Im Haupt- und Personalausschuss wurde über die bisherigen Erfolge der Leverkusener Digitalisierungsoffensive berichtet.
DigitalisierungKI verbreitet sich in Leverkusener Ämtern

Durch Digitalisierung werden Gänge zum Amt immer seltener nötig.
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Elf Prozent aller städtischen Mitarbeiter haben inzwischen im Dienst Zugang zu mehreren Plattformen Künstlicher Intelligenz. Und die Zahl derer, die diese Werkzeuge nutzen oder ausprobieren, steige schnell, hieß es in einem Bericht zum Stand der Digitalisierung im Haupt- und Personalausschuss. Bedienstete der Stadtverwaltung müssen einen Antrag in der IT-Abteilung stellen – dann können sie Zugang zu einer quelloffen programmierten KI speziell für Verwaltungen bekommen. Zurzeit laufe eine Testphase. Die Server stehen ausnahmslos in Europa, versicherten die Vortragenden.
Ein KI-Sonderprojekt laufe bei der Bearbeitung von Einbürgerungsanträgen. In dieser Abteilung habe es viele Überlastungsanzeigen gegeben – außerdem gebe es Klagen von Antragstellern gegen die Stadt, weil Anträge nicht in angemessener Zeit bearbeitet werden konnten. 80 Prozent Zeitersparnis durch die Hilfe der KI bei der Bearbeitung sei von den anbietenden Firmen versprochen worden.
51 von 181 Leistungen sind online
Nach dem Online-Zugangsgesetz ist die Verwaltung verpflichtet, Anträge und Vorgänge auch online verfügbar zu machen. Einfache, teils schon lange erledigte Leistungen sind die Ummeldung oder die Auswahl von Kfz-Kennzeichen. Von 181 möglichen Leistungen sind derzeit 51 abgeschlossen, darunter etwa das An- und Ummelden von Autos, oder das Ausstellen einer Sterbeurkunde. Aber auch seltene Anträge, wie die Anmeldung eines Brauchtumsfeuers, von der viele gar nicht wissen, dass das notwendig ist.
102 Verwaltungsleistungen sind noch offen, Beispiele sind die Online-Anzeige (gegen Falschparker etwa), oder der sehr gefragte Reisepass-Antrag. Auch für Geburtsanzeigen, seltene Anträge auf Sprengstofferlaubnisse und Anträge auf Leichenpässe muss man noch länger selbst aufs Amt. An 21 Leistungen werde gearbeitet, hieß es am Montag: darunter Anträge auf Bauvorbescheide, Einbürgerung und Auskunfts- und Übermittlungssperren im Melderegister und Adressbuchsperren.
Digitale Akten sind kompliziert
Die Einführung digitaler Akten mit einem Dokumentenmanagementsystem gestaltet sich schwierig, das geben die Fachleute offen zu. Auch, dass an der Umsetzung schon lange und wohl noch lange gearbeitet wird. In Akten müssen Blätter abgezeichnet oder gestempelt werden, nicht jeder darf alles sehen, das ist auf Papier einfacher zu machen.
Auch an der „Smart City“ wird gearbeitet, ein Begriff, den man erstmal erklären muss: Mit digitalen Sensoren und Anzeigen sollen Städte effizienter und technologisch fortschrittlicher werden. In Leverkusen möchte man versuchsweise Sensoren in der Stadt, etwa an Laternen anbringen, um Daten zu gewinnen. Etwa wie warm es ist, wie die Luftqualität ist oder ob es regnet, wo Parkplätze sind. Dazu wird ein besonderes W-Lan aufgebaut. Kritiker warnen in dem Zusammenhang von Überwachung, weil die Sensoren viel können.
Ein ganz ähnliches Projekt ist die Überwachung von Bäumen: In einer Pilotphase sollen zunächst 100 Bäume Sensoren bekommen mit dem Ziel, etwa die Bewässerung zu steuern. Das wäre europaweit einmalig, falls der Förderantrag durchgeht.
Eine andere Zahl wurde im Ausschuss geliefert: Potenziell seien derzeit 43 Prozent aller Leverkusener Haushalte mit Glasfaseranschluss versorgt.
