In Leverkusen werden Verstorbene ohne Angehörige auf dem Friedhof Reuschenberg anonym beigesetzt. Einmal im Jahr gibt es eine zentrale Gedenkveranstaltung.
42 bis 91 Jahre altLeverkusen gedenkt 51 anonym bestatteter Menschen

Pfarrer Torsten Hohmann, Superintendent Bernd-Ekkehart Scholten und Oberbürgermeister Stefan Hebbel in der Kapelle des Friedhofs Reuschenberg
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„Ich habe dich bei deinem Namen gerufen“, zitiert Oberbürgermeister Stefan Hebbel aus dem Buch Jesaja. Auch, wer in Leverkusen auf einem anonymen Gräberfeld bestattet wurde, hat es verdient, dass sein Name genannt wird. Zwischen Juli 2025 und Juli 2026 waren das 51 Menschen. Das sind weniger, als im Vorjahr (66 Menschen), generell ist die Tendenz aber eher steigend: 2018 waren es 48 Personen. Derer wurde im Rahmen einer Gedenkfeier für die anonym Bestatteten in der Kapelle des Friedhofs Reuschenberg von Pfarrer Torsten Hohmann, Superintendent Bernd-Ekkehart Scholten und Oberbürgermeister Stefan Hebbel gedacht. Neben dem Verlesen der Namen wurde für jeden eine Kerze angezündet.
In Leverkusen werden Verstorbene ohne Angehörige auf dem Friedhof Reuschenberg anonym beigesetzt. Die Grabstelle wird nicht gekennzeichnet; anschließend wird die Fläche mit Rasen eingesät, die Pflege übernimmt der Friedhofsträger. Die Stadt übernimmt die Kosten, wenn keine Verwandten mehr leben oder nicht aufzufinden sind.
„Die Gründe für die anonyme Form der Beisetzung können unterschiedlich sein“, sagt Hebbel bei der Gedenkveranstaltung, die es seit 2008 gibt. Bei Sozialbegräbnissen sei die anonyme Bestattung die Regel.
Die älteste Verstorbene wurde 91 Jahre alt, die jüngste 42 Jahre. „Beim Blick auf die Liste fällt auf, dass viele der Menschen, an die wir heute erinnern, zu den geburtenstarken Jahrgängen nach dem Zweiten Weltkrieg gehörten, also zwischen 1946 und 1964 geboren wurden“, stellte Hebbel fest.
