Nach wochenlanger Verletzungspause kehrt die Stürmerin beim 2:1-Sieg gegen Leuven aufs Feld zurück.
FrauenfußballSandra Jessen feiert Comeback im letzten Kölner Test

Zurück auf dem Platz: Sandra Jessen, hier vor dem Test gegen Leuven
Copyright: IMAGO/Panama Pictures
Für Sandra Jessen war es ein besonderer Nachmittag. Die isländische Stürmerin des 1. FC Köln kehrte am Samstag nach ihrer verletzungsbedingten wochenlangen Pause beim 2:1-Erfolg gegen OH Leuven endlich wieder auf den Fußballplatz zurück. Die 31-Jährige kam in der Schluss-Viertelstunde als Jokerin in die Partie und sammelte so im fünften und letzten Testspiel der Kölnerinnen erstmals Spielpraxis in diesem Sommer. Bis die Angreiferin wieder in ihrer alten Form angekommen ist, wird sicher noch einige Zeit vergehen. Die ersten Minuten unter Wettkampfbedingungen waren jedoch wichtig für die Torjägerin und den FC, der fortan wieder auf eine seiner Top-Spielerinnen zurückgreifen kann – und das pünktlich zum Start in die neue Bundesliga-Saison.
Gleichzeitig lieferte der letzte Test vor dem Pflichtspielstart einen weiteren Beleg dafür, dass die Kölnerinnen mit Selbstvertrauen in die neue Saison gehen können. Fünf Testspiele, fünf Siege lautet die Bilanz. Gegen Leuven setzte sich der FC mit 2:1 durch und beendete damit eine intensive Vorbereitung ohne Niederlage. Taylor Ziemer und Saedis Heidarsdottir erzielten die Kölner Tore auf dem Platz sieben am Geißbockheim gegen den belgischen Erstligisten, der aktuell sogar in der Qualifikation um den Einzug in die Champions League kämpft.
Kölner Sieg hätte höher ausfallen müssen
„Das war ein guter Test für uns zum Abschluss der intensiven Vorbereitung“, sagte Trainerin Britta Carlson. Leuven sei ein „guter Gegner zum Schluss“ gewesen. Gerade angesichts der Qualität des Gegners sei es wichtig gewesen, die Vorbereitung gegen einen solchen Kontrahenten mit einem positiven Ergebnis abzuschließen. Die Trainerin sprach hinterher von einem verdienten Sieg, „der eigentlich auch hätte höher ausfallen müssen.“
Carlson richtete kurz nach dem Spiel den Blick bereits nach vorne. Denn der letzte Test sollte nicht nur eine Generalprobe unter Wettkampfbedingungen sein, sondern auch dazu dienen, möglichst vielen Spielerinnen eine hohe Belastung zu ermöglichen, „was ganz wichtig ist, glaube ich, im Hinblick auf das, was jetzt kommt nächste Woche“, erklärte Carlson.
1. FC Köln ist auf Sandra Jessen angewiesen
Für Jessen war die Rückkehr wiederum bei der Generalprobe vor dem Bundesliga-Start ein besonders wichtiger Baustein. Die Offensivspielerin hatte in der vergangenen Saison mit ihrer technischen Qualität und ihrer Torgefahr zu den prägenden Kräften im Kölner Team gehört – trotz einer zwischenzeitlichen Durststrecke. Der Lohn: Jessen, die erst vor einem Jahr ans Geißbockheim wechselte, verlängerte ihren Vertrag im Winter vorzeitig bis 2028. Und das, obwohl sogar englische Spitzenteams ihre Fühler ausgestreckt haben sollen. Jetzt geht es aber erst einmal darum, schnell wieder vollständig in den Rhythmus zu kommen. Der FC ist auf Jessens Torriecher in der Bundesliga angewiesen, um die selbstgesteckten hohen Ziele erreichen zu können.
Die Mannschaft scheint bereit für den nächsten Schritt. Carlson lobte ausdrücklich, wie geschlossen ihre Spielerinnen durch die Vorbereitung gegangen seien. „Ich bin sehr, sehr zufrieden, wie die Spielerinnen alle mitgezogen haben“, sagte sie. Vor allem die Bereitschaft, die im Training erarbeiteten Inhalte auch im Spiel umzusetzen, habe ihr gefallen.
Bundesliga-Auftakt bei Eintracht Frankfurt
Damit endet für die FC-Frauen eine Vorbereitung, die kaum erfolgreicher hätte verlaufen können. Fünf Spiele, fünf Siege – dazu ein Erfolg gegen einen potenziellen Europapokal-Teilnehmer und die Rückkehr einer wichtigen Spielerin.
Jetzt zählt allerdings nicht mehr die Vorbereitung. Die Testspiele sind abgehakt, die Ergebnisse werden in wenigen Tagen nur noch eine Randnotiz sein. Was bleibt, ist das Gefühl, gut vorbereitet zu sein. Oder, wie Carlson es formulierte: „Wir gehen jetzt mit einem guten Gefühl in die Woche rein.“ Am Samstag (12 Uhr) wartet der schwere Bundesliga-Auftakt bei Eintracht Frankfurt.
