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LevDogWenn Hunde schwimmen gehen

3 min
Labrador Fiete springt ins Becken im Freibad Wiembachtal.

Labrador Fiete springt ins Becken im Freibad Wiembachtal.

Regen, grauer Himmel und feuchte Herbstluft: Ausgerechnet zum Hundeschwimmen im Freibad Wiembachtal zeigt sich der September von seiner ungemütlichen Seite. 

Über dem Freibad Wiembachtal hängt ein grauer Himmel, es regnet. Die Luft riecht feucht und ein wenig nach Herbst. Eigentlich kein Wetter, bei dem ein Freibadbesuch besonders verlockend klingt. Die Hunde sehen das scheinbar anders. Vor dem Eingang bellt bereits der erste Vierbeiner. Während die Menschen teilweise mit Gummistiefeln und langen Regencapes dem Wetter trotzen, scheint die Vorfreude bei den Hunden ungebrochen. 

Am Eingang werden die Impfpässe kontrolliert. Eine aktuelle Tollwutimpfung ist Pflicht, außerdem müssen die Hunde angemeldet und versichert sein. Erst dann geht es hinein. Wer beim LevDog dabei sein möchte, plant den Termin teilweise lange im Voraus. Das Online-Ticket kann bereits einen Monat vor der Veranstaltung gekauft werden. In den vergangenen Jahren kamen bei gutem Wetter bis zu 1200 Hunde. Dieses Jahr ist das Wetter allerdings eine Herausforderung. „Zum Glück haben wir so ein Wetter noch nicht gehabt“, sagt Tiina Ripatti. Die 53-Jährige vom Sportpark Leverkusen organisiert das Hundeschwimmen seit seinen Anfängen. 

Eine Rampe für den Weg aus dem Wasser

Sie kennt die Veranstaltung seit rund zehn Jahren. Knapp 6000 Hunde haben in dieser Zeit das Freibad insgesamt besucht. „Das ist eine der schönsten Veranstaltungen“, sagt sie. Dass das Hundeschwimmen mittlerweile eine feste Größe ist, zeigt sich auch an den vielen Stammgästen. Manche Hunde kommen seit Jahren immer wieder.

Für den besonderen Badetag wurde das Freibad vorbereitet. Zusätzliche Hunderampen sind ins Becken eingesetzt, damit die Tiere selbstständig und möglichst sicher wieder herauskommen. Auch das Wasser wird anders behandelt als während der normalen Freibadsaison. Seit einer Woche wird kein Chlor mehr zugeführt. Minimale Reste können noch im Wasser vorhanden sein. „Für die Hunde ist das aber nicht schädlich“, erklärt Tiina Ripatti.  Das Wasser bleibt als Frostschutz noch bis zum Frühjahr in den Becken.

Zusätzliche Hunderampen wurden ins Becken eingesetzt, damit die Tiere selbstständig und möglichst sicher wieder herauskommen.

Zusätzliche Hunderampen wurden ins Becken eingesetzt, damit die Tiere selbstständig und möglichst sicher wieder herauskommen.

Ein echter „Schwimmjunkie“

Eine, die auf diesen Tag gewartet hat, ist Liska. Die vierjährige Hündin ist ein „Nova Scotia Duck Tolling Retriever“. Ihre Besitzerin Anne, 34, ist mit ihr aus Köln Holweide hergekommen. „Die sind wasserbekloppt“, sagt Anne über die Rasse. Bei Liska trifft das offenbar besonders gut zu. „Wenn Schwimmbadsaison ist, ist sie immer dabei. Sie ist einfach ein Schwimmjunkie!“   

„Die sind wasserbekloppt“, sagt Liskas Besitzerin über Nova Scotia Duck Tolling Retriever.

„Die sind wasserbekloppt“, sagt Liskas Besitzerin Anne über „Nova Scotia Duck Tolling Retriever“.

„Der größte Feiertag für Hunde“

Georg, 69 Jahre, und Dagmar, 67 Jahre alt, sind mit ihrer Hündin Joy im Schwimmbad. Die sechsjährige Hündin ist ein niederländischer Schäferhund. Solche Hunde wurden früher als Hütehunde eingesetzt, heute findet man sie unter anderem bei Polizei und Zoll. Joy ist vor allem eine Wasserratte.

Für die Veranstaltung haben Georg und Dagmar sogar ihren Urlaub entsprechend gelegt. „Wir nennen das den größten Feiertag für Hunde“, sagt Georg. Besonders praktisch findet er, dass die Tiere hier selbstständig aus dem Becken klettern können. Für Joy ist das wichtig. Sie hatte vor einigen Jahren eine Knieoperation. 

Georg und Dagmar mit Schirm, Charme und Hündin Joy.

Georg und Dagmar mit Schirm, Charme und Hündin Joy.

Fiete vom Plakat ist auch da

Der dreijährige Labrador aus Burscheid ziert das Plakat der Veranstaltung. Fiete besucht bereits seit vier Jahren mit seiner Besitzerin Lena das Hundeschwimmen. Im Alltag hat er eine besondere Aufgabe. Als Schulassistenzhund besucht er die Martin-Buber-Schule in Leichlingen. 

Auf dem Gelände verteilt stehen Info- und Verkaufsstände. Auch die Tiertafel ist dabei. Die Organisation nutzt die Veranstaltung, um auf ihre Arbeit aufmerksam zu machen und Berührungsängste abzubauen. „Damit wir etwas bekannter werden, damit die Menschen keine Angst haben, uns aufzusuchen “, erklärt Sonja Barke. Ansässig ist die Tiertafel in Lützenkirchen. Am kommenden Samstag findet dort bereits die nächste Futterausgabe statt.

Sonja Barke und ihre Kolleginnen machen auf ihre Arbeit bei der Tiertafel aufmerksam.

Sonja Barke und ihre Kolleginnen machen auf ihre Arbeit bei der Tiertafel aufmerksam.

Doch nicht nur für die Tiertafel ist der LevDog eine Gelegenheit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Vor allem ist die Veranstaltung ein Treffpunkt für Hundebesitzer und ihre Vierbeiner. Wie viele Besucher da sind, hängt dabei auch vom Wetter ab. Bis zu 1200 Hunde waren in der Vergangenheit schon an einem Tag dabei. Der Regen dürfte die Besucherzahl diesmal allerdings deutlich geringer ausfallen lassen.