Das Umweltamt hat nach einer Inspektion der Abbruchbaustelle an der Autobahn 1 reagiert.
UmweltamtAutobahn GmbH muss die Dhünnaue in Leverkusen wieder sauber machen

Unter der Hochstraße A (ehemals die Autobahn 1) in der Dhünnaue läuft der Verkehr zurzeit noch weiter. Die Baustelle hat das Umweltamt inzwischen inspiziert.
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Das Leverkusener Umweltamt hat nach einer Inspektion der Abbruchbaustelle an der Autobahn 1 reagiert. Dort waren beim Zerkleinern des geschraubten und genieteten Stahlhohlkastens mit einem Bagger mit einer Schrottschere massenhaft Stücke vom alten Schutzanstrich abgeblättert, zersplittert und auch auf den nackten Boden in die Dhünnaue gefallen. Die Stücke lagen dort in Größen von handtellergroß bis zu winzig kleinen grünen und roten Splittern. Die von diesen Kunststoffteilen ausgehende Gefahr kann jeder leicht selbst abschätzen, denn beim nächsten Hochwasser würden die Kunststoffpartikel von der Dhünn weggeschwemmt werden.
Es gab Beanstandungen: Die Autobahn GmbH muss dafür sorgen, dass die beim Abbruch der Autobahn 1 abgeplatzten Stücke des alten Schutzanstrichs wieder eingesammelt werden. Die Stadtverwaltung schreibt, dass der bei der Hochstraße A aufgebrachte Korrosionsschutz laut dem Gutachten, das die Autobahn GmbH vorgelegt habe, kein Blei enthalten soll. Dieses und all die anderen Gutachten werden von den staatlichen Stellen grundsätzlich nicht öffentlich zugänglich gemacht.

Fetzen und Splitter vom Korrosionsschutz lagen und liegen auf der Erde.
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Der Korrosionsschutz soll zinkhaltig sein. Das erklärt, weshalb die abgeplatzten Stücke des Anstrichs schwerer sind als normaler Kunststoff: Sie sinken im Wasser nach unten. Dieser Schutzanstrich stelle „keine unmittelbare Umweltgefährdung dar“, schreibt eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Das sei anders als bei der eigentlichen Autobahnbrücke, die unter erheblich strengeren Auflagen abgebrochen werden musste, weil sie mit Bleimennige grundiert gewesen ist. Die Brücke musste zerschnitten und in einem Schutzzelt sandgestrahlt werden, weil Blei stark giftig ist. In dem Zelt wurde künstlich Unterdruck erzeugt.
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Gerüst soll verhindern, dass Teile ins Wasser fallen
Auch beim Abbruch der Hochstraße A gibt es Auflagen: Ein Schutzgerüst, eine Art Überdachung der Dhünn, soll verhindern, dass Teile ins Wasser fallen. In der Nähe der Überdachung liegt zudem eine Folie, um den Auenboden zu schützen. Direkt über der Dhünn darf man die Hochstraße nicht mit der Schrottschere zerkleinern; dieser Anteil und die schweren Hohlkästen der Brücke, die jetzt noch auf den Pfeilern liegen, sollen heruntergehoben und am Boden zerkleinert werden.

Autobahn1 Abbruch der Hochstraße A über der Dhünn. Dabei blättert der Schutzanstrich ab.
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In einem gemeinsamen Ortstermin mit Vertretern der Autobahn GmbH, der Stadt Leverkusen und dem Abbruchunternehmen sei festgestellt worden, dass Farbabplatzungen auch über die ausgelegte Folie hinaus niedergegangen seien.

Das Baufeld mit dem zerwühlten Boden.
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Das hatten auch Leser unserer Zeitung gesehen und um Berichterstattung gebeten. Die Partikel auf der Folie würden tagesaktuell vom Auftragnehmer abgesammelt, um einen nachträglichen Eintrag in die Dhünn zu unterbinden, schreibt die Sprecherin. Und: Wo keine Folie liegt und jetzt die Splitter liegen, sollen nach Beendigung des Abbruchs einige Zentimeter des Oberbodens abgezogen und entsorgt werden. Das wird schwierig: Die Partikel sind inzwischen durch die Baggerketten teils sehr viel tiefer ins Erdreich untergewühlt worden.

Die Hochstraße A (ehemals die Autobahn 1) in der Dhünnaue wird abgebrochen.
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Die Hochstraße A stammt ungefähr aus derselben Zeit wie die alte Autobahnbrücke, das Baujahr liegt vor 1965. Der Hohlkasten wurde noch weitgehend genietet, soweit man das sehen kann. Ob die Hochstraße A früher einen bleihaltigen Anstrich hatte, was vielfach üblich war, und der inzwischen ausgetauscht wurde, ist unbekannt, das Umweltamt schreibt dazu nichts. Die Autobahn GmbH hat eine andere Kommunikationsstrategie: Auf Antworten zum Abbruch und Korrosionsschutz wartet die Redaktion seit über einer Woche.
Ein ähnliches Problem hat auch die Stadtverwaltung, denn die Sprecherin schreibt: „Unterlagen zum Abbruchvorhaben sind nicht, wie mit der Autobahn GmbH vereinbart, der Stadt Leverkusen rechtzeitig vorab vorgelegt worden.“

