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Bildungsbericht der StadtSo steht es um die Bildung in Leverkusen

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Drei Schüler sprechen mit Schulministerin Dorothee Feller.

Hoher Besuch im November 2022: NRW-Schulministerin Dorothee Feller spricht mit Fahrudin Djemaili, Tim Schouten und Selima Cengiz von der Theodor-Heuss-Realschule.

Die Stadt Leverkusen hat ihren Bildungsbericht veröffentlicht. Wir haben die wichtigsten Zahlen über das Schulgeschehen zusammengefasst.

Steigende Schülerzahlen, mehr Nachfrage nach Sozialarbeitern – der städtische Bildungsbericht 2021/2022 gibt einen Überblick über das Schulgeschehen in Leverkusen:

6724 Kinder besuchen aktuell eine Leverkusener Grundschule, das sind rund 700 mehr als im Schuljahr 2012/2013. Durch die Steigerung wird nicht nur der Platz an Grundschulen knapp, es wird auch deutlich, dass auf die weiterführenden Schulen in den nächsten Jahren höhere Anmeldezahlen zukommen. In Leverkusen gibt es aktuell 40 Schulen und vier Berufskollegs. Darunter sind 24 Grundschulen, drei Förderschulen, zwei Hauptschulen, drei Real – und zwei Gesamtschulen , fünf Gymnasien, und eine Sekundarschule.

53 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am ersten Leverkusener Jugendstadtrat kamen von Gymnasien. Förderschulen waren nur mit vier Prozent vertreten. Haupt-, Real-, und Gesamtschule teilen die verbleibenden Plätze relativ gerecht unter sich auf.

Zwei Schüler stellen mit Schaumstoffschlägern einen Kampf in der Mitte eines Stuhlkreises nach.

Projekt zur Gewaltprävention an der Sekundarschule

40 Schulsozialarbeiter arbeiten aktuell an städtischen Schulen und Berufskollegs – das sind sechs mehr als im Vorjahr. Eine Abfrage der Stadtverwaltung an allen Schulen hat einen zusätzlichen Bedarf von 23,5 Vollzeitstellen ergeben. Nun will die Stadt die Schulsozialarbeit massiv ausbauen – zum einen als Reaktion auf das schlechte Abschneiden in jüngsten Bildungsstudien und zum anderen wegen der deutlich steigenden Zahl an psychischen Auffälligkeiten unter Schülerinnen und Schülern.

0,2 Prozent beträgt der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Leverkusener Gymnasien. An Hauptschulen sind es 15 Prozent. An Grundschulen steigt der Anteil leicht: von 2,7 auf 2,9 Prozent. Die meisten Schüler mit Förderbedarf an Regelschulen brauchen Unterstützung im Lernverhalten (49 Prozent) gefolgt von der emotionalen und sozialen Entwicklung (21 Prozent).

56 Prozent aller Schüler haben eine Zuwanderungsgeschichte, das sind noch einmal gut ein Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Das heißt entweder, dass ein Elternteil oder das Kind selbst im Ausland geboren ist. Mit 82 Prozent ist an Hauptschulen der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund am höchsten. Auffällig ist auch, dass hier der Anteil derjenigen Kinder am größten ist, in deren Familien Deutsch nicht als Verkehrssprache genutzt wird.

Wiederholerzahlen sind im Homeschooling-Schuljahr teils steil gestiegen

6,3 Prozent der Schülerinnen und Schüler in Hauptschulen mussten die neunte Klasse wiederholen. Im vergangenen Jahr war es noch fast jeder Dritte: Ein eklatanter Corona-Effekt. Die Wiederholerzahlen sind im Homeschooling-Schuljahr an allen Schulformen gestiegen, an Hauptschulen zeigte die Kurve aber am steilsten nach oben. Hier hatten offensichtlich viele den Anschluss verloren. In diesem Jahr ist die Quote der Wiederholer nur in den Gesamtschulen leicht ansteigend.

259 Jugendliche haben im Schuljahr 2022/23 die Schulform gewechselt. Am häufigsten findet der Wechsel nach der sechsten Klasse statt (43 Prozent). Auffällig ist, dass Realschulen in diesem Schuljahr erstmals mehr Kinder abgegeben als aufgenommen haben. Die meisten wechselten an Hauptschulen. Grundsätzlich ist aber der Abgang an Gymnasien am größten.

41 Prozent der Schulabgänger haben im vergangenen Jahr ihr Abitur abgelegt, das ist der häufigste Abschluss in Leverkusen (siehe Grafik). Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Schule ohne Abschluss verlassen haben, ist um 1,2 Prozentpunkte gestiegen.

55 Prozent der Schülerinnen und Schüler an der Opladener Marienschule kommen nicht aus Leverkusen, das erzbistümliche Gymnasium hat damit die deutlich höchste Quote an auswärtigen Schülern. Gefolgt vom Landrat-Lucas-Gymnasium mit 20,5 Prozent – hier dürfte der Grund vor allem in der Sportförderung und der Zusammenarbeit mit dem Sportinternat liegen. Auch die Berufskollegs werden häufig von außerhalb angesteuert, vor allem jenes in Opladen mit 912 auswärtigen Schülerinnen und Schülern.

79 Prozent aller Schülerinnen und Schüler an Grundschulen nutzen aktuell das Angebot der Ganztagsbetreuung. Das entspricht 5 282 Schülerinnen und Schülern. Der Anteil ist rasant gestiegen, im Jahr 2011/12 waren es 40,6 Prozent.

36,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen erhielten eine uneingeschränkte Empfehlung für das Gymnasium, das sind etwas weniger als im Vorjahr. Allerdings: Vor Corona lag die Quote der Gymnasialempfehlungen bei nur 27,7 Prozent. Dies legt einen lockereren Umgang mit Gymnasialempfehlungen durch die Klassenlehrer nahe.