Fragen und Antworten zum Start der FC-Frauen in die neue Bundesliga-Saison. Erster Gegner ist am Samstag Frankfurt.
FrauenfußballDer 1. FC Köln will den nächsten Schritt machen

Nationalspielerin Kathrin Hendrich (r.) im Training des 1. FC Köln
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Zum Bundesliga-Saisonstart gibt es direkt ein Highlight: Die Fußballerinnen des 1. FC Köln spielen am Samstag (12 Uhr) bei Eintracht Frankfurt. Das Duell beim Vorjahresdritten wird direkt eine Standort-Bestimmung für den FC. Die Kölnerinnen gehen in ihre sechste Bundesliga-Saison in Serie nach dem Aufstieg 2021. Wir beantworten zum Auftakt die wichtigsten Fragen.
Was erwartet die FC-Fußballerinnen in der neuen Saison?
Eine Saison mit gewachsenen Ansprüchen. Hinter dem FC liegt das beste Jahr der Vereinsgeschichte. Der siebte Platz mit 37 Punkten 2025/26 hat gezeigt, dass Köln nach Jahren im Tabellenkeller endlich in der Bundesliga angekommen ist. Fortan geht es darum, diesen Erfolg zu bestätigen und weitere Schritte nach vorne zu machen.
Ist der siebte Platz die neue Messlatte?
Die vergangene Saison war außergewöhnlich erfolgreich, zugleich war die Konkurrenz im Tabellenmittelfeld eng beieinander. Die FC-Frauen haben sich mit einer bemerkenswerten Konstanz aus der Abstiegszone herausgehalten und frühzeitig für Klarheit gesorgt. Ein Selbstläufer wird die neue Saison deshalb keineswegs. Die Kölnerinnen haben sich den Respekt der Gegner erarbeitet und dürften entsprechend noch ernster genommen werden. Mit Stuttgart und Mainz gibt es zudem zwei Aufsteiger, die ebenfalls direkt Richtung Tabellenmittelfeld schielen dürften.
Was spricht dafür, dass der FC erneut eine gute Rolle spielen kann?
Die Mannschaft verfügt inzwischen über eine Mischung aus Qualität, Talent und Bundesliga-Routine. Spielerinnen wie Marina Hegering geben dem Team Stabilität und Führung. Gleichzeitig haben sich jüngere Kräfte weiterentwickelt und in der vergangenen Saison gezeigt, dass sie auch gegen etablierte Mannschaften bestehen können. Der FC hat eine Basis geschaffen, auf der sich aufbauen lässt.
Gleichzeitig hat sich im Sommer einiges verändert. Wie ist die neue Mannschaft von Trainerin Britta Carlson einzuschätzen?
Der Kader wurde gezielt verstärkt, um die Qualität zu erhöhen und neue Impulse zu setzen. Unter den Verpflichtungen sind mit Elise Stenevik und Sophie Nachtigall auch Spielerinnen, die bereits internationale beziehungsweise Bundesliga-Erfahrung mitbringen. Dazu kommen junge Kräfte, die das Team in der Breite stärker machen sollen. Die Herausforderung besteht darin, aus den einzelnen Bausteinen möglichst schnell eine funktionierende Einheit zu formen.
Mit Kathrin Hendrich hat der FC erstmals eine aktuelle deutsche Nationalspielerin verpflichtet. Welche Rolle spielt die Defensive fortan?
Eine entscheidende. Köln hat in der vergangenen Saison immer wieder bewiesen, dass die Mannschaft kompakt verteidigen und unangenehm gegen den Ball arbeiten kann. Mit Hegering, die gemeinsam mit Laura Feiersinger die Kapitänin bleibt, besitzt der FC eine erfahrene Abwehrchefin, die auch in Drucksituationen Ruhe ausstrahlt. Hegering und Hendrich bilden auf jeden Fall das routinierteste Abwehr-Duo der Bundesliga, manche Stimmen sprechen sogar vom besten.
Wie ist der FC offensiv aufgestellt?
Kölns Stärke ist die Variabilität. Der FC verfügt über Spielerinnen, die unterschiedliche offensive Lösungen anbieten können. Technische Qualität, Tempo und die Fähigkeit, nach Ballgewinnen schnell umzuschalten, gehören zu den Stärken. Mit Sandra Jessen, die im Vorjahr zwölfmal traf, hatte der FC auch endlich wieder eine Torjägerin. Die Isländerin wurde nach wochenlanger Verletzungspause in der Vorbereitung rechtzeitig zum Start fit, braucht aber noch etwas Zeit. Insgesamt muss das Spiel mit dem Ball noch weiterentwickelt werden – gerade auch gegen Mannschaften, die tief stehen. Gegen solche Gegner tat sich der FC im Vorjahr schwer und ließ viele Punkte liegen.
Wie wichtig war die vergangene Saison für das Selbstverständnis der Mannschaft?
Sehr wichtig. Der FC hat bewiesen, dass er nicht mehr nur gegen direkte Konkurrenten punkten kann, sondern auch gegen Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel konkurrenzfähig ist. Das ändert jedoch zweifelsfrei auch die interne und externe Erwartungshaltung.
Ist ein Angriff auf die oberen Tabellenplätze möglich?
Zum aktuellen Zeitpunkt eher nicht. Insbesondere zu den Top drei der Bundesliga gibt es weiterhin einen teilweise gewaltigen Abstand – gerade zum FC Bayern. München, Wolfsburg und Frankfurt, aber auch Hoffenheim, haben finanziell und strukturell andere Möglichkeiten als der FC. In Köln soll es weiter um gesundes Wachstum im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten gehen.
Was ist ein realistisches Saisonziel?
Ein Platz im oberen Mittelfeld wäre eine Bestätigung der Entwicklung.

