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Vom Altern und Vater-Tochter-KofliktenEwald Arenz liest in Leverkusen aus neuem Roman

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Nahbar gab sich der Autor im KAW.

Nahbar gab sich der Autor im KAW.

„Fünf, sechs, sieben, acht“ heißt das neue Buch des Autors, der ihn im Rahmen des deutsch-niederländischen Literaturfestivals vorstellte.

Bereits 45 Minuten vor Beginn warteten die ersten Gäste im Eingang des Kulturausbesserungswerks (KAW), um die besten Plätze für die Lesung von Ewald Arenz zu bekommen. Zum niederländische-deutschen Literaturfestival hatten Ina Engelhardt und Oliver Vogt vom Kulturverein Euregiokultur sowie die Buchhandlung Gottschalk den Autor mit einem neuen Roman „Fünf, sechs, sieben, acht“ eingealden.

Darin beschreibt der Autor die Schwierigkeiten des Hauptprotagonisten Anton, einem 60 Jahre alten Stepptänzer, mit dem Älterwerden klarzukommen. Er bekommt eine Stelle als Choreograph nicht, sondern ausgerechnet seine Tochter Emma bekommt den Job. Das Dilemma für Anton: Gefühle wie Wut und Stolz auf Tochter lassen sich nur schwer vereinbaren.

Alte Erinnerungen an seine erste große Liebe, die vor 35 Jahren einfach verschwand, kommen wieder an die Oberfläche. Emma findet sie in Irland. So beginnt eine gemeinsame Reise, die Vater-Tochter Konflikte wieder aufflammen lässt. Letztendlich wird es für Anton einer Reise zu sich selbst.

Auch persönliches Umfeld findet Einzug in die Romane

Arenz liest längere Passagen mal mit Schwung, mal mit Gefühl. Die Zuhörerinnen und Zuhörer können Ewald Arenz zwischendurch Fragen stellen. Das Buch wirkt wie aus dem Leben gegriffen. Der Autor hat die Figuren liebevoll ausgearbeitet. Die Konflikte wirken lebensnah: Die sich während des Aufwachsens verändernde Dynamik zwischen Eltern und Kindern ist nachzuvollziehen, ebenso wie die Probleme und Hürden des Älterwerdens.

In eine Gesprächsrunde nach der Lesung kam schnell die Frage auf, ob etwas vom Autor in den Figuren stecke, was Ewald Arenz bestätigte: Charakterzüge, Lebenserfahrungen Wesenszüge. All das finde Einzug in die Personen, die in den Büchern ihre persönlichen Abenteuer bestehen. Es komme nicht selten vor, dass auch das persönliche Umfeld des Autors indirekt Einzug in die Bücher hält.

Diese Realitätsnähe schätzen seine Fans. „Ich fand die Veranstaltung großartig – den Autor zu erleben, wie er aus seinem neuen Buch liest. Das Ambiente war sehr schön, das kannte ich bisher nicht. Generell finde ich die Veranstaltung des Literatursommers ansprechend“, sagte Besucherin Lena Schirwitz. Ewald Arenz ist ein nahbare Autor, der den Spagat zwischen seinem Beruf als Lehrer mit dem des Autors elegant meistert, ein gutes Bündel Lebensweisheiten mit sich bringt und mit seiner Fähigkeit zur Empathie immer wieder aufs Neue Charaktere erschafft, die authentisch wirken und so die Menschen berühren.

Die Lesung war die erste von drei Veranstaltungen des deutsch-niederländischen Literaturfestivals. Nora Gomringer wird am 18. August um 19.30Uhr in der Reuschenberger Straße 5 lesen. Ihr folgt Joël Broekaert, der am 24. August um 19.30Uhr im Sensenhammer auftritt.