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Karnevals-Ausstellung mit Thema „Sünde“Zur Eröffnung gibt es den „doppelten“ Prinz Rogério

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Ellen Loh-Bachmann und Klaus Wolf vor zwei Werken.

Ellen Loh-Bachmann (r.) und Klaus Wolf zählen zu den zahlreichen Künstlerinnen und Künstlern, die sich an dem Projekt beteiligt haben.

Viel Karnevalsbezug, allerdings auch einiges Gesellschaftskritisches, ist in den kommenden zweieinhalb Wochen im Künstlerbunker ausgestellt.

Die Session in der heißen Phase, Prinz Rogério schon seit Wochen umtriebig und im Leverkusener Stadtgeschehen omnipräsent. Einen Termin, der sich so langsam für die Leverkusener Karnevalsprinzen zu einer Tradition entwickelt, nimmt er auch Anfang Februar nur allzu gern wahr. Am Sonntag, 1. Februar, eröffnet er die Ausstellung „Karnevalissimo V“ ab 11.30 Uhr. Wie viel er bei seiner Rede zum Thema der Ausstellung beitragen will, wird durchaus spannend sein – immerhin dreht sich im Opladener Künstlerbunker diesmal alles um die „Sünden“.

Dementsprechend hatten die Beteiligten der AG Leverkusener Künstler einmal mehr die Gelegenheit, der Kreativität freien Lauf zu lassen – so wie auch bei den vorherigen vier Ausgaben der Karnevals-Ausstellung.

Sünden-Ausstellung zwischen Fleischeslust und Trump

Einige der Werke der Künstlerinnen und Künstler stellen die Sünden, wenn man sie denn so bezeichnen will, dar, die sich auch über die Karnevalstage begehen ließen. Immerhin trägt ein Werk den Titel „Zu mir oder zu dir?“, darüber hinaus thematisieren gleich mehrere Werke die Fleischeslust und stellen diese auch zur Schau. 

Es sei aber gesagt: Das bedeutet längst nicht, dass „Karnevalissimo V“ nicht kinderfreundlich ist. Die Fleischeslust-Aspekte sind subtil, dazu ein Highlight der Ausstellung die Zusammenarbeit mit vielen Schülerinnen und Schülern und gar Zeichnungen von Kita-Kindern. Sie schweben im Künstlerbunker über den Ausstellungsgästen, wenn sie die Werke der AG-Mitglieder begutachten. Karneval ist nun mal ein Fest für Klein und Groß – und die Ausstellung eine von zahlreichen Möglichkeiten der AG, auch Nachwuchskünstlerinnen und -künstler einzubeziehen. Dazu zählen auch Workshops. Für die nächste Generation dürfte also gesorgt sein.

Es werden aber längst nicht nur Werke mit Karnevalsbezug und einem Augenzwinkern ausgestellt, die politischen und gesellschaftskritischen Botschaften so mancher Ausstellungsstücke sind nicht zu übersehen. In „Geisterzug“ ließ Künstler Axel Weißhaupt unter anderem die Gesichter von Donald Trump und dem ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro oder auch von Wladimir Putin und Baschar al-Assad verschmelzen. Dabei wurde jedes Mischportrait mit einer Bezeichnung verknüpft, die sie zu „Sündern“ macht. Bei Trump und Bolsanaro ist das „Lügner“, bei Putin und al-Assad „Diktatoren“.

Ein Mischportrait aus Donald Trump und Jair Bolsonaro.

Ein Mischportrait aus Donald Trump und Jair Bolsonaro ist ebenfalls Bestandteil der Sünden-Ausstellung.

Putins Wirken wird in gleich mehreren weiteren Bestandteilen der Ausstellung thematisiert – darunter in „Masken der Macht“ von Ellen Loh-Bachmann (Eloba). In acht Kohlezeichnungen greift sie die politischen Zustände der Gegenwart auf, etwa Russlands Klage gegen den Düsseldorfer Karnevals-Wagenbauer Jacques Tilly.

Nur wenige Meter neben Trump, Putin und Co. hat derweil auch Prinz Rogério seinen Platz in der Ausstellung gefunden – er muss sich aber keine Sorgen machen, bei ihm steht dies nicht im Kontext des Rufes als „Sünder“. Als gewissermaßen stellvertretendes Bild für die komplette Ausstellung hat Eloba noch einmal ihr Werk „Karnevalissimo“ überarbeitet – damit es auch zur fünften Ausgabe aktuell bleibt. Wo in den vergangenen Jahren auf dem farbenfrohen Karnevalsbild erst das Gesicht von Prinz Mally I. und Prinz Marco I. mit einer Maske zu sehen war, wurde die Arbeit nun mit dem Gesicht von Prinz Rogério I. auf einen neuen Stand gebracht. Eine vierte Runde wird es dabei aber nicht geben, nach der Ausstellung 2026, die mit der Finissage am Aschermittwoch endet, geht das Werk in den Ruhestand.

Zur Vernissage wird es aber erst einmal den „doppelten“ Rogério geben – als Bestandteil eines der Werke und als Eröffnungsgast. Bestandteil des Auftaktes werden auch Büttenreden zur Kunst und ein Auftritt von „Brigitte Riviera & Band“ aus Leverkusen sein. Nach der zweieinhalbwöchigen Ausstellung beginnt dann ja ohnehin die Fastenzeit, bekanntlich ein Zeitraum, in dem auch gern mal die eine oder andere kleine Sünde begangen wird. Das Thema wird also auch nach Karneval präsent bleiben.