Leverkusen – Was ist nun wichtiger? Parkende Autos oder fahrende Busse? Die Diskussion, die darüber am Mittwochabend im Ausschuss für Stadtentwicklung entbrannte, wirft ein Schlaglicht auf die Klima-Debatte in der Stadtpolitik. Zwar herrscht seit dem 1. Juli der „Klima-Notstand“ in der Stadt. Und im überarbeiteten Luftreinhalteplan stehen eine ganze Menge Dinge, die bei der Verkehrswende helfen könnten.
Wenn es aber konkret wird, bekommt mancher Politiker Bedenken. Seit Jahren weiß man, dass die Odenthaler Straße zu den Stoßzeiten ein Engpass ist. Für Autos, aber eben auch für Busse, die dort im Stau stehen. Eine eigene Spur steht daher seit langem weit oben auf dem Wunschzettel von Wupsi-Chef Marc Kretkowski. Das gilt umso mehr seit Mitte August: Da wurde das neue Schnellbusnetz an den Start gebracht. Eine Linie, die 22, fährt von Mathildenhof über den Leimbacher Berg nach Wiesdorf, wo sie Anschluss an die S-Bahn halten soll. Genau das ist aber schwierig, gerade im Berufsverkehr. Verspätungen verlocken keinen Autofahrer zum Umstieg auf Bus und Bahn.
Drei Möglichkeiten entwickelt
Die Stadtverwaltung hat daher drei Möglichkeiten ausgearbeitet, auf der Odenthaler Straße zwischen Kandinskystraße und der Kreuzung mit der Bergischen Landstraße eine 450 Meter lange Busspur unterzubringen. Allen Lösungen gemeinsam ist aber, dass 15 gesunde, 30 Jahre alte Eschen gerodet werden müssen, um die zusätzliche, 3,25 Meter breite Spur bauen zu können. Bisher sieht es so aus: Von den 15,5 Metern bekommen Fußgänger je zwei Meter, Radfahrer je 1,60 Meter, die Autofahrer sechseinhalb und parkende Autos zwei Meter ab. 34 Stellplätze gibt es im fraglichen Bereich. Und geht es nach CDU, SPD, FDP und Bürgerliste, sollten die Parkplätze erhalten bleiben, auf Kosten eines Fußwegs, der nur noch 1,75 Meter breit sein wird.
Klaus Wolf (Grüne) brachte das auf die Palme: „Sie haben Angst, Autofahrern Parkplätze wegzunehmen. Das ist kein Konzept, das ist Stagnation“, schimpfte er. Auch Baudezernentin Andrea Deppe haderte – und zwar mit der FDP-Idee, die Einrichtung der Busspur ein weiteres Mal grundsätzlich zu überprüfen. Alle Fakten lägen auf dem Tisch, an der Notwendigkeit, auf der Odenthaler Straße eine Busspur einzurichten, werde sich nichts mehr ändern. „Es ist doch allen klar, dass die Verkehrswende kommen muss.“
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Die Mehrheit allerdings will dabei die Autofahrer keinesfalls vergrätzen – und sei es durch die Wegnahme von Parkplätzen. Deshalb kommt die Umbau-Variante, bei der lediglich vier Parkplätze wegfallen. Die Eschen sollen ersetzt werden. Dass die Baumscheiben groß genug sind, bezweifelt Klaus Wolf.



