Zum Abschluss der „Woche der Gefühle“ eröffnet am Sonntag eine Fotoausstellung zum Thema Heimatgefühle.
Heimat in FotosLeverkusener Fotografen präsentieren Heimatgefühle in der Christuskirche

Die Leverkusener Wolfgang Heep (l.) und Johannes Seibt präsentieren ausgewählte Fotos zum Thema „Heimatgefühle“.
Copyright: Lotta Hosenfeld
Wie verbildlicht man Heimatgefühle in Leverkusen? Dieser Frage sind die beiden Leverkusener Fotografen Wolfgang Heep und Johannes Seibt im Rahmen der „Woche der Gefühle“ der evangelischen Kirchengemeinde Leverkusen-Mitte auf den Grund gegangen. Das Ergebnis ist ab Sonntag, 20. September, in der Christuskirche in Wiesdorf zu sehen.
Zum dritten Mal veranstaltet die evangelische Kirchengemeinde nach den Sommerferien eine Themenwoche. Dieses Jahr ist es vom 13. bis zum 20. September die „Woche der Gefühle“, bei der an jedem Tag eine Veranstaltung zum Thema stattfindet. So organisierte die Kirche am Montag ein Kaffeestündchen mit Kabarettist Bill Mockridge zum Thema „Gefühle im Alter“ und am Dienstag zeigte das Scala-Kino den Film „Alles steht Kopf 2“, der sich auf unterhaltsame Weise mit dem emotionalen Innenleben von Menschen und dem Umgang mit Gefühlen beschäftigt.
Zum Abschluss der Woche folgt am Sonntag nun der Gottesdienst zum Thema „Heimatgefühle“, bei dem auch die Fotoausstellung eröffnet wird. „Bei dem Gottesdienst werden Kunst und Glaube vis-à-vis im Gespräch stehen zum Thema Heimatgefühle“, kündigt Pfarrer Detlef Prößdorf für Sonntag an. Während in der Kirche sonst hauptsächlich das Thema „himmlische Heimat“ beleuchtet wird, soll durch die Fotoausstellung auch das Thema der irdischen Heimat in den Fokus gerückt werden.
Schon wenn man früher als Kind im Urlaub war und dann über die A1 zurück nach Leverkusen fuhr, sah man das Bayerkreuz und wusste, man ist gleich zu Hause.
Die Fotos sind vielseitig, so wie auch der Heimatbegriff selbst. Von Symbolen der Stadt Leverkusen, wie dem Bayerkreuz oder dem Wasserturm, bis zu intimen Momenten. „Schon wenn man früher als Kind im Urlaub war und dann über die A1 zurück nach Leverkusen fuhr, sah man das Bayerkreuz und wusste, man ist gleich zu Hause“, sagt Wolfgang Heep. Der 63-Jährige interessierte sich schon sein ganzes Leben für Fotografie und ergriff, als er vor sieben Jahren als Gartenbauer in Rente ging, die Gelegenheit, sich an der Fotoakademie in Köln für das Fotografiestudium einzuschreiben. „Ich bin ein Leverkusener Urgestein. Zwar musste ich für den Zivildienst, mein Studium und Dienstreisen oft auch die Stadt verlassen, aber eine andere Stadt als Heimat kann ich mir nicht vorstellen“, sagt er.

Die Christuskirche bietet viel Platz und eine gute Beleuchtung für die Fotoausstellung.
Copyright: Lotta Hosenfeld
Immer wieder blitzen auch Kontraste Leverkusens in den Fotoserien auf, wie auf dem Foto, auf dem ein Mann auf seiner Gartenliege im grünen Schrebergarten totale Entspannung ausstrahlt, während im Hintergrund Leverkusener Industrie zu sehen ist. „Das zeigt, dass man sich nicht nur dort wohlfühlt, wo es perfekt ist. Heimatgefühle sind sehr vielschichtig und liegen immer im Auge des Betrachters“, findet Johannes Seibt.
Während Wolfgang Heep sich erst später im Leben beruflich der kreativen Branche zuwandte, studierte Johannes Seibt schon nach der Schule Kommunikationsdesign in Essen. Er arbeitete als freiberuflicher Grafiker und Illustrator und war in der Buchverlagsbranche tätig. Für das 2016 erschienene Buch „111 Orte in Leverkusen“ fotografierte er in Leverkusen bekannte und unbekanntere Orte.
Vereinsleben als aktive Gestaltung der Heimat
Auch das Thema Vereinsleben ist den beiden Leverkusener Fotografen wichtig und zeigt sich in ihren Fotos. Beispielsweise zeigt ein Bild den Eisenbahnwaggon des Männerchors Germania Opladen. Wolfgang Heep und Johannes Seibt sind selbst schon lange Mitglieder in verschiedenen Leverkusener Vereinen. „Für mich bedeutet Heimat auch, zu versuchen, meine Stadt mitzugestalten“, sagt Wolfgang Heep. „Im Vereinsleben bringen sich Bürger aktiv ein und es bietet auch ein Gemeinschaftsgefühl“, findet er.
„Wir haben das, was viele Galerien nicht haben: Platz“, sagt Pfarrer Detlev Prößdorf. Die Christuskirche bietet sich als Ausstellungsraum an, da man die Fotos sowohl von nah als auch aus der Ferne betrachten kann. Durch die hohen Decken und die Sonneneinstrahlung kommen die Bilder in einem schönen Licht zur Geltung.
Die Ausstellung ist vom 20. September bis zum 22. November mittwochs bis freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 15 Uhr für Besucher geöffnet.
