Im Bahnhof Manfort wird schon heftig gearbeitet.
Generalsanierung in LeverkusenDer Bahnhof Manfort ist schon eine Baustelle

Alle Signale auf Rot: Die Eisenbahnstrecke Köln-Hagen, die hier durch manfort verläuft, ist gesperrt und wird generalsaniert.
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Der Schienenersatzverkehr muss sich vermutlich noch etwas einruckeln. Jedenfalls gilt das wohl für Opladen. Am Montagmorgen, also am ersten echten Werktag, an dem statt der Züge RB48 und RE7 Ersatzbusse fahren, läuft offenbar noch nicht alles rund. Anscheinend sind nicht alle Busfahrer mit der Strecke so vertraut, dass sie die richtige Haltebucht anfahren.

Der Schienenersatzverkehr, auch in Opladen, muss sich wohl noch etwas einruckeln.
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Ein Mann, der nach Köln will, wartet eine halbe Stunde vergeblich auf den Bus. In der Zwischenzeit fahren an anderen Bussteigen mehrfach die auffällig magentafarbenen Busse ab, es ist nicht ganz klar, ob seiner dabei war. Von der Streckensanierung habe er nichts mitbekommen. Ab Solingen habe er den Bus nehmen müssen - für ihn kam der Umstieg überraschend. Der Ersatzbus nach Köln will einfach nicht kommen, aber die SB25, ein normaler Linienbus, der direkt zum Hauptbahnhof nach Köln durchfährt.

Kleine Defekte werden sofort auf der Strecke repariert.
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Ein Mann, der ebenfalls von Solingen nach Opladen gefahren ist, sagt: „Das war jetzt schnell. In Solingen war’s unübersichtlich.“ Er wirkt gehetzt und rennt in Richtung Innenstadt. Ein anderer Mann, der aus Wiesdorf kam, ist ebenfalls zufrieden mit der Fahrdauer. Die Strecke bedient zwar auch die Wupsi, aber der Ersatzverkehr dürfte ohne Zwischenhalte schneller sein. In der Goethestraße steht einer der Ersatzbusse mit Fahrziel „Lev-Mitte“.
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Die Abgänge zu den Gleisen im Opladener Bahnhof sind mit gelben Baken versperrt.
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Der rechte Außenspiegel hängt herunter, der Busfahrer hat eine Kurve an einer Hauskante zu eng genommen. Der Bus wird gleich in der Straße repariert und kann nach wenigen Minuten wieder eingesetzt werden. Kleinere Defekte repariert ein Mechaniker mit einem mobilen Werkstattwagen sofort und vor Ort, dann muss der Bus nicht in die Werkstatt.

Ein riesiger Schotterberg liegt im IPL. Der wird gebraucht für die Generalsanierung der Bahnstrecke Köln-Hagen.
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Die Abgänge zu den Gleisen im Opladener Bahnhof sind mit gelben Baken versperrt, Fahrgäste laufen also nicht Gefahr, auf dem Bahnsteig auf Züge zu warten, die nicht kommen. Auf einigen Abschnitten liegen neue Gleise zwischen den alten, die werden in den nächsten Monaten ausgetauscht. Ansonsten tut sich noch wenig im Opladener Gleisbett.
In Manfort wird ein stillgelegtes Gleis ausgegraben
Anders in Manfort, dort wird rund um den Bahnhof und an der Strecke gebaut. Neben Gleis 3 am Bahnhof lag noch ein uraltes stillgelegtes Gleis im Schotter, das am Montag als Erstes in kurze Stücke geschnitten und aus dem Schotterbett gehoben wird.

In Manfort wird schon heftig gearbeitet.
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Der ehemalige Bahnhof Schlebusch hatte früher eine viel größere Bedeutung im Streckennetz. Auf der westlichen Seite zur Kunstfeldstraße stand bis vor wenigen Jahren noch ein großer Stahlkran, heute wird die Fläche für die Baustelle genutzt. Das schöne historische hölzerne Bahnhofs-Dach von Manfort dürfte in wenigen Tagen Geschichte sein, es wird abgerissen. Zwar sollte die Stadtverwaltung Gespräche mit der Bahn führen, wie ein Teil gerettet werden könnte, aber daraus wurde nichts.

Neben Gleis 3 am Bahnhof Manfort lag noch ein uraltes stillgelegtes Gleis im Schotter, das am Montag als Erstes in kurze Stücke geschnitten und aus dem Schotterbett gehoben wird. Krieger
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Entlang der Kunstfeldstraße soll im Zuge der Generalsanierung eine Lärmschutzwand aufgestellt werden. Ende der Woche ließ die Bahn die Häuserfassaden fotografieren, vorhandene Risse dokumentieren; für die Lärmschutzwand müssen Stahlstützen in den Boden gerammt werden und das bringt Erschütterungen, die Folgen haben könnten.

Die Tage des hölzernen Bahnhofsdachs sind gezählt.
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Auch auf der anderen Seite zwischen dem Moosweg und dem Fahrgleis lag ein Güterbahnhof; dort liegen auch noch Gleise, aber die stören niemanden.
Inzwischen liegt im Innovationspark an der Marie-Curie-Straße ein riesiger Berg Schotter und gestapelte neue Betonschwellen. Die Bahn hat an der Stelle ein großes Materiallager eingerichtet und es gibt eine provisorische Verladerampe für die nächsten Monate. Anwohner haben allerdings beobachtet, dass der Schotter mit unzähligen Lkw-Ladungen angeliefert wurde, nicht mit der Bahn. Eine Nachfrage bei der Bahn-Pressestelle wurde am Montag nicht beantwortet.
Den langweiligsten Job der Generalsanierung dürfte ein eingesetzter Schrankenwärter am Bahnübergang Knochenbergsweg mitten im Wald haben: Selbst am Sonntagabend, als auf der gesperrten Strecke wahrscheinlich kein Zug zu erwarten war, musste er dort Wache halten: Seine Nachtschicht ende am Montag um 6 Uhr, sagte er. Vorschrift ist Vorschrift.
In Manfort wird es nachts laut
Ab nächsten Sonntag, 15. Februar, soll über zwei Wochen bis zum Freitag, 27. Februar am Bahnhof Manfort nachts gearbeitet werden; am Wochenende sollen die Arbeiten ruhen. Auf der Logistikfläche an der Marie-Curie-Straße kann laut Informationen der Bahn über die kommenden Monate nachts grundsätzlich gearbeitet werden. (rar)

