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Stellenkürzungen geplantLeverkusener gehen für ihre Musikschule auf die Straße

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Eltern und Unterstützer der Musikschule sind besorgt wegen der geplanten Stellenkürzungen.

Eltern und Unterstützer der Musikschule sind besorgt wegen der geplanten Stellenkürzungen.

Der Protest am Mittwoch war der erste, wird aber nicht der letzte sein, der sich gegen die geplanten Stellenstreichungen in Leverkusen erhebt.

Es ist nicht die erste Reaktion der Elternschaft der Musik- und Kunstschule Leverkusen auf die Sparvorschläge im Zuge der Leverkusener Haushaltssicherung. Schon vor wenigen Wochen, nachdem bekannt geworden war, dass bei der Schule in den kommenden Jahren zehn Stellen wegfallen könnten, hatten sich die Eltern in einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt und vor den Konsequenzen von Einsparungen an der Musik- und Kunstschule gewarnt. So laut wie an diesem Mittwoch waren die Proteste bisher allerdings noch nicht.

Rund 200 Menschen waren nach Schätzungen der Polizei bei der Demo dabei.

Rund 200 Menschen waren nach Schätzungen der Polizei bei der Demo dabei.

Unter dem Motto „Nicht über die Köpfe hinweg – Musik ist wichtig“ hatte die Elternvertretung zu einem friedlichen Protestzug vom Spielplatz der Musikschule an der Friedrich-Ebert-Straße in Wiesdorf bis zum Rathaus aufgerufen. Zwar nicht mit Pauken, aber dafür mit Trompeten und anderen Instrumenten verliehen die anwesenden Eltern, Schüler und andere Unterstützer ihrem Protest Ausdruck – „für den Erhalt kultureller Bildung und der Musikschule“.

OB Stefan Hebbel empfing die Gruppe um Demoleiterin Beate Hees (Mitte).

OB Stefan Hebbel empfing die Gruppe um Demoleiterin Beate Hees (Mitte).

Die geplanten zehn Stellen, die wegfallen sollen, machen etwa ein Drittel der Lehrkräfte aus.

Die geplanten zehn Stellen, die wegfallen sollen, machen etwa ein Drittel der Lehrkräfte aus.

Organisiert und angemeldet hatte die Demo Beate Hees. Sie ist Mutter von vier Kindern, die die Musikschule besuchen. Als sie von den Sparplänen gehört habe, habe sie sich gedacht: „Da muss man doch was machen.“ Die geplanten zehn Stellen, die bis 2036 wegfallen sollen, seien ungefähr ein Drittel des Kollegiums. Sie erklärt anhand eines Beispiels: Ihre Kinder gehen ins Blechbläserensemble, es gibt einen Leiter. Sollte der in Rente gehen und die Stelle nicht nachbesetzt werden, fiele ein ganzer Bereich weg. Sie glaubt, dass es immer bessere Lösungen gebe als die, die aktuell auf dem Tisch liegt.

Marion Heyne (l.) und Petra Fink vom Leverkusener Kammerorchester demonstrierten mit.

Marion Heyne (l.) und Petra Fink vom Leverkusener Kammerorchester demonstrierten mit.

Marion Heyne ist Lehrerin am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Sie ist Mitglied im Leverkusener Kammerorchester, ebenso wie Petra Fink, mit der sie am Mittwoch gemeinsam demonstriert. Fink habe an der Musikschule selbst Klavier und Bratsche gelernt. Und Heyne betont, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Musikschule und Gymnasium sei. Ihre Schule sei auf den Instrumentalunterricht, der durch das sogenannte Drehtürmodell auch vor Ort stattfinde, angewiesen. Sie sieht im möglichen Wegfallen von Ensembles auch ein Problem, weil dann ein entscheidender Faktor wegfalle, „Kinder vom Handy weg“ zu bekommen. Das sei nicht gut für die gesellschaftliche Einbindung.

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler spielten „Freude schöner Götterfunken“ und die Melodie von „Go West“.

Zahlreiche Schülerinnen und Schüler spielten „Freude schöner Götterfunken“ und die Melodie von „Go West“.

Während die jungen Musikerinnen und Musiker, die inzwischen am Rathaus angekommen sind, „Freude schöner Götterfunken“ und eine Version von „Go West“ mit dem deutschen Text „Kürzt nicht“ spielen, werden sie von Oberbürgermeister Stefan Hebbel empfangen. Er freue sich, dass so viele da seien, um für ihre Musikschule zu demonstrieren. „Das zeigt, wie viel die Musikschule wert ist.“

Auch ihm liege sie am Herzen. Aber die Stadt sei „in der schlimmsten finanziellen Situation ihrer Geschichte“. Deshalb müsse man überall nach Einsparungen gucken. „Das heißt aber nicht, dass ich die Musikschule zumachen will“, sagt Hebbel deutlich. Inzwischen habe man sich auch mit der Leitung der Musikschule zusammengesetzt, um nach Lösungen zu suchen. „Wir wollen nirgendwo, dass die Lichter ausgehen und nichts mehr passiert.“


Auch die VHS plant Protest

Der Protest für die Musik- und Kunstschule wird nicht der einzige bleiben, der sich infolge der geplanten Stellenstreichungen erhebt. Mitglieder des Fördervereins der Volkshochschule (VHS), Kursteilnehmer, Dozenten und Unterstützer wollen sich am Dienstag, 9. Juni, 18.30 Uhr, vor dem Forum versammeln, um gegen die Einsparungen an der VHS zu protestieren. Jedes Jahr soll die VHS bis 2036 bis zu 520.000 Euro im Jahr an Personalkosten einsparen. Zehn von aktuell 19,5 Personalstellen könnten so wegfallen, rechnet der Förderverein vor. „Eine solch drastische Einsparung hätte auch weitreichende Folgen für das Angebot an Kursen, Seminaren und Veranstaltungen in der VHS – denn eine Einsparung von mehr als 50 Prozent des gesamten Programms steht im Raum.“