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Gute und schwache AspekteSo lief die Vorbereitung von Bayer 04 Leverkusen

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Bayer 04 Leverkusen hat in der Vorbereitung den VisitMalta-Cup gewonnen.

Bayer 04 Leverkusen hat in der Vorbereitung den VisitMalta-Cup gewonnen. 

Bayer 04 wirkt deutlich gefestigter als im vergangenen Jahr – Eine Bilanz der Saisonvorbereitung.

Es gibt Vorbereitungen, die chaotisch wirken. Und es gibt solche, in denen erste Konturen einer Mannschaft erkennbar werden. 2025 war der Sommer von Bayer 04 chaotisch und mündete in einem frühen Trainerwechsel. Ein Jahr später ist die Stimmung in Leverkusen gelöster – auch wenn es noch die eine oder andere Baustelle gibt. Mit Optimismus blickt die Werkself auf den DFB-Pokal, wo am Samstag (13 Uhr) das Spiel beim Drittligisten Wehen Wiesbaden wartet.

Nur eine Niederlage in sieben Spielen

Unter dem neuen Trainer Carles Martinez gewann Bayer 04 sechs seiner sieben Vorbereitungsspiele: 7:0 gegen Baumberg, 3:1 gegen Offenbach, 4:0 gegen Genk, 3:0 gegen Essen sowie zwei 2:1-Erfolge gegen Sevilla und Newcastle. Einzig gegen Nottingham setzte es eine 1:2-Niederlage. „Natürlich wäre es besser, wenn wir sieben Siege aus sieben Spielen holen könnten“, sagte Martinez nach dem Abschlusstest in Newcastle. „Aber das Wichtigste sind unsere Gewohnheiten, unsere Kultur, unsere Standards – nicht nur das Taktische.“ Die Vorbereitung zeigt, wo Martinez' Handschrift bereits greift – und wo noch Feinarbeit nötig ist.

Defensive Stabilität: Anders als in der vergangenen Vorbereitung, als Leverkusen bereits im Auftaktspiel gegen die U20 von Flamengo mit 1:5 unterging, präsentiert sich die Werkself unter Martinez defensiv gefestigt. In sieben Spielen kassierte Bayer 04 nur vier Tore, drei davon allein gegen Newcastle und Nottingham. Loïc Badé wirkt in der Innenverteidigung souveräner und abgeklärter, während Edmond Tapsoba – der vermutlich neue Kapitän – seine gewohnte Sicherheit ausstrahlte. Linksverteidiger Miguel Gutierrez, für rund 30 Millionen Euro aus Neapel gekommen, überzeugte ebenfalls, auch wenn ihm die Bindung zum Spiel phasenweise noch fehlt.

Zusammenspiel und Teamgefüge: In der vergangenen Saison entstand in Teilen der Eindruck, als stehe keine Mannschaft auf dem Feld, sondern ein Haufen Einzelkünstler. Bundesliga-Tabellenplatz sechs war das Resultat dieser Entwicklung. In den bisherigen Testspielen ist das Bild ein anderes: Abseits des Platzes stimmt die Chemie zwischen den Spielern. Das überträgt sich auf das Spiel. Martinez lässt viel über die Außenbahnen und mit schnellem Kurzpassspiel agieren, garniert mit ständigen Positionsrochaden, die von jedem Akteur permanente Wachsamkeit verlangen. Viele Vorbereitungstore entstanden aus sauber herausgespieltem Kombinationsfußball. Die Spielfreude ist wieder da, ebenso wie intensives Pressing.

Die ungewissen Faktoren: Stürmer Victor Boniface machte in der Vorbereitung mit guten Leistungen auf sich aufmerksam. Nach seinem enttäuschenden vergangenen Jahr und arbeitete der Nigerianer hart an seiner körperlichen Verfassung. Fakt ist: Bleibt Boniface fit – und vor allem verletzungsfrei –, kann er ein Unterschiedsspieler sein, auch wenn ihm mit Patrik Schick und Christian Kofane starke Konkurrenz erwartet. Auch bei Rekordzugang Malik Tillman könnte sich das vorhandene Potenzial endlich entfalten. Martinez setzte auf den 24 Jahre alten US-Amerikaner nach dessen WM-Rückkehr im Mittelfeld.

Altbekannte Schwäche bei der Werkself

Schwachpunkt bei Standards: Ein größeres Problem bleibt die Standardschwäche, die Leverkusen auch in dieser Vorbereitung offenbarte. Schon in der vergangenen Saison war das ein wiederkehrendes Thema, spürbar verbessert hat sich daran jedoch wenig. Zwar resultieren nicht alle Gegentore aus Ecken und Freistößen, doch etliche ruhende Bälle wurden im eigenen Sechzehner brandgefährlich. Wirkliche Sicherheit in der defensiven Zuordnung strahlte Bayer 04 dabei bislang nicht aus. Gegen Nottingham kassierte Leverkusen so auch den Gegentreffer zum 1:2.

Überfüllter Kader: Der Kader der Leverkusener ist zu groß. Zwar zeichnet sich ein Stammpersonal ab, doch für viele frühere Leistungsträger bleiben Fragen offen. Robert Andrich wurde ein Abschied nahegelegt, ebenso Jonas Hofmann, wie die „Bild“ berichtet. Bei Spielern wie Tim Oermann, Lucas Vazquez, Axel Tape, Martin Terrier oder Jeanuel Belocian ist offen, wer bleibt, oder wer den Verein – auch auf Leihbasis – noch verlassen könnte. Das erschwert die Rollenverteilung innerhalb der Kabine. Doch das muss Martinez meistern. Unabängig der Kaderfragen zeigt sich Martinez insgesamt mit dern letzten Wochen zufrieden: „Die Vorbereitung war wichtig, um unsere Standards und Verbindungen zu schaffen – wie wir zusammenleben, wie viel wir geben können. Wir sind nicht perfekt, aber wir müssen versuchen, Wettkämpfer zu sein.“