Auf dem Gelände eines ehemaligen Opel-Autohauses an der Von-Ketteler-Straße/Ecke Eifelstraße wurde Richtfest gefeiert.
Leverkusen-Bürrig21 Wohnungen und eine Kita sollen im Sommer 27 fertig sein

Gernot Paeschke hämmert beim Richtfest den symbolischen letzten Nagel in den Dachstuhl
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Aus der Haustür raus, Treppe runter: Und schon ist das Kind in der Kindertagesstätte. Wie könnte die Kinderbetreuung einfacher funktionieren? Für einige Familien könnte das in Bürrig ab Sommer 2027 Realität werden: Dann soll das Gebäude mit 21 öffentlich geförderten Wohnungen und einer Kita im Erdgeschoss fertig sein. „Das wird junge Familien anziehen“, ist sich Oberbürgermeister Stefan Hebbel sicher. Am Dienstag feierte Bauherr Gernot Paeschke mit Handwerkern und geladenen Gästen das Richtfest. Man könne ja gar nicht hoch genug bewerten, welche Leistung die Handwerker auch in der aktuellen Hitzewelle bringen, lobt Paeschke: „Hochachtung!“ Dafür gab es Bratwürste und alkoholfreie Getränke für alle.
Startschwierigkeiten im Projekt
Für Paeschke ist das Projekt durchaus anspruchsvoll, berichtet er: Nach dem Kauf des Geländes eines ehemaligen Autohauses gab es erst noch rechtliche Schwierigkeiten. „Die wollten auf einmal 500.000 Euro mehr haben, als im Vertrag stand.“ Den habe er dann vor Gericht durchsetzen müssen. Es folgten aufwändige Tiefbauarbeiten und auch die weiteren Bauabschnitte mitten im dicht besiedelten Wohngebiet sind herausfordernd: „Es gibt kaum Abstellfläche für Anlieferungen, da muss man viel improvisieren mitten in der Stadt“, sagt Paeschke.

Der Zimmermann (l.) spricht den Richtspruch, Oberbürgermeister Stefan Hebbel, Stadtdirektor Marc Adomat und Gernot Paeschke prosten zu.
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Die neuen Wohnungen haben zwei bis vier Zimmer, auf Wohnflächen von 53 bis 95 Quadratmetern mit Balkon oder Garten und entstehen im öffentlich geförderten Wohnungsbau. Das sei nicht gleichzusetzen mit Sozialwohnungen, betont Paeschke: „Mittlerweile kann jeder zweite Deutsche einen Wohnberechtigungsschein bekommen, das wird ein ganz normales Wohnumfeld.“ Für die Heizung und allgemeine Stromversorgung kommen Luft-Wärme-Pumpen und Photovoltaik zum Einsatz.
Keine Probleme mit der Kita-Auslastung
Träger der Kindertagesstätte wird die gemeinnützige, bundesweit tätige Kita-Kette Stepke. Im August 2025 haben sie mit dem Entdeckerland am Hemmelrather Weg in Manfort die erste Einrichtung in Leverkusen eröffnet. „Wir sind sehr gut in Leverkusen angekommen“, sagt Julia Becker, Stepke-Regionalleiterin für NRW. Man steht mit Stadt, Eltern und Nachbarn in gutem Kontakt. Die aktuelle Diskussion darüber, dass durch sinkende Geburtenzahl nicht mehr alle Kitaplätze belegt werden können, betreffe diese Einrichtung noch nicht. „Wir kennen das von anderen Standorten, aber hier in Leverkusen nicht“, sagt Becker. „Im Gegenteil: Wir haben sehr viele Anmeldungen für das kommende Kitajahr und denken über eine Überbelegung nach.“ Das Konzept des Trägers scheint anzukommen.
Die Kita am Hemmelrather Weg ist sechsgruppig mit Platz für 106 Kinder und liegt abseits der Stadt im Gewerbegebiet. Das ist praktisch für Eltern, die dort arbeiten und ihre Kinder ohnehin mit dem Auto bringen. Außerdem gibt es eine große Außenfläche und keine Anwohner, die sich von Kinderlärm gestört fühlen könnten. Die neue Kindertagesstätte wird viergruppig für bis zu 75 Kinder und verfolgt ein wohnortnahes, eher fußläufiges Konzept. Großen Hol- und Bringverkehr könnten die engen umliegenden Straßen auch nicht verkraften. Immerhin gibt es in der Tiefgarage der Mietwohnungen auch Stellplätze für Mitarbeitende der Kita. Die unterschiedlichen Standorte haben beide Vor- und Nachteile, erklärt Becker: „Hier in der Innenstadt können wir schneller mit den Kindern mal irgendwo hingehen.“ Und: Die Kinder können eventuell nach dem Spielen einfach wieder die Treppe nach oben nach Hause gehen.
