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KindertheaterPacman trifft Prinzessin

3 min

Plötzlich ein Krönchen auf dem Kopf: Emma (Mitte) sowie Michael und Tarja haben trotz Abstandsregeln Theaterspaß.

  1. Im Erholungshaus haben sich Leverkusener Kinder zum Ferienworkshop der Bayer-Kultur getroffen.
  2. Binnen einer „Kreativen Woche“ erdachten sie gemeinsam mit ihen Dozentinnen ein Theaterstück.
  3. Herausgekommen ist eine Stunde zwischen Fantasy, Computerspiel und Nachwuchs-Adel.

Leverkusen – Michael (11) ist ziemlich stolz auf sein Bühnenkostüm: Er sieht so ein bisschen aus wie eine Figur aus dem Film „Ghostbusters“ und hält einen großen Pacman aus Pappe in der Hand. Zur Erinnerung: Das ist der kleine, gelbe Kreis mit Maul, der Anfang der 80er Jahre Hauptdarsteller im gleichnamigen Computerspiel war. Pacman kroch durch die Gänge eines Labyrinths, fraß unermüdlich bunte Bälle und musste Gespenstern ausweichen.

Und weil Michael dieses Uralt-Spiel, ohne das es die heutigen Grafik-Meisterwerke für seine Generation wohl nicht geben würde, gut findet, hat er es während der von der Bayer-Kultur angebotenen „Kreativen Woche“ in den Sommerferien zum Bestandteil jenes Theaterstücke gemacht, das er und seine Mitstreiter sich gemeinsam mit den beiden Dozentinnen Andrea Raak und Christina Hellweg ausgedacht haben.

Pacman spuckt Bälle

Der Clou: Michaels Pacman kann sogar Bälle spucken. Und jedes Mal, wenn er das tut, dann müssen er und die anderen Kinder – Olivia, Tarja, Sara, Emma und Frederik (alle 10) – lachen. Das zeigt: Die Truppe hat Spaß. Was immer eine gute Sache ist, in Corona-Zeiten jedoch umso mehr. Das selbstkonzipierte Stück, das sie nun eine Woche lang vorbereitet haben und das dieser Tage den Eltern als Zuschauer präsentiert werden soll, nennen sie „Traumrolle“ – weil jeder einmal das mimt, was er oder sie im Alltag eben nicht ist.

Unterwegs in der Fantasywelt

Bei Michael und Frederik ist das Pacman, respektive Bestandteil eines Computerspieles. Olivia und Sara wiederum laufen auf der Bühne durch eine Fantasy-Welt. Und Tarja und Emma werden zu Prinzessinnen. Oder besser: Zu Respektspersonen, weil ihnen nach eigener Meinung als Kind oft genug nicht der Respekt entgegengebracht wird, den sie sich von den überheblichen Erwachsenen mal wünschen würden. Gleichwohl entdecken die Bühnen-Emma und die Bühnen-Tarja recht schnell, dass dieser Respekt auch nerven kann: Denn als Adlige mit Krönchen und im edlen Gewand haben sie plötzlich – Adel verpflichtet – Verpflichtungen, die recht ungemütlich und gar nicht schön sind. Und das zeigt: Dieses Theaterstück belehrt und wandelt damit in der Tradition des Theaters an sich.

Das Team um Kinder und Dozentinnen ist auf jeden Fall zufrieden damit, wie diese eine Woche der Kreativität abgelaufen ist: Erfolgreich und gut nämlich. Trotz Maskenschutz und Abstandsregeln, die es gar nicht so leicht machen, miteinander auf der Bühne zu agieren. Da ist ja noch nicht einmal ein kleiner Kreis zum Motivieren und gegenseitige In-den-Arm-Nehmen vor dem Auftritt drin. „Aber das mit dem Mut machen bekommen wir auch anders hin“, sagt Christine Hellweg.

Kleine Fast-Profis

Zudem ist das vielleicht auch gar nicht nötig, denn: Wenn Michael sagt, er habe auch in der Schule schonmal Theater gespielt, dann ist er damit nicht der einzige. Die anderen haben das ebenfalls schon getan. Sprich: Lampenfieber kennen diese Kinder hier nicht wirklich. „Nein. Ich freue mich darauf, zu spielen“, betont Tarja fast wie ein Schauspielprofi – und erntet zustimmendes Nicken und Lachen ihrer Mitstreiter ringsherum. Freude in Pandemie-Zeiten ist nicht unmöglich.