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Chempark LeverkusenLaute Mittagspause in der Kälte vor dem Kasino

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igbce

Kälte und Wind schreckte die Chempark-Beschäftigten am Freitag um 12 Uhr nicht ab. Sie machten Druck in den stockenden Tarifverhandlungen.

Leverkusen – Wie verhandelt man über Geld und Arbeitsbedingungen, wenn in der Ukraine ein Krieg tobt, dessen Effekte auf die Chemie-Industrie nicht abzuschätzen sind? Schwer zu sagen. Aber nicht so, wie es die Arbeitgeber im Moment tun. Darum stellten sich am Freitagmittag ein paar Dutzend Beschäftigte auf den arg zugigen Platz gegenüber des Kasinos an der Kaiser-Wilhelm-Allee, machten Druck und Lärm.

Argumente kamen von Nina Melches. Für die frisch gekürte IGBCE-Bezirksleiterin war es der erste Auftritt im größeren Rahmen – und die Chempark-Beschäftigten hörten eine sehr gute Rede. Die Gewerkschafterin wies darauf hin, dass sich ihre Vertreter in der Tarifrunde mit Blick auf die unübersichtliche Lage schon bewegt, „eine Brücke gebaut hätten“, über die indes die Arbeitgeber bisher nicht gehen wollten. Man habe einen Teilabschluss angeboten – mit kurzer Laufzeit, um auf diese Weise darauf zu reagieren, ob zum Beispiel eine drastische Gas-Verknappung die energieintensive Chemische Industrie lähmen wird. Die IGBCE sei also wieder „konstruktiv“, beweise, „dass wir nicht herumpoltern“.

Abschluss mit kurzer Laufzeit?

Ein paar Dinge müssten aber auch in einem Teilabschluss geregelt werden: Die im Vergleich mit anderen Branchen dürftigen Schicht-Zulagen müssten auf 25 Prozent erhöht und die unteren Entgeltstufen angehoben werden. Mit Blick auf den deutlich erkennbaren Mangel an Fachkräften müsse die Chemie- und Pharma-Industrie dringend „an ihrer Attraktivität arbeiten“, so Melches.

Dass ihre Gewerkschaft nicht mit einer Prozent-Vorgabe – die Bezirksleiterin nannte es „Preisschild“ – in diese Tarifverhandlung gegangen war, erweise sich mit Blick auf die in diesen Wochen dramatisch steigenden Preise als richtig. Unterm Strich müsse für die Beschäftigten ein Plus an Kaufkraft herauskommen. Das ist schwierig genug bei einer Klientel, die von den stark steigenden Energiekosten „überdurchschnittlich betroffen ist“.

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Und noch eine Kompromiss-Linie deutete Melches an: Man könne über Geld reden. Aber nur, wenn die Konzerne „ihre Dividendenpolitik überdenken“, also auch den Aktionären etwas zumuten in der sich immer deutlicher abzeichnenden Krise. Dass nur diejenigen Opfer bringen, die Gewinne überhaupt erst erwirtschaften, komme nicht in Frage.