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Radler-LobbyDer Leverkusener ADFC fährt unter einer neuer Führung

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Ein Radweg-Schild mit Hopfen-Aufwuchs.

Die Entwicklung der Radwegeinfrastruktur ist das wichtigste Tätigkeitsfeld des ADFC.

Kurt Krefft leitete den Verein seit vier Jahren als Vorsitzender. Das neue Vorstandsgespann ist ein paar Jahre jünger und CDU-Mitglied.

Beim Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) gibt es einen neuen Vorstand. Kurt Krefft (73) hat nach vier Jahren den Vorsitz abgegeben, auch sein Kollege Uwe Witte ist nicht mehr im Vorstand. Den neuen Vorstand bilden Wolfgang Dedden, Christoph Kurth und Gabriele John.

Der Wechsel soll nicht ganz ohne Reibung verlaufen sein. Zwei Mitgliederversammlungen in diesem Sommer waren notwendig. In der zweiten Versammlung am vergangenen Donnerstag, 16. September, an der über 60 Mitglieder teilgenommen haben sollen, stellten sich Krefft und Witte nicht mehr als Vorstand zur Wahl.

Leverkusener ADFC: Künftig mehr kooperieren, weniger meckern, sagt der neue Vorsitzende

Dedden sagte auf Anfrage, dass der Verein jetzt auf jüngere Füße gestellt werden soll. Die Mitglieder sollen mehr Möglichkeiten der Teilhabe an Entscheidungen bekommen. Mit etwas mehr als 1000 Mitgliedern gehört der ADFC zu den großen Leverkusener Vereinen. In Zukunft wolle man mehr auf Kooperation setzen, nicht immer nur meckern, sagte Dedden. Der 65-Jährige ist Rentner. Er arbeitete bis 2020 als Projektmanager im IT-Bereich bei Bayer und ist Mitglied in der CDU in Steinbüchel. Man wolle verstärkt daran arbeiten, dass die vielen Ideen aus dem Mobilitätskonzept 2030+ in die Tat umgesetzt werden, so Dedden.

Die Zeit sei günstig, sagte der neue Vorsitzende, weil auch das Land NRW in Sachen Radwegebau bei Rad-Pendlerrouten und bei Radschnellwegen Druck mache. Bei der Schnellstrecke zwischen Rheindorf und Köln gebe es auf dem Leverkusener Stadtgebiet eine Menge Baustellen. „Unser Interesse ist es, dass keine Radwege mehr wegen der Autobahnbaustelle in Leverkusen gesperrt werden.“ Eine ähnliche Forderung wird auf Antrag der Grünen derzeit auch im laufenden Ratsturnus behandelt.

Der halbe Westring bietet sich für einen Abschnitt der Rad-Route nach Monheim an, findet der ADFC-Vorsitzende Kurt Krefft. Foto: Ralf Krieger

Kurt Krefft hat den Vorsitz abgegeben.

Kurt Krefft war in der 1998 gegründeten Leverkusener Sektion des ADFC erst der dritte Vorsitzende. Die ersten 19 Jahre erfüllte Heinz Boden die Position, nach dessen Tod übernahm Marie-Agnes Kratz, 2022 folgte schließlich Krefft, der aber schon zuvor eine wichtige Rolle bei den Leverkusener Radler-Lobbyisten eingenommen hatte.

Krefft, der oft seine Finger in die Wunden der Leverkusener Verkehrsplanung legte, sagt, der ADFC habe viel erreicht. „Wir werden in der Stadt ernst genommen.“ Seit 2021 habe man mit dem Ladenlokal in Opladen neben dem Busbahnhof eine eigene Geschäftsstelle geschaffen.

Kreffts Amtszeit war von einer eher zähen Phase der städtischen Radpolitik geprägt. Anders als in anderen Städten entstanden in Leverkusen kaum neue Radwege; an großen Ankündigungen im städtischen Mobilitätskonzept seitens der Verwaltung mangelt es zwar nicht, aber an der Umsetzung, was Krefft immer kritisierte.

Krefft konnte trotz seiner stets hohen Aktivität nicht verhindern, dass in den vergangenen Jahren zwei besonders wichtige Radwegeverbindungen in Leverkusen wegen des Autobahnausbaus gesperrt wurden, beziehungsweise, dass sie nicht wieder geöffnet wurden. Der Radweg an der Dhünn ist seit vier Jahren dauerhaft gesperrt und der Rheinradweg in Leverkusen ist seit Mai 2018 unter der Brücke getrennt worden, während die Autobahn 59 selbstverständlich trotz der Baustelle offengehalten wurde. Auf Kölner Seite hielt die Autobahn GmbH den Radweg mitten durch die Baustelle zwischen Merkenich und Rheinkassel über die gesamte Bauzeit offen. Nach wie vor ist unklar, weshalb das in Leverkusen nicht möglich ist.