1976, vor 50 Jahren, wurde das Werner-Heisenberg-Gymnasium in Lützenkirchen eröffnet. Das wird in diesem Jahr gefeiert.
JubiläumLeverkusener Werner-Heisenberg-Gymnasium steht für naturwissenschaftliche Bildung

Auf einer Plane ist zu sehen, wie die vordere Front des Gymnasiums nach Fertigstellung aussehen wird.
Copyright: Peter Seidel
Den Weg zum Werner-Heisenberg-Gymnasium (WHG) weist schon aus etwas weiterer Entfernung der Baukran, der hinter dem Schulgebäude in den grauen Januarhimmel ragt. Das Schulgebäude ist weiterhin eine Baustelle. Bauzäune stehen auf den Schulhöfen vorne und hinten, Teile der Fassade sind eingerüstet – auch wenn die Sanierung im Innern, abgesehen von der Heizungsanlage, abgeschlossen ist und die Aula seit Anfang Dezember 2023 nach ihrer Sanierung wieder genutzt werden kann.
Doch jetzt geht es um die Sanierung und Dämmung der Fassade, um neue Fenster und eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach. Außerdem entsteht direkt links neben dem Haupteingang eine neue Pausenhalle. „Man sieht immerhin unseren Schriftzug vorne am Eingang wieder“, sagt Schulleiter Kai Vrancken im Gespräch mit dem „Leverkusener Anzeiger“. Aber bis auch die Innenhöfe, rechts und links der Aula, neu mit Grün gestaltet und mit Sitzgelegenheiten ausgestattet sind, dauere es noch bis in die Sommerferien.
„Und das war dann der Grund, warum wir beschlossen haben, unser Fest zum Jubiläum nicht im Frühjahr, sondern am Samstag, 10. Oktober, zusammen mit unserem Jazzfest zu feiern“, so Vrancken. Gefeiert werden muss aber auf jeden Fall dieses Jahr: Denn 1976, vor 50 Jahren, wurde das Werner-Heisenberg-Gymnasium in Lützenkirchen eröffnet.
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Kai Vrancken in der Leseecke der Bibliothek des Gymnasiums: Er leitet das Heisenberg seit dreieinhalb Jahren.
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Insgesamt werde die Sanierung vermutlich im Frühjahr 2027 abgeschlossen sein, so der Schulleiter. Demnächst müsse der gesamte Verwaltungstrakt ausziehen, damit auch dort saniert werden könne. Zurück gehe es dann vermutlich in den Osterferien 2027.
Umziehen müssen auch die Jungen und Mädchen an der Schule – täglich des Öfteren. Denn das Heisenberg arbeitet mit dem Fachraumkonzept. Die Mädchen und Jungen wechseln nicht nur in den Natur-, sondern auch in den Gesellschaftswissenschaften von Fachraum zu Fachraum. Das Konzept helfe, auch beim G9-Vollausbau der vierzügigen Schule, der im kommenden Schuljahr ansteht, mit den vorhandenen Unterrichtsräumen auszukommen, so Vrancken.
Das Gymnasium machte im vergangenen November auf sich aufmerksam, als es als erste weiterführende Schule in der Stadt ein Handyverbot auf dem Schulgelände einführte. Die Rückmeldung aus der Schulgemeinschaft dazu sei weiterhin im Grundtenor positiv, berichtet der Schulleiter. Natürlich gebe es Schülerinnen und Schüler, die versuchten, das Verbot zu umgehen und man arbeite in der Lehrerschaft noch an einem pädagogisch einheitlichen Umgang mit solchen Verstößen.

Der Hintereingang der Schule ist derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt.
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Um aber nicht nur etwas zu verbieten, sondern den Schülerinnen und Schülern auch etwas Neues anzubieten, erweitert Schule ihr Ganztagsangebot für die Langtage. Montag, Mittwoch und Donnerstag können sie in ihrer langen Mittagspause zwischen vielen verschiedenen AGs wählen, unter anderem geht es um Badminton, Häkeln oder die Produktion eines eigenen Hörspiels.
Ganz dem Namenspaten gemäß hat die Schule seit vielen Jahren einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Schwerpunkt, bietet in allen dazugehörigen Fächern – neuerdings auch in Informatik – einen Leistungskurs in der Oberstufe an und macht den Kindern in der fünften sowie der siebten und achten Klasse mit projektorientierten Kursen zusätzliche Angebote. Die Schule macht dabei auch mit Aufsehen erregenden Aktionen auf sich aufmerksam. 2018 gelang ein Funkkontakt zu ISS-Astronaut Alexander Gerst. 2021 ließ die Astronomie AG einen Stratosphärenballon mehr als 37 Kilometer hoch steigen und sammelte Daten aus der Luft. Außerdem gibt es an der Schule ein neu eingerichtetes MINT-Labor, die Schule kooperiert mit den Funkamateuren Leverkusen und fördert die Teilnahme an Wettbewerben in den MINT-Fächern, zählt Vrancken auf.
Zudem ist das WHG MINT-Excellence-Schule – wie das Landrat-Lucas-Gymnasium und das Lise-Meitner-Gymnasium auch. Mit diesen beiden und dem Leichlinger Gymnasium, das gleichfalls einen MINT-Schwerpunkt hat, kooperiert das Heisenberg und tauscht sich aus.
Der zweite Schwerpunkt der Schule ist der französisch-bilinguale Zweig. In jeder fünften Jahrgangsstufe soll es möglichst eine Klasse geben, in der von Beginn an neben dem Französischunterricht Gesellschaftswissenschaften auf Französisch unterrichtet werden. Seit mehr als 25 Jahren pflegt das Gymnasium einen Austausch mit einer Schule in St. Germain-en-Laye bei Paris. Gefragt, ob das WHG hier nicht dem allgemeinen Trend folge und mit rückläufigem Interesse an Französisch zu kämpfen habe, berichtet Vrancken, dass die Anmeldezahlen für die Sprache nach der landespolitischen Rolle rückwärts zu G9 langsam wieder stiegen: „Die jetzige 5f ist mit 31 Kindern die größte Klasse in der Jahrgangsstufe 5.“
Entstanden aus zwei anderen Schulen
Das Werner-Heisenberg-Gymnasium entstand 1976, ein Jahr nach der kommunalen Gebietsreform, aus der evangelischen Ina-Seidel-Schule, die genau 100 Jahre zuvor in Opladen gegründet worden war, und der Landrat-Lucas-Schule II, das war der neusprachliche Zweig des Landrat-Lucas-Gymnasiums. Den Beschluss hatte noch der Rat der Kreisstadt des Rhein-Wupper-Kreises, Opladen, 1974 gefasst. Den Namen des 1975 gestorbenen, berühmten Physikers Heisenberg bekam die Schule auf Anregung zweier Physiklehrer, wie auf der Schulwebseite nachzulesen ist. Das vierzügige Gymnasium hat etwa 830 Schüler, die von 70 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet werden.
Am Samstag, 7. Februar, ist für die Viertklässler aus Leverkusen und deren Eltern Tag der offenen Tür am Heisenberg. Zwischen 10 und 14 Uhr können sie sich die Schule ansehen, bei Aktionen mitmachen und mit Lehrerinnen und Lehrern ins Gespräch kommen. Die eigentliche Anmeldephase fürs nächste Schuljahr läuft von Montag, 23. Februar, bis Dienstag, 3. März.
Wer sich als Externer informell schon mal für das Schuljubiläum anmelden will, kann das per E-Mail tun. Außerdem will das WHG das Jubiläumsfest über Instagram („whgleverkusen“) bewerben. (ps)
jubilaeum@whg-lev.de

