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Grundwasser in LeverkusenAuch die Denso will mehr Wasser fördern

Als Grund für die Steigerung der Grundwasserförderung bei Denso wird erhöhter Kühlwasserbedarf angeführt, der auch wegen des Klimawandels steigen soll.

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Denso sitzt an der Felderstraße in Rheindorf.

Denso sitzt an der Felderstraße in Rheindorf.

Die Rheindorfer Firma Denso Chemie an der Felderstraße hat einen Antrag gestellt und möchte ihre eigene Grundwasserförderung um 40 Prozent steigern: von jährlich 75.000 Kubikmeter auf 120.000 Kubikmeter jedes Jahr. Im Antrag schreibt das Unternehmen, es benötige das Wasser zu Kühl- und Reinigungszwecken ihrer Produktionsanlagen. Da die beantragte Menge über 100.000 Kubikmetern liegt, ist eine etwas detailliertere Prüfung vorgeschrieben und Betroffene können noch bis zum 23. November Stellungnahmen abgeben. Die Antragsunterlagen von Denso sind im Beteiligungsportal der Stadt Leverkusen abrufbar.

Laut aktuellem Leverkusener Amtsblatt soll die geplante Grundwasserförderung für die Sicherung der Produktionsabläufe zwingend erforderlich sein. Sie dient laut Antrags-Text der Standortsicherheit des Unternehmens. Die Grundwasserförderung wurde erstmalig 1995 bewilligt – für 75.000 Kubikmeter jährlich. Ausgelaufen sei sie im März 2025. Aus dem Erläuterungsbericht zum Antrag wird deutlich, dass die Denso in den Jahren 2015, 2016, 2018, 2022 und 2024 zum Teil deutlich mehr Grundwasser entnommen hat als die bewilligten 75.000 Kubikmeter jährlich. 2015 lag die Förderung zum Beispiel 30.000 Kubikmeter über der genehmigten Menge.

Denso Rheindorf Bild: Ralf Krieger

Das Wasser wird zur Kühlung benötigt, schreibt die Rheindorfer Denso.

Der höhere Bedarf ist der Grund, weshalb Denso künftig bis zu 120.000 Kubikmeter fördern dürfen möchte. Eine Anfrage, ob man nicht sparsamer mit dem Wasser umgehen könnte, zum Beispiel durch Nutzung von Abwärme, beantwortet die Denso nicht. Eine Stadtsprecherin schreibt zu den Gründen: Die Produktion solle erweitert werden. Neue Produktionsanlagen seien geplant, die sich bereits im Genehmigungsverfahren befänden. Zudem sei klimatisch bedingt zukünftig jährlich mit einer höheren Anzahl von warmen und heißen Tagen zu rechnen, weshalb ein höherer Kühlwasserbedarf prognostiziert werde.

Auch die Antragsunterlagen beinhalten diese Informationen: Das im eigenen Brunnen geförderte Wasser werde für die Kühlung von Produktionsprozessen in mehreren Betriebsgebäuden  genutzt. Gekühlt werden Kühlwalzen, Kühlbänder, Walzanlagen, Mischanlagen. Das heiße Wasser wird in zwei Kühltürmen abgekühlt und wieder in den Kühlwasserkreislauf eingespeist. Zeitweise auftretendes überschüssiges Wasser wird durch eine Überlaufleitung aus den beiden Becken unter den Kühltürmen über einen Ölabscheider in die städtische Kanalisation abgeleitet. Hierfür besteht eine Einleitgenehmigung.

Die Absenkung des Grundwassers durch die Entnahme soll im Nahbereich, etwa an der Felderstraße, bei einem Meter liegen, der maximale Einzugsbereich reicht aber entlang der Wupper und des Mühlengrabens bis nach Bürrig. Die Untere Wasserbehörde der Stadt Leverkusen erwartet keine erheblichen nachteiligen Umweltauswirkungen. Der Brunnenstandort befindet sich auf dem Denso-Werksgelände außerhalb gesetzlich festgesetzter Trinkwasserschutzgebiete. Einen Einfluss auf die Trinkwasserbrunnen der EVL im Rheindorfer Friedenspark, die 5.800.000 Kubikmeter fördern dürfen, sehen die Hydrologen nicht.

120.000 Kubikmeter Grundwasser sind nicht wenig. Im Vergleich zu der von Currenta 2023 beantragten Wasserförderung von 75 Millionen Kubikmetern im Jahr sind das aber „Peanuts“. Ein weiterer Vergleich: 120.000 Kubikmeter, wie sie Denso beantragt hat, fließen im Rhein beim derzeitigen Wasserstand (Pegel: 64 Zentimeter) in drei Minuten durch. Damit das von Currenta beantragte jährliche Volumen durch ist, muss der Rhein fast eineinhalb Tage fließen. Der Antrag von Currenta, die sich die Wasserrechte an der enormen Menge für 30 Jahre sichern wollen, zu dem es viel Widerspruch gegeben hat, ist von der Bezirksregierung noch nicht genehmigt worden. Die fachliche Prüfung des Antrags sei weit fortgeschritten, dauere aber noch an, schreibt ein Sprecher der Bezirksregierung. Sobald die Entscheidung ergangen sei, würden alle Verfahrensbeteiligten, insbesondere auch die Einwender, über den Inhalt des wasserrechtlichen Bescheides in Kenntnis gesetzt. Derzeit ist die EVL wegen der geringen Niederschläge und des daraus resultierenden geringen Füllstands der Dhünntalsperre gezwungen, Wasser bei Currenta einzukaufen. Details, unter welchen Bedingungen der Wasserkauf läuft, wurden bisher nicht veröffentlicht.