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LeverkusenBei „Türen auf mit der Maus“ lernen Kinder das Funken

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Erwachsene und Kinder in einem Klassenzimmer

Unter Anleitung der Funkexperten bastelten die Kinder Schaukeln, die unendlich schwingen sollten.

Bei den Leverkusener Funkamateuren konnten Kinder am Samstag mit Funkgeräten experimentieren.

Im Rahmen des Aktionstages „Türen auf mit der Maus“ öffneten die Funkamateure in Leverkusen ihre Türen für junge Funkinteressierte. Der Verein der Funkamateure in Leverkusen ist der zweitgrößte der insgesamt 160 Ortsvereine des Bundesvereins „Deutscher-Amateur-Radio-Club“. Funkexperten bieten Amateurfunkkurse sowie „Bastel“-Kurse für Erwachsene und Jugendliche an, bei denen technisches Wissen vermittelt wird. Treffpunkt ist das Werner-Heisenberg-Gymnasium, das wegen seines MINT-Schwerpunktes die Amateurfunker gerne empfängt.

Um das Funken spielerisch an die Besucher des Maustages heranzuführen, verteilte der Verein Handfunkgeräte, mit denen die Kinder über den Schulhof rennen und kommunizieren konnten. „Wir haben eben „Versteckfangen“ gespielt. Dabei hat sich eine Person versteckt und wir anderen haben uns über Funk unsere Position durchgegeben, um die Person einzukesseln“, erzählt der achtjährige Leo begeistert.

Passend zum Motto des Maustages „Kleine Wunder“ bauen die Kinder in einem Klassenzimmer angeleitet eine kleine Schaukel, die durch eine Batterie, einen Draht und einen Magneten unendlich schaukeln soll. Auf der Schaukel sitzt eine kleine WDR-Maus. In einem Funkpeilwagen können die Kinder zu Funkern auf der ganzen Welt und zu anderen Mausfans, die bei den Funkamateuren an anderen Standorten sitzen, Kontakt aufnehmen und lernen den Ablauf eines Funkgesprächs kennen. Das Wichtigste ist, dass sie den Namen der Station im internationalen Funkalphabet buchstabieren und sich dabei eindeutig als Trainee zu erkennen geben.

Ein Kind sitzt an einem Funkgerät.

Aus einem Funkpeilwagen konnten die Kinder Kontakt zu anderen Mausfans in Deutschland aufnehmen.

Daneben sitzen muss immer ein erfahrener Funker, denn nur wer eine Funklizenz besitzt, darf Funksignale absenden. Eine Amateurfunklizenz ist der erste Schritt, um ein Verständnis für Funktechnik zu erlernen. So ist auch der ESA-Astronaut Alexander Gerst lizensierter Funkamateur und sprach 2018 während seiner ISS-Mission über Funk mit Schülern des Werner-Heisenberg-Gymnasiums.

Scheck der Amateurfunker

„Die Kooperation mit den Amateurfunkern ist eine Win-Win-Situation, weil wir dem Verein die Räumlichkeiten stellen und dadurch unsere Schüler direkte Berührungspunkte mit dem Angebot des Vereins haben“, sagt Schulleiter Kai Vrancken. „Die Kurse haben ein naturwissenschaftlich hohes, aber dem Alter der Schüler trotzdem angemessenes, Niveau und die Schüler haben die Möglichkeit, von Experten zu lernen, die mit Leidenschaft dabei sind“, erzählt er weiter.

Am Samstag überreichte der Amateurfunkverein dem Gymnasium einen Scheck über 1000 Euro. Das Geld stammt aus dem Erlös der privat finanzierten Funkgeräte und Utensilien eines ehemaligen Mitgliedes des Vereins, der im Jahr 2024 gestorben war. „Das Geld wird in die Naturwissenschaftsförderung der Schule investiert. Da die Stadt sehr klamm ist, ist eine solche finanzielle Unterstützung sehr wertvoll für uns“, sagte Vrancken.

Politik und Religion sind Tabuthemen beim Funken

Stefan Bartholme ist schon als Jugendlicher zum Funken gekommen. „Als ich mit 18 Jahren mit meiner Band unterwegs war und wir in verschiedenen Autos saßen, konnten wir über Funk kommunizieren. Damals gab es nämlich noch keine Handys“, erzählt er. „Heutzutage wählt man eine Nummer in seinem Handy und erreicht die Person, die man ausgewählt hat. Beim Funken schaltet man sich aber auf eine Frequenz und es kann passieren, dass man mit Menschen aus Russland, den USA oder einer Pazifikinsel spricht“, sagt Bartholme.

Dabei gibt es eine wichtige Regel: Es wird nicht über Politik oder Religion gesprochen. „Wenn ich zum Beispiel mit jemandem aus Russland spreche und ihn nach seiner Meinung zu Putin frage, könnte ich die Person damit in Gefahr bringen“, erklärte Bartholme.

Am Donnerstag, 15. Oktober, sind Neugierige und Funkbegeisterte jeden Alters um 18 Uhr zur Infoveranstaltung der Funkamateure am Werner-Heisenberg-Gymnasium eingeladen.