Am Ostdeutschen Kreuz auf dem Manforter Friedhof gab es eine kleine Veranstaltung.
GedenktagLeverkusen erinnert an die Opfer von Flucht und Vertreibung

Ein Kranz wurde am Samstag am „Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“ auf dem Friedhof Manfort niedergelegt.
Copyright: Dominik Scholz
Mit einer Kranzniederlegung am Ostdeutschen Kreuz und am Friedensstein auf dem Manforter Friedhof gedachte der Bund der Vertriebenen (BdV) Leverkusen am Samstag der Opfer von Flucht und Vertreibung. Anlass war der bundesweite „Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung“, der in Deutschland zum zwölften Mal begangen wurde. Der Gedenktag war 2014 von der Bundesregierung eingeführt worden. Seitdem wird jährlich an die rund 2,5 Millionen Menschen erinnert, die am Ende und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg infolge von Flucht und Vertreibung ihr Leben verloren. Insgesamt waren nach Schätzungen rund 15 Millionen Deutsche von Flucht, Vertreibung oder Zwangsaussiedlung betroffen.
Vor den Teilnehmern der Gedenkveranstaltung erinnerte der Vorsitzende des BdV Leverkusen, Rüdiger Scholz, an das Schicksal der Betroffenen. Er betonte, dass der Bund der Vertriebenen bereits seit Jahrzehnten mit dem „Tag der Heimat“ an die Folgen von Flucht und Vertreibung erinnere. Lange sei jedoch darüber diskutiert worden, einen offiziellen nationalen Gedenktag einzuführen. Mit dem Beschluss der Bundesregierung im Jahr 2014 sei dieser Wunsch schließlich umgesetzt worden.
Immer weniger Zeitzeugen
Der Landtagsabgeordnete und CDU-Vorsitzende in Leverkusen verwies darauf, dass die Zahl der Zeitzeugen immer weiter zurückgehe. Viele Menschen, die die Ereignisse noch bewusst erlebt hätten, seien heute Mitte 90 oder älter. Dadurch werde die Aufgabe, die Erinnerung an diese Zeit wachzuhalten, zunehmend wichtiger. In seiner Ansprache machte Scholz deutlich, dass bei allen Erinnerungen an das Leid der Vertriebenen auch die Ursachen nicht ausgeblendet werden dürften. Ausgangspunkt der Ereignisse sei der von Deutschland begonnene Zweite Weltkrieg gewesen. Ohne den Angriffskrieg des nationalsozialistischen Deutschlands hätte es das Schicksal von Millionen Deutschen sowie unzähligen weiteren Opfern in Europa nicht gegeben.
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Zugleich erinnerte er daran, dass Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlungen nicht nur die deutschen Ostgebiete betrafen. Auch in vielen Regionen Ost- und Südosteuropas seien Menschen gezwungen worden, ihre Heimat zu verlassen oder in andere Gebiete umgesiedelt worden.
Mit der Niederlegung eines Kranzes am Ostdeutschen Kreuz und am Friedensstein setzten die Teilnehmer ein sichtbares Zeichen des Erinnerns. Die Veranstaltung fiel bewusst klein aus. Die größere Gedenkveranstaltung des Bundes der Vertriebenen soll traditionell im Rahmen des „Tages der Heimat“ im September stattfinden.
