Dass die Wache der Freiwilligen Feuerwehr neu gebaut werden muss, ist unstrittig. Allerdings sollen dafür auch bis zu neun Bäume gefällt werden.
BrandschutzFür die neue Feuerwache in Bürrig sollen alte Platanen weichen

Mehrere Platanen stehen als Begrenzung zwischen Schulhof und dem Vorplatz der Feuerwache in Bürrig.
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Die Freiwillige Feuerwehr in Bürrig braucht dringend mehr Platz und eine angemessene Unterbringung. Denn die vorhandene, erst 2002 errichtete Wagenhalle an der Ecke Stephanusstraße/Im Steinfeld mit nur zwei Stellplätzen ist laut Brandschutzbedarfsplan, der vier Plätze fordert, eindeutig zu klein. Zudem sind die Sanitäranlagen nicht ausreichend, Männer und Frauen teilen sich die vorhandenen Umkleideräume, fürs grobe Vorreinigen der Einsatzkleidung gibt’s nur ein Handwaschbecken in der Fahrzeughalle und, und, und.
Dass das historische Feuerwehrhaus bis zum April 2024 aufwendig saniert wurde, hilft für die Einsätze der Feuerwehr auch nicht. Im Erdgeschoss des hübschen, rot geklinkerten Gebäudes mit seinen nachgebauten Holzflügeltoren hat die Feuerwehr Schulungsräume, das Obergeschoss nutzt die unmittelbar nördlich angrenzende Grundschule Im Steinfeld.
Über diesen Befund und den dringenden Raumbedarf der ehrenamtlichen Brandbekämpfer herrscht auch in den Ratsgremien Einigkeit. Das Problem ist, dass die beiden geplanten neuen Gebäude deutlich größer werden (müssen) als die beiden vorhandenen – neben der zu klein dimensionierten Wagenhalle noch das seit der Hochwasserkatastrophe 2021 geräumte ehemalige Hausmeisterhaus der Schule, an dessen Stelle ein Gerätehaus entstehen soll. Und das wiederum heißt, dass es laut Verwaltungsvorlage für den Feuerwehr-Neubau für „voraussichtlich neun Bäume“ auf dem Gelände keine Zukunft gibt. Sie müssen gefällt werden.

An der Ecke Stephanusstraße/Im Steinfeld bekommt die Freiwillige Feuerwehr Bürrig neue Gebäude. Die Linden auf dem Bürgersteig links im Bild müssen wohl gefällt werden.
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Welche das sind, erschließt sich auch bei einem Besuch auf dem Gelände. Entlang der Stephanusstraße stehen vier mehr oder weniger große Linden, die laut dem „Vorentwurf Freianlagen“ der Verwaltung zu dem Bauvorhaben ersatzlos wegkommen. Außerdem trifft es laut diesem Vorentwurf zwei Platanen an der Straße Im Steinfeld: zwei weitere Bäume dieser Art, die aktuell in einer Reihe zwischen Feuerwehrplatz und Schulhof stehen, und einen weiteren Baum auf dem Schulhof, der nördlich dem verlassenen Hausmeisterhaus steht.
„Vegetationsflächen“ als Ersatz
Die Verwaltung kündigt als Ersatz für die Bäume „im Zuge der Neugestaltung des benachbarten Schulhofs im Norden naturnahe Vegetationsflächen“ an. Außerdem soll es „umfangreiche Ersatzpflanzungen mit klimaresilienten Bäumen“ geben. Ausweislich des Vorentwurfs sollen zwei Bäume zwischen Feuerwehrplatz und Schulhof neu gepflanzt werden. Das Gros der Neupflanzungen ist aber für das Areal westlich des Grundschulgebäudes geplant, wo neue Parkplätze für die Lehrerinnen und Lehrer entstehen sollen.
Derzeit sorgen die Platanen für viel Schatten auf dem Schulhof und ermöglichen den Kindern, auch an warmen Tagen dort zu spielen. In der Ratssitzung Mitte Juli wurde die Verwaltungsvorlage für den Neubau der Freiwilligen Feuerwehr Bürrig fast einstimmig beschlossen. Einzig Benedikt Rees von der Klimaliste versuchte, die Formulierung bezüglich der zu fällenden Bäume noch etwas restriktiver zu fassen, drang aber mit seinem Anliegen nicht durch. Laut den Plänen der Verwaltung sollen die bestehende Wagenhalle und das alte Hausmeisterhaus in der Zeit von Juli bis September 2027 abgerissen werden.
Provisorischer Standort der Feuerwehr
Bevor die Arbeiten am Standort der Freiwilligen Feuerwehr Bürrig beginnen, müssen erst noch die Container für die Brandbekämpfer eingerichtet werden. Sie stehen 500 Meter entfernt, bereits von einem Bauzaun gesichert, auf dem Parkplatz an der Ecke Von-Ketteler-Straße/Bendenweg unmittelbar hinter dem Dhünndeich. Die Freiwillige Feuerwehr soll Ende April 2027 dort einziehen.

Auf dem Parkplatz An den Benden soll die Feuerwehr provisorisch in Containern unterkommen.
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Der Neubau von Wagenhalle und Gerätehaus an der Ecke Stephanusstraße/Im Steinfeld soll im Oktober 2027 beginnen und eineinhalb Jahre Zeit in Anspruch nehmen. Die Fertigstellung ist für März 2029 geplant. Dann sollen die Feuerwehrautos bei Alarm nicht mehr über die Stephanusstraße wie bislang, sondern über Im Steinfeld zu ihrem Einsatz fahren.
