Im Planungsausschuss der Stadt gab es breite Zustimmung für das Vorhaben des Unternehmens.
Betriebserweiterung in LeverkusenGrünes Licht für Gierlichs in Quettingen

Auf der Wiese an der Maurinusstraße soll ein Hochregallager entstehen. Die Parkplätze und der Gehweg werden ein Stück weit auf das bisherige Firmengelände verlegt.
Copyright: Ralf Krieger
Nach über drei Jahren heftiger Diskussionen scheint es nun vom Stadtrat grünes Licht zu geben für die geplante Erweiterung des Wellpappenwerks Gierlichs in Quettingen. Bei nur einer Gegenstimme - von der Vertreterin der Klimaliste - stimmte der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Bauen jetzt dem Satzungsbeschluss für den dafür erforderlichen Bebauungsplan zu. Bei der zu erwartenden Bestätigung dieser Entscheidung im Stadtrat ist damit der Weg frei für den geplanten Erweiterungsbau.
Im Vorfeld hatten sich die Nachbarn gegen das Vorhaben gesträubt, vor allem mit Verweis auf den Lkw-Verkehr in ihrem Wohngebiet. 715 Unterschriften kamen unter einem gemeinsamen Einspruch zusammen. Dennoch fand sich eine breite Mehrheit dafür, dem dringenden Wunsch des Unternehmens zu entsprechen, zwischen der Maurinusstraße und der Stettiner Straße ein knapp 20 Meter hohes, 30 Meter breites und 70 Meter langes Hochregallager mit Versandbereich und zusätzlichen Laderampen zu bauen.
Werk war vor den Wohnungen da
Das Wellpappenwerk hat dabei nicht zuletzt auf seine lange Tradition am vertrauten Standort verwiesen. Seit 115 Jahren gibt es Gierlichs an diesem Standort, erst viel später wuchsen um die Firma herum Wohngebiete. Nun aber sei der Erweiterungsbau für den Fortbestand der Firma in Quettingen unverzichtbar. Mit ihm wird nicht nur die Zahl der Mitarbeitenden im Unternehmen von 82 auf 95 Beschäftigte ansteigen, sondern auch die Zahl der täglichen Lkw-Anfahrten von 52 auf 78.
Etwas verärgert wurde im Ausschuss angemerkt, dass die Anwohner das Gesprächsangebot von Firmenchef Heribert Gierlichs trotz mehrfacher Aufforderung zum Dialog ignoriert hätten. "Die Initiative hat sich nicht beim Bauherrn gemeldet, das Gesprächsangebot nicht genutzt", sagte Markus Pott (Opladen plus). Dies sei bedauerlich. Seine Fraktion sei weiterhin für das Bauvorhaben, was auch Michael Hüther für die SPD bekundete.
„Die Ausweitung der Firma ist für ihre Zukunft und auch für den Stadtteil Quettingen gut“, befand Roswitha Arnold (Grüne). Jacqueline Blum (Klimaliste) begründete ihr Nein zur Planung hingegen mit der erheblichen Mehrbelastung durch zusätzlichen Lkw-Verkehr: „715 Bürgerinnen und Bürger sind dagegen, wir sind es auch.“
