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Kinderfest im NeulandparkSpiel, Spaß und ein Plädoyer für sichere Radwege in Leverkusen

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Anlässlich des Weltkindertags verwandelte sich das Parkgelände in Wiesdorf in eine große Festmeile.

Anlässlich des Weltkindertags verwandelte sich das Parkgelände in Wiesdorf in eine große Festmeile.

Anlässlich des Weltkindertags verwandelte sich das Parkgelände in Wiesdorf in eine große Festmeile.

Mehr als 20 Prozent der Kinder in Leverkusen sind von Armut betroffen. Eine alarmierende Zahl, auf die auch der Leverkusener Ortsverband des Kinderschutzbundes immer wieder hinweist: „eine ernsthafte Herausforderung, der sich urbanes Engagement, Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam stellen müssen“, findet der Verband. Als Zeichen dafür, dass nicht alle Kinder auf der Welt unter gleichen Bedingungen aufwachsen, hatte der Kinderschutzbund deshalb  mit zahlreichen Partnern zum Spielefest anlässlich des Weltkindertags in den Wiesdorfer Neulandpark eingeladen.

Mit Musik, Mitmachaktionen und Vorführungen, aber auch immer mit dem Auge auf der Stärkung der Rechte von Kindern und Jugendlichen – insbesondere das Recht auf Sicherheit im Straßenverkehr. Dafür setzten nämlich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kinder-Fahrraddemo „Kidical Mass“ ein sichtbares Zeichen, als sie zum Ende ihrer Radtour durch die Stadt auf dem Festgelände im Neulandpark ankamen. Die Polizei hatte sie auf ihrer Route begleitet, die sogar über den sonst nur für Autos freigegebenen Europaring und die Fixheide geführt hatte.

Forderung nach kindgerechter Verkehrsinfrastruktur

Im Anschluss an die Rundfahrt traten die Organisatoren der Aktion auf die Bühne, um auf die teilweise schwierige Verkehrssituation für junge Radfahrer in Leverkusen aufmerksam zu machen. Arne Theis von der „Kidical Mass“ betonte im Gespräch die Sorgen vieler Eltern: „Die meisten Eltern haben Angst, ihre Kinder mit dem Fahrrad oder selbstbestimmt zur Schule zu schicken. Wir brauchen eine bessere Verkehrsinfrastruktur, die kindgerechte Schulwege ermöglicht, sodass Kinder sicher und alleine zur Schule kommen.“

Konkret forderte er den Ausbau von Fahrradstraßen sowie temporäre Schulstraßen, an denen während der Ankunftszeiten der Schulkinder das Autofahren und Halten untersagt ist, um das Aufkommen von Elterntaxis zu reduzieren. „Man könnte zum Beispiel an der Mossbroicher Straße oder an der Waldschule ausprobieren, wie das funktionieren kann – Inspirationen dazu gibt es bereits in Köln“, so Theis.

Dominik Krämer, ebenfalls „Kidical Mass“-Teilnehmer, appellierte auf der Bühne für mehr Präsenz im Alltag: „Das Sicherste ist, wenn einfach viele Kinder präsent sind. Je mehr Kinder auf der Straße mitfahren, desto aufmerksamer sind auch die Autofahrer.“ Er empfahl Eltern unter anderem die Organisation von sogenannten „Fahrradbussen“, bei denen Kinder in Gruppen gemeinsam zur Schule radeln.

Buntes Programm rund um Kinderrechte

Moderatorin Jenny Weißenfels führte durch das Programm auf der Hauptbühne und begrüßte unter anderem den Leverkusener Oberbürgermeister Stefan Hebbel sowie Bruno Bermes, den Vorsitzenden des Kinderschutzbundes Leverkusen. Hebbel hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des Tages hervor und verwies auf die vorangegangene Woche der Kinderrechte, die unter dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft“ in vielen Einrichtungen der Stadt stattfand.

„Bei uns ist es keinesfalls selbstverständlich, dass Kinder geschützt aufwachsen, keine Gewalt erleben müssen und Zeit zum Spielen und Lernen haben“, betonte der Oberbürgermeister und dankte den Organisatoren sowie allen Aktiven für ihr Engagement. Bruno Bermes schloss sich dem Dank an sein Team an und gab die Bühne offiziell für das Fest frei.

Vielfältige Angebote für die ganze Familie

Abseits der Bühne bot das Areal im Neulandpark ein breites Spektrum an Aktivitäten. Die Jugendfeuerwehr präsentierte ihre Arbeit, und die DLRG war mit einem Rettungsboot vor Ort. Musikalisch gestaltete unter anderem das Kinderblasorchester der Musikschule Leverkusen („Die Tonmeister“) den Nachmittag. Zudem stöberten viele Besucher beim Deckentrödel nach kleinen Schätzen oder nutzten die Gastronomieangebote.

Trotz des wechselhaften Wetters zeigten sich die Gäste gut gelaunt. „Wir sind extra wegen des Deckenflohmarkts und der Musik hier. Schade wegen des Regens, aber die Kinder lassen sich die Laune überhaupt nicht verderben“, erzählte die Besucherin Katrin Becker, die mit ihren zwei Töchtern gekommen war. Auch Thomas Schneider äußerte sich positiv: „Es ist toll, wie viele Vereine sich hier präsentieren. Dass die Kinderrechte und die Sicherheit im Straßenverkehr so offen angesprochen werden, finde ich extrem wichtig.“

Mit fortschreitender Stunde klarte das Wetter auf, und zahlreiche Familien nutzten den Nachmittag, um gemeinsam zu spielen, Neues zu entdecken und den Weltkindertag im Neulandpark ausklingen zu lassen.