Leverkusen – Die einen hielten eine stille Mahnwache und waren längst da. Die anderen kamen nach 18 Uhr und bemühten sich um möglichst viel Radau. Der sonst sehr stille Sonntagnachmittag brachte die Wiesdorfer City ganz gehörig in Aufruhr.
Im Abstand von nicht mal 150 Metern prallten die Ansichten aufeinander. Am „Funkenplätzchen“ sammelten sich gegen 17 Uhr reichlich 200 ukrainische Familien und Sympathisanten der Geflüchteten , um gegen den russischen Angriff zu demonstrieren. In Ukrainisch und Deutsch im Wechsel wurde ruhig dargelegt, warum der Angriff natürlich nicht zu tolerieren ist.
Im Detail wurde unterschieden, wie sich Patriotismus, Chauvinismus, Faschismus und Nazismus zueinander verhalten. Warum es also in Ordnung ist, patriotisch zu sein. Warum es aber absolut nicht geht, wenn sich Völker – viel mehr aber ihre Herrscher – zu Faschisten wandeln. Das treffe auf Wladimir Putin in jedem Fall zu. Er unterdrücke die Opposition; von einer Demokratie sei Russland inzwischen unendlich weit entfernt. Nach der gängigen Definition sei Putin nichts anderes als ein Faschist, hieß es unter Beifall.
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Reichlich eine Stunde später kam eine Delegation von Russland-Verteidigern unweit des Rathauses an. Unter Beteiligung des rechten „Aufbruch Leverkusen“ demonstrierte eine überschaubare Gruppe. Auch dort lief das als Mahnwache – „gegen die Russophobie in Deutschland“. Vordenker Markus Beisicht hatte einen ähnlichen Auftritt gerade in Köln hingelegt, Unterstützer standen im Stau. Später wurde es laut zwischen den Gruppen.



