Die städtische Kulturabteilung lädt zu zwei besonderen Vorstellungen ein.
ForumEnsembles setzen sich in Leverkusen mit existenziellen Themen auseinander

Das „c.t.201-Ensemble“ aus Köln bringt seine Inszenierung „In Liebe“ nach Leverkusen.
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Sie ist alleinerziehende Krankenpflegerin und hat ihre jugendliche Tochter dabei, er ist ein junger Mann, der eigentlich nur Bücher schreiben will. Als sie drei auf dem Dach eines Krankenhauses aufeinandertreffen, geht es ums Existenzielle: um Menschlichkeit, um den Wert und die Würde eines Individuums. Die Berliner Autorin Nora Mansmann setzt sich in ihrem gleichnamigen Theaterstück mit dem Thema „Arm sein“ auseinander.
Am Dienstag, 3. November, 19.30 Uhr bringt die Burghofbühne Dinslaken das Stück auf die Studiobühne ins Forum. Mirko Schombert ist für die Inszenierung zuständig, Jörg Zysik für die Ausstattung und Oleksandra Zapolska, Asim Odobašić und Vera Rumpel spielen die drei Protagonistinnen und Protagonisten.
Der junge Autor stecke all sein Herzblut ins Schreiben, aber in der Stadt, „in der die Menschen wie Ameisen durch die Straßen und Einkaufswelten krabbeln“ gebe es keinen Markt für sein Herzblut. Für die junge Tochter der Krankenpflegerin, die er trifft, ist die Stadt das Zentrum ihrer Sehnsucht – „mit all den schönen Menschen, Smartphones und T-Shirts“. Aber sie gehört nicht dazu, ihr fehlt das Geld.

Die Einnahmen der Kartenverkäufe für das Schauspiel "arm sein" gehen an die Leverkusener Tafel.
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Und das obwohl ihre Mutter als Krankenpflegerin Extraschichten schiebt. Es gelinge ihr kaum, „für sich und ihre Tochter aufzukommen, für sie da zu sein oder Freizeit zu haben“. Als die drei aufeinandertreffen, sich gegenseitig zuhören, entstehe für einen Moment so etwas wie Hoffnung. „Arm sein“ sei ein Stück, das sich zwischen Jugendstück und Abendspielplan bewege, heißt es von den Veranstaltern.
Besucher unterstützen die Leverkusener Tafel
Die Zuschauerinnen und Zuschauer unterstützen mit ihrem Besuch der Vorstellung die Leverkusener Tafel, der der Erlös aus den Kartenverkäufen zugute kommt. Eintrittskarten gibt es für die Vorstellung nicht online, sondern nur im Kartenbüro. Und jeder und jede kann das geben, was er oder sie kann. Von fünf (knapp bei Kasse) über 24 (Reguläres Ticket), 35 (Bronzeunterstützer), 50 (Silberunterstützer) bis 100 Euro (Goldunterstützer).
Für Dienstag und Mittwoch, 24. um 19.30 Uhr und 25. November um 10 Uhr, hat die Stadt das Freie Theater „c.t.201“ eingeladen. Am 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen (Orange Day). Das Ensemble zeigt seine Inszenierung „In Liebe“. Arzu Coruh und Janine D'Aragona spielen zwei Freundinnen – „ganz unterschiedlich in ihren Temperamenten, doch beide ringen um Selbstbestimmung“.
Das Stück beschäftigt sich unter anderem mit dem Ehrenmord an Hatun Sürücü. Sie wurde 2005 in Berlin von ihrem Bruder ermodet. Das Letzte, was sie gehört habe: „Bereust du deine Sünden?“ Diese Frage, so schreiben die Veranstalter, halle weiter und finde ihren Weg in die Leben anderer, die denselben Kampf führen. Bis ins Jahr 2024, dem Jahr, in dem „In Liebe“ spielt: „Ein Brief taucht auf, der verschüttete Erinnerungen und ungesagte Wahrheiten ans Licht bringt.“ Wie es in einer Rezension der Theatergemeinde Köln heißt, gehe es in dem Stück allerdings weninger um Ehrenmord. Eher um Freundschaft, Liebe und Hoffung.
Das Stück ist geeignet für Menschen ab 14 Jahren, es gibt keine Pause. Karten gibt es im Kartenbüro und online.
https://leverkusen-kultur.reservix.de/p/reservix/event/2518261
