Nach sechsjähriger Pause belebt die Veranstaltung den Bürgertreff in der Alten Feuerwache in Wiesdorf.
KulturfestIn Leverkusen geht es wieder „Rund um die Welt“

Gesang aus Albanien belebte das Kulturfest.
Copyright: Jessy Schmidt
„Was ist denn hier los?“ Eine Frau steckte am Freitag ihren Kopf in den Eingang des Quartiertreffs „Alte Feuerwache“ in Wiesdorf. Rund 60 Stühle standen im Raum. Ein Banner der Interlev war in einer Ecke aufgestellt. Hinter den Stuhlreihen prangte auf Tischen ein Buffet mit Speisen und Getränken. Eine Leinwand war im vorderen Teil des Raums vorbereitet, und ein Laptop bereitgestellt.
Was los war? Die Interlev-Veranstaltung „Rund um die Welt“ war nach sechsjähriger Pause zurück. Gemeinsam mit der City-Kirche organisiert, brachte diese Veranstaltung den Menschen seit 2013 ein anderes Land nahe.
Völkerverständigung auf der Agenda
„Wir legen großen Wert auf kulturelle Veranstaltungen und Völkerverständigung“, erklärte der Vorsitzende von Interlev, Jannis Goudoulakis. In den vergangenen Jahren stand jeweils ein Land im Mittelpunkt. Nach dieser langen Pause, ausgelöst durch die Coronapandemie und den Wunsch der Vereinsmitglieder, das Land ihrer Ahnen vorzustellen, waren es am Freitag sogar drei Länder von zwei Kontinenten, die im Fokus von „Rund um die Welt“ standen: die Demokratische Republik Kongo und Marokko aus Afrika und Albanien aus Europa. Neben vielen Informationen und Geschichten brachten der Referent und die Referentinnen Speisen aus ihren Ländern mit.
Auch die anderen Mitglieder des Vereins steuerten etwas bei. Die Begrüßung der Gäste übernahmen der erste Vorsitzende von Interlev, der Kulturreferent Sam Kofi Nyantakyi und Ralf Schiefer von der City-Kirche.

Der Vorsitzende von Interlev, Jannis Goudoulakis, Kulturreferent Kofi Nyantaki, Ralf Schiefer von der City-Kirche am Mikrofon (von links).
Copyright: Jessy Schmidt
„Es ist wichtig geworden, Räume für Dialoge zu schaffen. Unser Miteinander nicht nur auf dem Papier zu schaffen“, sagte der Kulturreferent. Dann bekamen die Referierenden das Wort: Toussaint Botulli sprach über die Demokratische Republik Kongo, Dhespina Xhaholli brachte den Menschen ihr Geburtsland Albanien nahe. Und Naima Azemmaz erzählte von Marokko.
Die Referierenden hatten Spannendes zu erzählen
Es waren Geschichten von Aufbruch in die Fremde, von Neuorientierungen, neuen Sprachen und Ankommen. „Die Frage, wo ich herkomme, ist einfach zu beantworten“, sagte Xhaholli. „Albanien. Wo ich zu Hause bin, nicht so, denn ich bin jetzt ebenso hier zu Hause.“ Sie trägt zwei Heimaten im Herzen, spricht beide Sprachen und hat sich nach einer Ausbildung und einem Studium eine Existenz aufgebaut.
Aber es ging auch um die Geschichte, die Traditionen und um Politik. Um Alltagsabläufe, geografische Lage und das, was die Länder in ihrer reichen Kultur ausmacht. Und es gab viel zu lernen.
In Afrika spricht man mehr als eine Sprache
„Ich bin mal gefragt worden, ob ich Afrikanisch spreche“, erzählte Botulli mit einem Schmunzeln. Der Kontinent hat mindestens 54 Länder mit eigenen Sprachen. Und jedes Land hat jeweils noch ethnische Gruppen. Auf dem Kontinent werden schätzungsweise 2000 bis 3000 Sprachen gesprochen. Nein, er spricht nicht alle Sprachen Afrikas.
Die Amtssprache der DR Kongo ist Französisch. Er erzählte auch davon, wie seine Familie es schafft, Teile ihrer kulturellen Prägung mit dem Leben in Deutschland zu kombinieren.
Eine albanisch-kulturelle Besonderheit war eine Gesangsgruppe, die den isopolifonen Gesang präsentierte. Dieser Gesang ist ein traditioneller, mehrstimmiger Gesangsstil aus dem Süden Albaniens. Seit 2005 gehört er zum Unesco-Weltkulturerbe.
