Die Bagger rollen bereits seit ein paar Tagen auf der Fläche am Kurtekottenweg.
SpatenstichBauarbeiten für „Haus der Talente“ von Bayer 04 Leverkusen haben begonnen

So soll das „Haus der Talente“ am Kurtekotten aussehen.
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Die Bagger rollen bereits seit ein paar Tagen auf der Fläche am Kurtekottenweg. Am Mittwochmorgen fiel dann mit dem symbolischen Spatenstich auch der offizielle Startschuss für das Großprojekt „Haus der Talente“ von Bayer 04 Leverkusen. Auf dem Areal zwischen der Kita Löwenburg und der Elisabeth-Langgässer-Straße baut Bayer 04 Leverkusen ein neues Jugendinternat für 36 Nachwuchssportlerinnen und -sportler zwischen 14 und 18 Jahren.
Dort sollen sowohl junge Fußballerinnen und Fußballer von Bayer 04 als auch Leichtathletinnen und Leichtathleten vom TSV Bayer 04 wohnen. Untergebracht sind sie in Wohngruppen, inklusive pädagogischer Betreuung, heißt es vom Klub. Der Unterschied zum schon bestehenden Sportinternat des TSV besteht darin, dass die jungen Sportlerinnen und Sportler am Kurtekotten wohnen und nicht nur nachmittags betreut werden.
Bisher in Gastfamilien
Bisher hat Bayer 04 seinen Nachwuchs in Gastfamilien untergebracht. Dieses Modell, so sagt Simon Rolfes, Geschäftsführer Sport, stoße an seine Grenzen. Er und der Vorsitzende der Geschäftsführung, Fernando Carro, sehen in dem Bau einen notwendigen Schritt zur Konkurrenzfähigkeit. Man sehe, wie auf dem Fußballtransfermarkt die Ablösesummen für Spieler in die Höhe gingen, sagt Rolfes. Für Bayer 04 heiße das, dass man nur mit einer Topnachwuchsarbeit „nachhaltig erfolgreich“ sein könne. Und man habe früher den einen oder anderen potenziellen Topspieler nicht bekommen, weil eine solche Möglichkeit gefehlt habe, sagt Rolfes.

Seit dieser Woche wird am Kurtekottenweg gebaut: Alexander Ronn (Projektleiter, v.l.), Steffi Nerius (Internatsleiterin), Bernd Oxen (Architekt), Fernando Carro (Vorsitzender der Geschäftsführung Bayer 04), Stefan Hebbel (Oberbürgermeister), Simon Rolfes (Geschäftsführer Sport) und Anne Wingchen (Geschäftsführerin TSV) freuen sich.
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Bayer 04 trägt die gesamten Investitionskosten für den Bau. Wie viele Fußballer und wie viele Leichtathleten ab nächstem Sommer, wenn das Haus der Talente planmäßig fertig sein soll, dort Platz finden, stehe noch nicht ganz fest, sagt Fernando Carro. Vermutlich ungefähr zwei Drittel Fußballer und ein Drittel Leichtathleten. „Wir sind fast der einzige Bundesligist ohne Internat“, sagt der Bayer-04-Chef. Das Haus der Talente sei wichtig dabei, den Eltern der Nachwuchssportler zu zeigen, dass ihre Kinder in guten Händen seien.
Kritik am Standort
Dabei spiele auch die Nähe zu den Schulen eine Rolle, sagt Carro über das Gelände. Politisch und in Teilen der Bevölkerung war weniger der Bau an sich, aber der Standort umstritten. Opladen Plus, die Grünen und die Klimaliste wollte das Haus der Talente an dieser Stelle nicht. Auch Naturschützer hatten sich gegen die Pläne positioniert. Das Gelände (9102 Quadratmeter) sei die letzte unbebaute Binnendüne in der Stadt und müsse erhalten bleiben, so der Kern der Argumentation.
Bayer 04 hatte entgegnet, dass die Düne unangetastet bleibe und das Areal zwischen dem neuen Gebäude und dem Kurtekottenweg zum Lebensraum für Tiere werde. Weil die Anwohner es so wollten, führt die künftige Zufahrt zum Haus der Talente auch nicht durch das Wohngebiet, sondern über einen neuen Weg neben der Kita.

Viel Grün verspricht der Architektenentwurf für das neue Internat.
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Trotz dieser politischen Diskussionen hält Oberbürgermeister Stefan Hebbel, der als CDU-Fraktionschef selbst für den Beschluss gestimmt hatte, das Projekt für „wichtig für die Sportstadt Leverkusen“. Er wisse, wie dringend man Platz für junge Talente brauche. Für Steffi Nerius, die Leiterin des TSV-Internats an der Tannenbergstraße, konnte ein solches Internat nicht früh genug kommen, wie sie erzählte. Schon 1991, als sie aus Rostock nach Leverkusen gekommen sei, habe sie sich gewundert, dass es noch kein Vollinternat gebe. Eines zu errichten, sei ihr Ziel gewesen, seit sie 2015 die Internatsleitung beim TSV übernommen habe. „Elementar wichtig“ sei das für die Nachwuchsförderung.
In jeder Wohngruppe gibt einen festen Betreuer – als Ansprechpartner auch für Themen abseits des Sports. Der Kontakt zwischen Betreuern, Eltern und Jugendamt soll eng sein, ein wichtiger Teil des pädagogischen Konzepts. Jede Wohngruppe hat ein rollstuhlgerechtes Zimmer. Jedes Einzelzimmer ist etwa 15 Quadratmeter groß. Es wird 21 Fahrradstellplätze geben.
Architekt des Hauses der Talente ist Bernd Oxen. Das Gebäude wird ein Holzbau. Die Wohnbereiche sollen eine grüne Fassade bekommen. Dazu kommen Holzstelen, an denen sich ebenfalls Grün hochranken soll. Fotovoltaik auf begrünten Dächern und eine Versorgung durch eine Wärmepumpe gehören ebenso zu den Plänen. Über Mulden könne das Regenwasser auf dem Grundstück komplett versickern. Drei Jahre etwa haben die Planungen gedauert.
