Insgesamt ist die Zahl von Beratungen und beratenen Frauen von 2024 auf 2025 leicht gesunken.
Jahresbericht FrauenberatungsstelleDeutlich mehr digitale Gewalt an Frauen in Leverkusen

Mehr als viermal so viele Fälle digitaler Gewalt verzeichnet die Frauenberatungsstelle Leverkusen für 2025 im Vergleich zu 2024.
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Die Frauenberatungsstelle Leverkusen hat ihren Jahresbericht 2024/2025 veröffentlicht. Und ihr Fazit ist eindeutig: „2011 Beratungen mit 1633 Frauen in zwei Jahren machen deutlich, wie groß der Unterstützungs- und Beratungsbedarf in Leverkusen ist.“ 917 Frauen waren in den Jahren 2024 und 2025 von häuslicher Gewalt betroffen, 138 Frauen von digitaler Gewalt und 240 von Stalking.
Dem Bericht nach haben im vergangenen Jahr 783 Frauen in 951 Beratungen Hilfe in Anspruch genommen, 2024 waren es 850 Frauen in 1060 Beratungen. Während die Gesamtzahl an Beratungen zwar leicht zurückgegangen ist, zeigen die Aufzeichnungen der Beratungsstelle teils erhebliche Anstiege bei verschiedenen Formen der Gewalt.
So berieten im Jahr 2024 die Fachleute in vier Fällen von sexueller Gewalt, im Jahr darauf waren es 14. Drastisch ist auch der Anstieg von Fällen digitaler Gewalt, hier hat sich der Wert mehr als vervierfacht, von 26 im Jahr 2024 auf 112 im Jahr 2025. Die Fallzahlen von häuslicher Gewalt sind der Frauenberatungsstelle annähernd gleich geblieben: 457 im Jahr 2024 und 460 im Jahr 2025. Dazu kommentiert die Beratungsstelle: „Die Zahlen zeigen: Häusliche Gewalt ist Realität. Hier in unserer Stadt.“

Um vor allem auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam zu machen, hatte ein Team der Frauenberatungsstelle die Wanderausstellung „Blick auf häusliche Gewalt – Hinschauen statt Wegsehen“ auf die Beine gestellt.
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Auch auffallende Anstiege gibt es in den Zahlen zu Zwangsheirat (von keiner auf elf) und Essstörungen (von zwei auf 16) und Sucht (von 16 auf 25). In Sachen Kinder- und Erziehungsfragen ist die Fallzahl gestiegen: von 79 auf 107. 182-mal berieten die Fachleute wegen psychischer Probleme, im Jahr zuvor waren es 112 Frauen. 103 Frauen kamen wegen beruflicher Probleme zur Beratungsstelle, im Jahr zuvor waren es 59.
Gesunken sind die Zahlen bei Fällen von Migrationsproblematik (32 auf 26), rechtlichen Problemen (elf auf zwei), leicht bei Stalking (125 auf 115) und deutlich bei Problemen mit dem Selbstwert (658 auf 371). Auch gab es weniger Fälle von sozialer Isolation und Kontaktschwierigkeiten (22 auf 13). Beratungen bei Trennungen, Scheidungen und Beziehungsproblemen wurden ebenfalls weniger in Anspruch genommen: 784 auf 565.
Häusliche Gewalt in Ausstellung sichtbar gemacht
Um vor allem auf das Thema häusliche Gewalt aufmerksam zu machen, hatte ein Team der Frauenberatungsstelle die Wanderausstellung „Blick auf häusliche Gewalt – Hinschauen statt Wegsehen“ auf die Beine gestellt. Im November des vergangenen Jahres, zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, war man damit zum Beispiel in der Rathaus-Galerie. Auch in der Sparkasse war man mit der Schau präsent.
Die Frauenberatungsstelle versteht sich als sichere und niederschwellige Anlaufstelle. Sie befindet sich in einem Netzwerk, unter anderem mit dem Frauennotruf, dem Arbeitskreis Frauen und Gesundheit, dem Frauenforum, dem Runden Tisch gegen Gewalt an Frauen und weiteren ähnlichen Einrichtungen.
Wer Kontakt mit dem Beratungsteam aufnehmen möchte, findet es an der Birkenbergstraße 35. Die Beraterinnen sind auch per Telefon 02171/28320 und per WhatsApp (0157/38137983) und per E-Mail zu erreichen. Weitere Informationen gibt es online.
www.frauenberatungsstelle-leverkusen.de
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