Die Technischen Betriebe Leichlingen arbeiten mit einem Solinger Schäfer zusammen. Das spart Arbeitszeit und ist gut für die Natur.
WupperuferSchafe und Ziegen halten in Leichlingen Gras und Brombeerranken kurz

Seit kurzem weiden Schafe am Wupperufer in der Leichlinger Innenstadt.
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Elf Walliser Schwarznasenschafe sind in diesen Tagen mitten in der Leichlinger Innenstadt dabei zu beobachten, wie sie fressen. Die Tiere stehen auf der steilen Uferböschung an der Wupper direkt oberhalb der Henleybrücke. Auf der Westseite des Flusses. Die Ostseite ist hingegen seit Dienstagmorgen von zehn Ziegen und einem Zicklein besetzt. Die Tiere gehören Schäfer Chris Smith. Und der wiederum arbeitet bereits seit Ostern mit den Technischen Betrieben der Stadt zusammen. Zunächst grasten die Schafe an Regenrückhaltebecken des städtischen Abwasserbetriebs und hielten dort das Grün kurz. Nun wird am Wupperufer ausprobiert, wie sie den Einsatz von Menschen und Maschinen ersetzen.
André Bußmann, Leiter des städtischen Bauhofs, berichtete am Wupperufer bei einem Ortstermin, dass bisher die Mahd am Wupperufer für seine Mitarbeitenden anstrengend und schwierig gewesen sei. Sie mussten zwei bis drei Mal pro Jahr dem Grün mit der zehn Kilogramm schweren Motorsense zu Leibe rücken oder die Mähraupe benutzen – auf dem steilen Terrain eine anspruchsvolle Arbeit. Bußmann: „Wenn das mit den Schafen gut funktioniert, gibt es aus Sicht des Bauhofs weitere städtische Flächen, auf denen wir die Tiere weiden lassen können.“ Der tierische Einsatz spart der Stadt Arbeitszeit und Geld. Zuletzt war der Auftrag, die Böschung zu mähen, an eine Fremdfirma vergeben worden. Genaue Summen gebe es dazu aber nicht, sagten Bußmann und Tycho Kopperschmidt, Leiter der Technischen Betriebe Leichlingen.

Die Tiere finden am Wupperufer reichlich Nahrung.
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Alexander Dernbach von der Offenland-Stiftung, die den Kontakt zwischen Smith und der Stadt Leichlingen herstellte, betonte, dass der Einsatz von Schafen und Ziegen am Wupper auch aus naturschützerischer Sicht Vorteile habe. „Die Schafe befestigen beim Gang über die Böschung den Boden. Sie fressen neben Brennnesseln, Gras oder Disteln auch Neophyten wie den Japanischen Riesenknöterich oder auch die Herkulesstaude in jungem Zustand.“ Ziegen hingegen finden auch Brombeerranken lecker, so Schäfer Smith. Der Schafsdung in der Uferböschung wiederum bietet verschiedenen Käferarten Nahrung.

Schwarzhalsziegen grasen am Wupperufer in der Leichlinger Innenstadt.
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Die Walliser Schafe seien sehr ruhige Tiere, charakterisierte der Schäfer die Rasse. Sie bleiben jetzt etwa anderthalb Wochen auf dem abgezäunten Areal an der Henleybrücke, dann wird der Zaun etwas versetzt und die Tiere weiden auf einem neuen Abschnitt der Böschung. Laut Bußmann steht den Schafen im Prinzip das gesamte Wupperufer vom Eicherhofsfeld im Norden bis in die Balker Aue im Süden als Weide zur Verfügung. Die Tiere seien das ganze Jahr über draußen, so Smith, mit Ausnahme der Monate Februar bis April, wenn es den dann gerade geborenen Jungschafen an der frischen Luft noch zu kalt ist. Smith hat insgesamt knapp einhundert Walliser und Shropshire-Schafe – und eben die elf Schwarzhalsziegen.
Smith hatte mit Blick auf seine Tiere auch eine Bitte an Passantinnen und Passanten am Wupperufer: „Bitte füttern Sie die Tiere nicht und geben Ihnen auch nichts zu trinken! Sie bekommen ausreichend Futter und Wasser.“
