Fehlende AufzügeBahnhof Leverkusen-Mitte weiter nur bedingt funktionstüchtig

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Ilias Emmanuil und weitere Mitstreiter (M.) demonstrieren vor der Unterführung zu den Bahngleisen in Wiesdorf für den Einbau der Aufzüge.

Ilias Emmanuil und weitere Mitstreiter (M.) demonstrieren vor der Unterführung zu den Bahngleisen in Wiesdorf für den Einbau der Aufzüge.

Umbau und Sanierung des Bahnhofs Leverkusen-Mitte sind seit Monaten beendet. Doch Aufzüge für gehbehinderte Menschen fehlen weiter.

Die drei Aufzüge im Bahnhof Leverkusen-Mitte werden erst im Sommer dieses Jahres eingebaut. Das teilte die Deutsche Bahn auf Anfrage des „Leverkusener Anzeiger“ mit. Ursprünglich sollte der Einbau bis Februar 2024 erledigt sein. Von diesem Ziel hatte sich die Bahn aber schon zu Jahresbeginn verabschiedet. Ohne die Aufzüge sind aber die Bahnsteige für die Gleise 1 und 2 sowie 3 und 4 für gehbehinderte Menschen ohne fremde Hilfe praktisch nicht erreichbar, weil nur Treppen aus den Unterführungen auf die Bahnsteige führen. Lediglich Gleis 5 ist von der Havensteiner Straße aus auch über eine Rampe zugänglich. 

Eine Sprecherin der Bahn begründete die monatelange Verschiebung des Aufzugeinbaus mit „Verzögerungen im Bestell- und Lieferprozess“. Weiter schrieb sie: „Sobald das Material verfügbar ist, beginnen die Expertinnen und Experten mit dem Einbau der Fahrkabinen.“ Wenn die Schachtgerüste und Aufzugskabinen in den Schächten eingebaut sind, folgen technische Prüfungen. Im zweiten Halbjahr 2024 würden die Aufzüge dann für die Reisenden freigegeben. Wann genau, ließ die Sprecherin offen.

Mit einer Pyramide aus Holz ist der Aufzugsschacht zu den fehlenden Bahnsteigen im Bahnhof Leverkusen Mitte verschlossen.

Mit einer Pyramide aus Holz ist der Aufzugsschacht zu den fehlenden Bahnsteigen im Bahnhof Leverkusen Mitte verschlossen.

Sie verwies „mobilitätseingeschränkte Reisende“ auf die Bahnhalte Küppersteg und Leverkusen-Chempark. Dort gebe es Aufzüge. Allerdings hält dort jeweils nur die S6, der Regionalexpress 5 und andere Regionalbahnen fahren dort durch. Dazu die Bahnsprecherin: „Fahrgäste, die die Züge der Linien RE1 und RE5 nutzen möchten, können von Chempark bzw. Küppersteg mit der S6 bis Düsseldorf-Benrath oder Köln Hauptbahnhof reisen und dann dort barrierefrei in die Regionalzüge umsteigen.“ 

Das halten Ilias Emmanuil und weitere Mitstreiter, die wie er auf den Rollstuhl angewiesen sind, allerdings für völlig unpraktikabel. Auf den Vorschlag der Bahnsprecherin hingewiesen, erwiderten sie bei einer Mini-Demonstration für die Aufzüge am Freitagnachmittag unisono: „Da muss man erstmal hinkommen!“

Außerdem sei der Aufzug in Küppersteg des Öfteren defekt, sagte eine der Anwesenden. Und schließlich dauere eine Bahnfahrt erheblich länger, wenn Rollstuhlfahrer, wie vorgeschlagen, zunächst per S-Bahn zu einem Bahnhof mit Aufzügen reisen sollten, um dort dann in einen schnelleren Zug umzusteigen.

Die kleine Gruppe hatte sich mit selbstgemalten Protest-Schildern vor der Treppe in die Unterführung postiert, die von der Heinrich-von-Stephan-Straße unter die Bahngleise führt. Die Männer und Frauen schilderten, wie sie bei jedem Weg auf den Bahnhof Leverkusen-Mitte auf fremde Hilfe angewiesen sind, wenn sie auf die Bahngleise kommen wollen. Das eine sei, selbst irgendwie die Treppen hinunter und wieder hinauf auf den Bahnsteig zu kommen, irgendwie am Geländer entlang und oft auch rutschend auf dem Hosenboden, wie Emmanuil, wenn er zum Tischtennistraining fahren will und niemand da sei, der ihn tragen könne. Aber das andere sei der Rollstuhl. Der müsse schließlich auch auf den Bahnsteig. 

Der 33-jährige Emmanuil ging im vergangenen Jahr vor der Zentrale der Deutschen Bahn am Potsdamer Platz in Berlin-Mitte sogar für 29 Tage in den Hungerstreik. So wollte er die Verantwortlichen auf die untragbaren Zustände in Leverkusen aufmerksam machen. Die Ankündigung der Bahn, dass die Aufzüge im zweiten Halbjahr dieses Jahres einsatzbereit seien, quittierte die kleine Gruppe an der Unterführung mit sarkastischem Lachen.

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