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Flugplatz KurtekottenNachbau von historischer Junkers hebt in Leverkusen ab

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Ein Nachbau einer Junkers F13 hebt beim Flugplatzfest auf dem Kurtekotten ab.

Ein Nachbau einer Junkers F13 hebt beim Flugplatzfest auf dem Kurtekotten ab.

Wer am Samstag und Sonntag das Flugplatzfest auf dem Kurtekotten besuchte, konnte ein Stück Luftfahrtgeschichte erleben.

Zum alljährlichen Flugplatzfest des Luftsportclubs Leverkusen kamen zahlreiche Besucher auf das Vereinsgelände. Das besondere Interesse vieler Flugsportbegeisterter galt dem Nachbau einer historischen Junkers F13, die zu mehreren Rundflügen abhob.

Das Wellblechflugzeug, dessen Original in den 1920er-Jahren als erstes Ganzmetall-Passagierflugzeug galt, war sowohl am Boden als auch in der Luft zu sehen. Die Bauweise unterscheidet sich deutlich von modernen Maschinen: Der Pilot sitzt vorne in einem offenen Cockpit, während die bis zu vier Passagiere dahinter in einer geschlossenen Kabine Platz nehmen. „Das Gefühl da oben ist gar nicht mit heutigen Passagierflugzeugen zu vergleichen. Man merkt erst einmal richtig, wie die Luft das Flugzeug trägt“, sagte der 48-jährige Besucher Thomas Wecker nach seinem Rundflug mit einem Motorflugzeug. 

Das Gefühl da oben ist gar nicht mit heutigen Passagierflugzeugen zu vergleichen. Man merkt erst einmal richtig, wie die Luft das Flugzeug trägt
Flugplatzfestbesucher Thomas Wecker nach einem Flug in der Junkers F13

Neben der F13 zeigte der Verein weitere Maschinen in der Luft und am Boden. Dazu gehörten Kunstflüge mit Modellen wie der Extra 330LX oder der Pitts S1 sowie Vorführungen im Segelkunstflug. Auch eine historische T-6 Texan war bei Rundflügen zu sehen. Wer ein Andenken an die Veranstaltung suchte, konnte ein Event-T-Shirt erwerben, das von Vereinsmitgliedern per Hand im Siebdruckverfahren bedruckt wurde.

Flugplatzfest auf dem Kurtekotten

Großer Spaß für Groß und Klein: Das Flugplatzfest war sehr gut besucht.

Auf dem Gelände nutzten viele Familien den Tag für einen Ausflug. „Wir wollten den Kindern einfach die Flugzeuge zeigen, aber das Programm ist auch für Erwachsene ziemlich interessant“, erzählte Anna Klein, die aus Opladen mit ihren Töchtern gekommen war.

Nachwuchs gesucht

Neben der Flugschau geht es dem Luftsportclub Leverkusen vor allem darum, mit den Menschen aus der Region in Kontakt zu kommen. Auch ohne das „Bayer“ im Vereinsnamen: Die Mitglieder hatten auf ihrer Versammlung im März 2026 dafür gestimmt, den Namen des Unternehmens aus dem Vereinsnamen zu streichen. Zum Ende des vergangenen Jahres hatte die Bayer AG Dutzenden Vereinen in der Stadt die Nutzungsrechte am Namen Bayer und am Bayer-Logo entzogen. Vereinspräsident Hermann Leucker erklärte das Anliegen des Vereins so: „Uns ist wichtig, dass wir das Umfeld hier einbeziehen. Wir wollen durchaus positive Stimmung haben und natürlich auch Nachwuchs gewinnen. Begeisterung zu wecken, das ist das Allerwichtigste.“

Wir wollen durchaus positive Stimmung haben und natürlich auch Nachwuchs gewinnen.
Hermann Leucker, Vorsitzender des Luftsportclubs

Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Jugendförderung im Segelflug. Wer mit dem Fliegen anfangen möchte, kann das im Verein schon ab 14 Jahren tun. „Die Jugendlichen machen das wirklich gut. In der Regel brauchen sie etwa ein halbes Jahr bis zum ersten Alleinflug“, berichtete Leucker.

Wer die Perspektive der Piloten einmal gefahrlos testen wollte, konnte außerdem in einem Flugsimulator Platz nehmen. Dort hatten Jung und Alt die Möglichkeit, das Gefühl am Steuerknüppel selbst auszuprobieren und ein Flugzeug virtuell über die Region zu steuern.

Viele Flugzeuge gab es zu bestaunen.

Viele Flugzeuge gab es zu bestaunen.

Blick hinter die Kulissen der Fliegerei

Wer am Kurtekotten unterwegs war, konnte aber nicht nur das Flugprogramm am Himmel beobachten. Auf dem gesamten Gelände bot sich den Gästen die Gelegenheit, den Vereinsmitgliedern bei ihrer täglichen Arbeit über die Schulter zu schauen und Fragen zu Technik, Ausbildung und Wartung zu stellen. Die Piloten und Fluglehrer standen in den Hallen bereit, um die verschiedenen Maschinen – von den wendigen Segelflugzeugen der Typen JS3, ASG29 und Quintus bis hin zu den vereinseigenen Motorfliegern – im Detail zu erklären.

Besucher betrachten ein Segelflugzeug.

Wie sieht das Cockpit eines Segelflugzeugs aus? Besucher informieren sich.

Dass die Organisation einer solchen Großveranstaltung für den Verein jedes Jahr aufs Neue eine Herausforderung ist, betonten die Verantwortlichen. Sämtliche Abläufe, von der Flugleitung über die Verpflegungsstände bis zum Druck der begehrten Event-Shirts, werden ehrenamtlich von den Mitgliedern gestemmt. „Es ist unglaublich, wie viel Arbeit das gesamte Team in dieses Wochenende steckt“, stellte ein Festbesucher erfreut fest. „Man spürt einfach auf dem ganzen Platz, wie sehr die Leute hier für ihr Hobby brennen.“ 

Der Mann kommt regelmäßig bei schönen Wetter vorbei und beobachtet die Flieger aus dem Biergarten des Restaurants „Fliegerhütte.“ „Wäre ich nochmal jung, hätte ich definitiv einen Flugschein gemacht. Leider bin ich dafür schon zu alt“, sagt er. 

Vereinsleben und Einstiegsmöglichkeiten

Für den Luftsportclub Leverkusen ist das Flugplatzfest deshalb nicht nur ein Treffpunkt für Luftfahrtbegeisterte aus der ganzen Region, sondern auch die wichtigste Visitenkarte des Jahres. Neben der Nachwuchsförderung im Segelflug bietet der Club auch Erwachsenen die Möglichkeit, im Rahmen einer soliden Vereinsausbildung den Pilotenschein für Segel- oder Motorflugzeuge zu erwerben.

Für alle, die nach dem Festwochenende das Fieber gepackt hat, ist die Tür am Flugplatz Kurtekotten keineswegs geschlossen. Neben den regulären Schnupperflügen kann man an den Wochenenden auch einfach als Zuschauer auf dem Vereinsgelände vorbeischauen, um die Faszination der Fliegerei hautnah mitzuerleben oder mit den Piloten vor Ort ins Gespräch zu kommen.