Politikverdrossenheit? Nicht mit ihnen: Zwei Schülerinnen aus Leverkusen starten eine eigene Initiative, um junge Menschen zum Mitdenken und Mitmischen zu bewegen.
„U R Future“Leverkusener Jugendliche wollen mitreden

Sabrina Serra Deppe und Tara Selmani wollen, dass die Stimmen junger Menschen in der Politik gehört werden.
Copyright: „U R Future“
Viele Jugendliche haben das Gefühl, dass ihre Anliegen in der Politik zu wenig Gehör finden. Sabrina Serra Deppe, 18 Jahre, und Tara Selmani, 15 Jahre, wollen das ändern. Die beiden Schülerinnen haben die parteiunabhängige Initiative „U R Future“ gegründet. Ihr Ziel: junge Menschen für politische Themen zu interessieren und sie zu ermutigen, sich einzubringen.
Erste Demo in Köln
Mit einer Demonstration gegen das Gemeinsame Europäische Asylsystem (GEAS) starten die beiden am Samstag ab 12 Uhr auf dem Heumarkt in Köln ihre erste öffentliche Aktion. Die Idee für „U R Future“ entstand aus den Erfahrungen der beiden Schülerinnen. „Wir haben beide zuerst überlegt, einer Partei beizutreten, um uns noch mehr politisch zu engagieren. Aber wir haben keine Partei gefunden, von der wir uns wirklich vertreten sehen“, sagt Tara Selmani. „Uns ist aufgefallen, dass sehr viel Unwissenheit gegenüber den neuen Asylgesetzen herrscht. Wir möchten uns als ‚Stimme der Jugendlichen‘ aktiv dagegen aussprechen“, ergänzt Sabrina Serra Deppe.
Beide besuchen das Lise-Meitner-Gymnasium in Wiesdorf. „Wir merken an unserer Schule, dass nicht in Bildung investiert wird. Konkret ging es zum Beispiel um die Sanierung unserer Toiletten. Da haben wir einen Antrag an die Stadt gestellt.“ Passiert sei nichts. Aber das politische Engagement der beiden soll über die Klassenräume hinausreichen.
In Zukunft möchten die jungen Frauen Demonstrationen zu verschiedenen Themen organisieren, Spenden sammeln und verschiedene Hilfsprojekte unterstützen. Dabei legt „U R Future“ Wert auf Unabhängigkeit. „Es gab in Leverkusen aber auch leider nicht so viele Möglichkeiten, sich politisch zu engagieren“, sagt Tara Selmani.
Erfahrungen mit Demokratiebeteiligung
Know-how gesammelt haben die beiden Schülerinnen bereits durch verschiedene Projekte und Workshops rund um Demokratie und Beteiligung. „Demokratische Werte zu schützen ist uns ein großes Anliegen, aber auch Bildungsgerechtigkeit“, sagt Sabrina Serra Deppe. „Schülerinnen stärken, Demokratie schützen“ war ein Projekt ihrer Schule. Dabei haben Schülerinnen und Schüler klassenübergreifend zum Beispiel über Diskriminierungserfahrungen im Schulalltag gesprochen.
„Es war schlimm zu hören, wie viele negative Erfahrungen die Schülerinnen und Schüler gemacht haben.“ Das Thema Diskriminierung und struktureller Rassismus an Schulen müsse aber landesweit stärker in den Fokus gerückt werden. „U R Future“ möchte junge Menschen erreichen, die sich für gesellschaftliche Themen interessieren – unabhängig davon, ob sie sich bereits politisch engagieren.
„Natürlich gibt es immer die Gefahr, in seiner eigenen Bubble zu bleiben, aber mit der Demonstration möchten wir wirklich Aufmerksamkeit für diese Themen schaffen“, sagt Tara Selmani. Die Aktion soll der Startpunkt für eine Initiative sein, die Jugendlichen Mut machen möchte, ihre Stimme zu nutzen und sich aktiv einzubringen.
Alle weiteren Informationen zur Gruppe sind auf ihrem Instagramprofil „u.r.future“ zu finden.
