Kritik an der Feuerwehr zu üben, ist doppelt heikel, denn die Gegenargumente kommen schnell mit dem Vorschlaghammer: Bei Themen wie Rettung und Sicherheit ist jedes Mittel angemessen.
Aber Kritik muss sein: Diese Wache scheint eine Nummer zu dick für unsere Stadt zu sein. Hier soll offenbar noch einmal nach dem einst üblichen „Leverkusener Standard“ gebaut werden. Der Begriff stammt aus der Zeit, als in dieser Stadt Geld noch keine Rolle spielte. Wenn man die Investition in die Wache umrechnet, kostet diese zweite, perfekt ausgestattete Feuerwache jeden Bürger 1000 Euro.
Offensichtlich hat die Tatsache, dass die Stadt jetzt zwölf Jahre unter Haushaltssicherung stehen wird, auf die Planung kaum Einfluss gehabt. Denn die Stadt hat schon eine wirklich schöne große Wache, die erst 2020 eröffnet wurde. Die neue soll noch größer werden, und was viele Leute stört: Für den Leverkusener Bau soll ein Bauer enteignet werden, der seine hochwertigen Felder am Hof nicht aufgeben will.
Die Verwaltung hat sich 2022 auf den Bau dieser Wache im Prinzip einfach festgelegt, und nach der Veröffentlichung des Vorhabens war keine wirkliche Diskussion mehr möglich: Etwa über interkommunale Zusammenarbeit oder darüber, dass eine dezentrale Lösung vielleicht doch besser gewesen wäre – und günstiger als 171 Millionen.


