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„Drop it like it's hot“Kunstverein Leverkusen eröffnet neue Ausstellung  in Morsbroich

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Frau in einem Raum vor Schafsfell

Künstlerin Anna Matzek eröffnet am Freitag, 30. Januar ihre Ausstellung im Kunstverein Schloss Morsbroich. 

Die Leverkusener Künstlerin Anna Matzek, bekannt aus dem Künstlerbunker Opladen, stellt ab Freitag, 30. Januar ihre Werke im Kunstverein aus. 

Anna Matzek ist ursprünglich aus Haan, als Künstlerin ist sie in Leverkusen vor allem im Opladener Künstlerbunker aktiv. Ab Freitag, 30. Januar, bis Sonntag, 8. Februar, können Kunstbegeisterte ihre Ausstellung „Drop it like it's hot“ im Rahmen des „Lokalen Fensters“ in den Räumen des Kunstvereins in den Remisen von Schloss Morsbroich besuchen.

Wer die Ausstellungsräume betritt, findet sich vor einer Wand, auf die das Meer projiziert wird, davor befinden sich zahlreiche große Schilfrohre im Raum verteilt. Nach einigen Minute, gerade wenn der Zuschauer anfängt sich mit der Meeresprojektion wohlzufühlen, kommen plötzlich Zeichnung von Spielzeugsoldaten zum Vorschein, die sich mittels Stop-Motion-Technik vor der Projektion hin und her bewegen. Bei Stop-Motion werden unbewegte Objekte durch das Fotografieren von einzelnen Bildern und deren Aneinanderreihung in Bewegung gesetzt.

Die Künstlerin erklärt, das Meer erwecke ein positives Gefühl, das durch den Auftritt der Soldaten gestört werde. „Das Leben ist auch so komplex und es tauchen immer wieder vergangene Sachen auf, an die man sich eigentlich nicht erinnern möchte“, ergänzt Matzek. Sie komme aus einer Familie der Kriegs- sowie Nachkriegsgeneration und habe für ihre Werke viel zu ihrer Familiengeschichte recherchiert. „Das kann oft sehr schmerzhaft sein“, sagt die Künstlerin.

Von der Familiengeschichte geprägt

Ihrer Familiengeschichte, vor allem der ihrer Oma, die sie nie gekannt habe, verdankt Matzek ihre Liebe zu Tieren, besonders für Schafe. Mit ihrem Werk „Franz Arsch gehört Oma“ zeigt die Künstlerin erneut, wie ungewollte Erinnerungen in unscheinbaren Dingen – wie eben in einem Schafsfell – auftreten können.

Dabei hat die Künstlerin aus Schafsfell unterschiedliche Gesichtsausdrücke dargestellt, die laut Susanne Wedewer-Pampus vom Kunstverein „irritierend seien“. Sie erklärte: „Das Schafsfell ist eigentlich niedlich, aber wirkt hier irritierend.“ 

Das Werk sei benannt nach ihrem Schaf Franz, das die Künstlerin mit finanzieller Unterstützung ihrer anderen Oma vor dem Schlachten gerettet habe. Die Gesichtsausdrücke seien „Geister der Vergangenheit“, die den Mensch verfolgten, so die Künstlerin.

Unangenehmes Eis und schneebedeckter Wald

In ihrem Werk „Drop it like it's hot“ wolle die Videokünstlerin den Umgang mit unangenehmen Situationen und Gefühlen thematisieren. Auf einem Film an der Wand zeigt die Künstlerin, wie sie ein großes Stück Eis in der Hand hält und sie gründlich abtastet.

Sie erklärte, dass es eine unangenehme Erfahrung gewesen sei: „Das Eis ist lange nicht geschmolzen und es wurde langsam eklig.“ Darauf folgt ein Videoabschnitt, in die Künstlerin die Nummer zehn an eine Hauslampe malt. 

Die Lampe habe sie aus dem Haus ihrer Großeltern abgenommen, bevor dieses abgerissen worden sei. Für Matzek sei das eine belastende Erinnerung gewesen. Daher zeigt das Video auch eine Reflexion von Matzeks Auge in der Lampe, wie sie leer und traurig schaut. 

In ihrem Werk „Mother and son grieving“ zeigt die Künstlerin ein Video, auf dem sie sich mit ihrem Sohn in einem schneebedecktem Wald bewegt. Eigentlich wolle Matzek im Kreis gehen, um zu trauern, doch sie und ihr Sohn bewegen sich ständig anders. Matzek erzählt, das Werk solle darstellen, wie zwei Menschen gemeinsam etwas machen, obwohl sie langsam einander loslassen, eine Gemeinsamkeit in Einsamkeit. 

Letzlich füllt jeder die eigenen Gedanken.
Anna Matzek, Künstlerin

In ihrer Arbeit spiegelt Anna Matzek oft ihre eigene Geschichte und familiären Hintergrund wieder. Um sie verstehen zu können, müsse man allerdings den Hintergrund nicht kennen. „Letztlich füllt jeder die eigenen Gedanken“, ergänzt die Künstlerin.

Vom 31. Januar bis zum 8. Februar können Kunstbegeisterte die Werke von Anna Matzek, freitags von 13 Uhr bis 17 Uhr sowie am Wochenende zwischen 11 Uhr und 17 Uhr in den Räumlichkeiten des Kunstvereins am Schloss Morsbroich besuchen. Der Besuch sei auch nach telefonischer Vereinbarung unter 0173/6391339 möglich.