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KlimaLeverkusens Grüne fordern flächendeckenden Hitzeschutz für Pflegeheime

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Hitze in der Leverkusener City: 42 Grad
Bild: Ralf Krieger

Hitze in der Leverkusener City in diesem Sommer: 42 Grad auf der Anzeigetafel

Aus der Erfahrung der sommerlichen Hitzewellen sollen Konsequenzen für Pflegeeinrichtungen gezogen werden, fordert die Ratsfraktion.

Der 27. Juni geht als der (bislang) heißeste Tag des Jahres 2026 in die Leverkusener Geschichtsbücher ein. Bis zu 38 Grad im Schatten wurden laut Klimaatlas NRW offiziell gemessen, in der Sonne erhitzte sich die Stadt auf mehr als 40 Grad. Als Reaktion auf die Erfahrungen dieser ersten von mehreren Hitzewellen entwickelte die Stadt Leverkusen einen fünfstufigen Hitzekrisenplan. Er legt fünf Warnstufen und konkrete Abläufe für Gesundheitsamt, Feuerwehr, Sozialbereich und Pressestelle fest. Entscheidend sind nicht nur die Temperatur, sondern auch gefühlte Temperaturen, Tropennächte, Notaufnahmezahlen und die Belastung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Als Akutmaßnahmen wurden eine „Kälteinsel“ und mehrere kühle Aufenthaltsorte eingerichtet und ein Hitzetelefon freigeschaltet.

Langfristiger Aktionsplan

Außerdem gibt es einen Hitzeaktionsplan als langfristiges Konzept zum Schutz der Bevölkerung vor den gesundheitlichen Folgen zunehmender Hitze. Er umfasst vier Bereiche: Information und Warnung, Maßnahmen während akuter Hitzewellen, hitzeangepasste Stadtplanung sowie regelmäßige Beobachtung und Auswertung. Besonders gefährdete Gruppen sind ältere und kranke Menschen sowie Kinder.

Hier setzt ein Antrag der Ratsfraktion der Grünen an: Sie fordern ein kommunales Sofortprogramm „Klimaresiliente Pflege“, mit dem alle stationären Alten- und Pflegeeinrichtungen in Leverkusen mit nachhaltiger Klimatechnik ausgestattet werden sollen. Bis Ende 2026 soll die Verwaltung gemeinsam mit den Trägern ein Konzept zur Kühlung entwickeln – zunächst für Gemeinschaftsräume und medizinische Pflegebereiche, später auch für Bewohnerzimmer. Klimatisierungsmaßnahmen sollen mit dem Ausbau von Fotovoltaikanlagen verbunden und durch Fördermittel von Bund und Land sowie städtische Eigenmittel finanziert werden. Begründet wird der Antrag mit der besonderen Gefährdung älterer Menschen und der Belastung des Pflegepersonals bei hohen Temperaturen.  „Hitzeschutz in Pflegeheimen ist keine Frage von Komfort, sondern von elementarem Gesundheitsschutz und Fürsorge für die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft“, erklärt Stefan Pausch, der umweltpolitische Sprecher der grünen Ratsfraktion.

Die Stadtverwaltung antwortet in einer Stellungnahme: Grundsätzlich sei es ihrer Sicht nach zielführend, „Pflegeeinrichtungen im Kontext von Hitzeperioden durch bauliche und organisatorische Maßnahmen zukunftsfähig aufzustellen“. Zu einer Förderung sei die Stadt aber nicht verpflichtet und wegen der Haushaltslage auch nicht in der Lage. Außerdem sei die Situation an den verschiedenen Einrichtungen sehr unterschiedlich und müsse daher jeweils individuell betrachtet werden.

Die Verwaltung sei aber gerne bereit, lokale Träger in der Thematik zu begleiten. Die Verwaltung informiere die Träger bereits jetzt regelmäßig, auch zu Fördermöglichkeiten wie dem Förderprogramm „Klimaanpassungen in sozialen Einrichtungen“. Den Einrichtungen sei die Thematik bewusst. „Hitze­reduzierende Maßnahmen“ würden stetig geprüft oder auch schon umgesetzt. 

Staatsanwalt ermittelt zu möglichen Hitzetoten

Belastbare Zahlen darüber, wie sich die Hitzeperiode auf die Leverkusener Altenheime ausgewirkt hat, gibt es nicht. In der Hitzewelle zwischen dem 26. und 29. Juni starben im St.-Remigius-Krankenhaus in Opladen zwölf Menschen, überwiegend ältere Patientinnen und Patienten mit Vorerkrankungen.

Ob die Hitze in den einzelnen Fällen eine Rolle spielte, wird derzeit noch in einem Todesermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Köln geklärt.