David Groß erzählt Geschichten von seiner Tour durch zehn europäische Länder und wie er die Menschen animierte, über Lebensmittelverschwendung nachzudenken.
WastecookingKoch David Groß zeigt, wie er Verschwendung von Lebensmitteln verhindert

David Groß und sein Team auf einem Feld
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2013 las der aus Salzburg stammende Koch, Journalist und Filmemacher David Groß einen Artikel in einer Zeitung. Ein Drittel aller produzierten Lebensmittel weltweit landen im Müll, stand da. Groß konnte es nicht glauben und schaute in seiner Salzburger Heimat aus Neugier in den Müllcontainer eines Supermarktes. Was er fand, machte ihn sprachlos.
Lebensmittel von bester Qualität, teilweise noch verpackt, sollten entsorgt werden. Er sammelte einiges ein und beschloss, für Freunde und Bekannte zu kochen. Das Thema ließ ihn nicht los. Er wollte unbedingt auf diesen Missstand aufmerksam machen und so entstand ein Plan mit weitreichenden Folgen.
Mit einem umgebauten Müllcontainer, in den ein Backofen und ein Herd eingebaut wurden, und einem alten Landrover ging es mit Freunden 2014, dem EU-Jahr gegen Lebensmittelverschwendung, von Wien aus auf große Fahrt durch Europa.
Der Startschuss fiel in Salzburg
Zuvor jedoch klopften sie in Salzburg an die Haustüren und fragten, welche Reste sie noch im Kühlschrank haben, die abgelaufen sind oder nicht mehr appetitlich aussehen. Diese Menschen hat er dann eingeladen, mit ihm und dem Team zu kochen. Manchmal gesellten sich auch Spitzenköche dazu, die diese Aktion unterstützen wollten.
Die Fahrt durch Europa führte das Team von Österreich nach Deutschland, die Niederlande, Belgien, Frankreich, Dänemark, England, Italien, Griechenland und Rumänien.
Wastecooking-Tour wird zur TV-Serie
Schnell berichteten die Social-Media-Kanäle von der ungewöhnlichen Truppe. Dann wurde auch das Fernsehen aufmerksam und eine zehnteilige TV-Serie war geboren, produziert von Arte, dem SWR und vom ORF. So verfolgte schließlich ein breites Publikum am Bildschirm, wie Groß im EU-Parlament und auf einem Fischkutter kochte, in England aus altem Brot sogar Bier braute und in Berlin eine Schnippel-Party veranstaltete. 50 Freiwillige verarbeiteten gemeinsam zu klein geratene Feldfrüchte, die dann zubereitet wurden.
Im Laufe der Serie gesellten sich Spitzenköche, Wissenschaftler und Feinschmecker zu ihm. Es gehe ihm nicht darum, den mahnenden Zeigefinger zu heben, sondern mit Spaß kreative Lösungen zu schaffen. „Die Menschen denken beim Thema Nachhaltigkeit oft, dass es um Verzicht geht, dass es mühsam ist und irgendwie Öko und so. Aber ich finde, es kann etwas sinnvoll sein und trotzdem Spaß machen. Und das ist der Ansatz, der hinter dieser ganzen Geschichte und auch hinter der Live-Show steckt. Am Anfang, als ich in die Mülltonnen geschaut habe, dachte ich, es gibt nur Probleme. Inzwischen denke ich, es gibt überall Lösungen, und das ist auch das, was ich weitergeben möchte.“
Zusätzlich zum Fernsehen fand die Geschichte sogar ihren Weg ins Kino. Ein Film wurde gedreht, der es sogar auf die Leinwände Japans schaffte. So stieg Groß dann irgendwann in ein Flugzeug ins Land der aufgehenden Sonne und klopfte schließlich auch dort an Haustüren und fragte nach Lebensmitteln.
Die Liveshow des Wastecooking-Team findet am 12. Oktober um 19 Uhr im Forum Leverkusen statt. Der Eintritt ist frei, aber eine Ticketbuchung ist notwendig. Für das Ticketsystem fällt eine Servicegebühr von 2,50 € an. https://www.grenzgang.de/programm/tonnenweise-abenteuer/
