„Wer will schon Geschichten über Verbrecher hören“, fragt Irmchen Lenchen irgendwann einmal. Lenchen, eigentlich Helene, ist die Protagonistin einer Kurzgeschichte der Leverkusener Autorin Regina Schleheck mit dem Titel „Irmchen“, die sie in der Anthologie „Mord ist ihr Metier“ herausgegeben hat.
Dass viele Menschen „Geschichten über Verbrecher“ hören wollen, ist hinlänglich bekannt. Oder sehen, oder lesen. So wie die Geschichten von Schleheck, die aber nicht nur Krimis, sondern auch Prosa, Romane und Hörspiele veröffentlicht hat und dafür mit diversen Preisen ausgezeichnet wurde. In „Mord ist ihr Metier“ bringt die Leverkusenerin 30 Kurzkrimis von „Mörderischen Schwestern“ heraus. Ein Netzwerk von Autorinnen, das es inzwischen seit 30 Jahren gibt.
In „Irmchen“ geht es um die Altenpflegerin Helene und Irmgard Moser. Sie bewohnt Mitte/Ende der 80er als Frau, die auf die 80 zugeht, das Pflegeheim in Köln, in dem Helene arbeitet. Die beiden verstehen sich auf Anhieb: „Kumm erin, Hätzje“, sagt Irmchen. Der Zungenschlag bringt Helenes „Hätzje“ zum Schmelzen. Auch dass sie einen Wellensittich hat – Helene hat einen Hund namens Sherlock –, stärkt die Verbindung der beiden: „Wer Tiere mag, kann kein schlechter Mensch sein“, sagt Helene.
Lesung in der Stadtbibliothek
Ohne zu viel zu verraten: Irgendwann geschieht etwas, das die Kurzgeschichte zerschneidet. Der Leser oder die Leserin hat Schwierigkeiten, das, was nach einem Gespräch von Lenchen und ihrer Chefin passiert, mit dem zusammenzubringen, was zuvor geschehen ist. Natürlich gibt es einen Zusammenhang, und der soll an dieser Stelle ein Geheimnis bleiben. Sicher ist nach Lektüre der Kurzgeschichte: Menschen wollen definitiv „Geschichten über Verbrecher“ lesen.
Über die Anthologie schreibt der KVB-Verlag: „Mit spitzer Feder, schwarzem Humor und krimineller Fantasie präsentieren die Autorinnen eine ebenso abwechslungsreiche wie vergnügliche Leistungsschau ihres mörderischen Metiers. Kriminelle Frauenpower vom Feinsten!“
Am Dienstag, 27. Oktober, 18.30 Uhr, stellt Regina Schleheck die Anthologie der „Mörderischen Schwestern“ näher vor, ebenso wie „Festlich morden“, einen Band mit weihnachtlichen Kurzkrimis, der im vergangenen Jahr im Emons-Verlag erschienen ist. Geplant ist auch, mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Der Eintritt ist kostenfrei, man kann sie in der Stadtbibliothek in Wiesdorf, Rathaus-Galerie, geöffnet von 10 bis 18 Uhr, bekommen. Auch eine Reservierung unter 0214/4064240 und per E-Mail unter info@stadtbibliothek-leverkusen.de ist möglich.
Über die Autorin
Regina Schleheck ist Autorin, Lektorin, Herausgeberin, Dozentin und fünffache Mutter. Früher arbeitete sie als Lehrerin. 2024 gewann sie den Neunkirchener Krimipreis und den ersten Literaturpreis der VHS Köln. 2026 wurde sie mit dem ersten Preis des VS NRW für einen Bachmann-Literaturwettbewerbstext ausgezeichnet.

