Rund 40 Schülerinnen und Schüler der Realschule wollten mit einem Flashmob ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung setzen.
FlashmobSchüler protestieren gegen rassistische Parolen am Haus eines Hürther Künstlers

Mit einem Flashmob demonstrierten rund 40 Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Ebert-Realschule gegen rassistische Parolen.
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Mit einem Flashmob protestierten rund 40 Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Ebert-Realschule vor dem Wohnhaus des Graffiti-Künstlers Claus Winkler gegen rassistische Parolen auf dessen Fassaden. Um 11.15 Uhr kamen Schülergruppen aus mehreren Richtungen in Hürth-Efferen zusammen, stellten sich schweigend vor dem Haus auf und hielten Plakate in die Höhe. Darauf waren Botschaften wie „Bunt statt braun“, „Integration statt Remigration“ und „Liebe statt Hass“ zu lesen.
„Wir wollen ein Zeichen setzen gegen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung“, erklärte der stellvertretende Schulleiter Klaus Schumacher. Er wies darauf hin, dass an der Realschule Kinder und Jugendliche aus 38 Nationen gemeinsam lernen. Mehr als zwei Drittel der rund 700 Schülerinnen und Schüler hätten eine Migrationsgeschichte. „Die Vielseitigkeit sehe ich als Stärke unserer Schule“, betonte Geschichtslehrerin Vera Lukaschewski-Weigand.
Hürth: Drohnenaufnahmen der Aktion sollen im Internet veröffentlicht werden
Die Aktion wurde mit einer Drohne dokumentiert. Die Aufnahmen sollen auf der Internetseite der Schule veröffentlicht und mit dem Schulsong „FES – Unser Haus“ unterlegt werden, den Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit dem Kölschrockmusiker Stephan Brings aufgenommen haben. Brings ist Pate der Realschule im Netzwerk „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“.
Die Initiative zu der Protestaktion sei von den Schülerinnen und Schülern selbst ausgegangen, sagte Schumacher. Viele seien empört darüber, dass nicht nur sie selbst, sondern auch jüngere Kinder auf dem Schulweg mit ausgrenzenden und rassistischen Parolen konfrontiert würden.
Hürther Jugendliche empören sich über ausgrenzende Parolen
„Ich finde, dass diese hasserfüllten Parolen keine Meinungsfreiheit sind“, sagte der 14-jährige Armin. Jeremiah (14), dessen Familie aus Nigeria und Ghana stammt, erklärte, er fühle sich auch persönlich angegriffen. „Wir sind alle Menschen, egal aus welchem Land wir kommen oder welcher Religion wir angehören“, sagte die 16-jährige Talya.
Gegen Parolen wie „Rasse ist meine Religion“ und „Remigration“, die zwischen abstrakten Motiven auf der bunt gestalteten Fassade zu sehen sind, hatte sich zuletzt Widerstand formiert. In einer Online-Petition wird die Stadt aufgefordert, zu prüfen, ob rechtliche Schritte möglich seien. Mehrere Schulen wandten sich in einem Brief an Bürgermeister Dirk Breuer. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln wegen des Verdachts der Volksverhetzung gegen Winkler.
Der unter dem Namen Seak bekannte Künstler hatte sich im Mai gegenüber dieser Redaktion auf die Kunst- und Meinungsfreiheit berufen und das Haus als „Gesamtkunstwerk“ bezeichnet. Während der Protestaktion war er nicht zu sehen.
