 1985 war er mit seiner Frau Renate das Prinzenpaar. Von 2011 bis 2017 führte er die Vereinigung Leichlinger Karneval als Präsident. Und im Festkomitee Leichlinger Karneval (FLK) war er Ehrensenator. In dieser Eigenschaft ehrte er im März 2025 gemeinsam mit anderen Ehrensenatoren drei verstorbene Mitglieder des FLK mit einem Schmunzelstein. Nun wird an der Ecke Marktstraße und Mittelstraße wohl bald auch ein Schmunzelstein für Kallert angebracht.
