Am Sonntag, 21. Juni, werden 150 Fagottisten und Fagottistinnen im Forum auf der Bühne stehen.
Workshop und KonzertLeverkusen ist „ein Nest“ für Fagotte

Etwa 150 Fagottisten und Fagottistinnen haben sich für die „Fagotte sind los“ am 21. Juni 2026 angemeldet. In Berlin waren im vergangenen Jahr 250 dabei.
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Wenn am kommenden Sonntag, 21. Juni, ab 11 Uhr mindestens 150 Fagottistinnen und Fagottisten auf der Bühne des Leverkusener Forums stehen, sind sie genau am richtigen Ort. Oder vielmehr in der richtigen Stadt. Das weiß zumindest Margit Baranyai zu berichten, sie unterrichtet an der Leverkusener Musikschule 23 Schülerinnen und Schüler auf dem Holzblasinstrument. Das ist eine durchaus beachtliche Zahl, weshalb die Musikerin sagt: „Wir haben hier ein richtiges Fagott-Nest.“ Woran das liege? „Ich brenne für das Instrument und habe vielleicht die Schüler gut angezündet“, sagt die Lehrerin und lacht.
Die Musikerinnen und Musiker, die am Sonntag spielen werden, sind Teil der Aktion „Die Fagotte sind los“. Schon seit Anfang der 2000er-Jahre treffen sich jedes Jahr vorwiegend Amateurfagottisten an einem Ort in Deutschland. Nach der Anreise freitags studieren sie samstags auf verschiedenen Workshops und eingeteilt nach verschiedenen Niveaustufen Stücke ein, die sie am Sonntagvormittag dann zu Gehör bringen. Und das verspricht ein ganz besonderes Erlebnis zu sein, wann sieht man schon mal so viele Menschen mit Fagott auf einem Haufen. Im vergangenen Jahr in Berlin, als Baranyai das erste Mal dabei gewesen sei, waren es ihren Angaben zufolge rund 250 Menschen.
Leverkusen wird Deutschlands Fagott-Zentrum
Ganz so viele werden es in Leverkusen nicht, sagt sie. Durchaus nicht ohne Grund, das seien schon eine ganze Menge gewesen im vergangenen Jahr. Stand Montag, so sagt sie, hätten sich aber auch schon etwa 150 Musiker angemeldet, vom Kontrafagottisten bis zur Musikerin mit dem kleinen Fagottini, einem Mini-Fagott für kleine Kinderhände. Die Altersspanne der Teilnehmerinnen und Teilnehmer liege zwischen sieben und 70 Jahren. Angeleitet werden sie von etwa 20 Dozentinnen und Dozenten, ebenfalls aus der gesamten Republik.
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Angefangen habe die Aktion durch zwei Fagottlehrerinnen, eine in Erftstadt und eine in Tübingen. Die vergangenen Stationen waren Bamberg (2023), Kaiserslautern (2024) und Berlin (2025). Inzwischen läuft die Aktion über den Fagott e. V., der sich nach eigenen Angaben unter anderem der „stärkeren Verbreitung des Fagottes“, der „Förderung des Nachwuchses“ und der „Förderung der Kommunikation unter allen Fagottspielenden“ verschrieben hat.
Margit Baranyai sei von einer der beiden Initiatorinnen angesprochen worden, das besondere Konzert in diesem Jahr in Leverkusen auszurichten. Sie habe dann den Musikschulleiter Matthias Fromageot angesprochen, der sofort „Feuer und Flamme“ gewesen sei. Und so werden am kommenden Wochenende womöglich überall im und ums Gebäude an der Friedrich-Ebert-Straße Fagotte zu hören sein. Denn es könne auch vorkommen, dass sich die einzelnen Workshopgruppen draußen versammelten, so Baranyai. Untergebracht sind die Musikerinnen und Musiker in Gastfamilien. Das habe hervorragend funktioniert, lobt die Fagott-Lehrerin Leverkusen.
Und proben die Musikerinnen und Musiker einmal nicht, gibt es Infostände zu Noten oder zum Instrument – im Grunde wird Leverkusen also kurzzeitig zum Fagott-Zentrum Deutschlands. Auf dem Abschlusskonzert wird jede der sieben Gruppen, die sich nach Spielniveau gebildet haben, etwas vorspielen. Unter anderem liegt „Eine Reise durch den Orient“ auf dem Notenpult. Zum Jubiläum im vergangenen Jahr hatte der Fagott-Verein einen Wettbewerb für junge Komponistinnen und Komponisten ausgelobt. Manuel Mondini gewann mit seinem Stück für vier Fagotte, 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland und Österreich hatten Werke eingereicht.
