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Schädliche Funkstille in Leverkusen

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Die Hugo-Kükelhaus-Schule

Scheitert die Erweiterung der Hugo-Kükelhaus-Schule jetzt an der Sprachlosigkeit zwischen Rathaus und Leverkusener Immobiliengesellschaft? Wenn, liegt das an strukturellen Problemen.

Die Sprachlosigkeit zwischen Stadtverwaltung und Immobiliengesellschaft hemmt wichtige Projekte.

Räumlich liegen nur ein paar Meter zwischen Rathaus und dem Sitz der Leverkusener Immobiliengesellschaft: Ersteres hat die Adresse Friedrich-Ebert-Platz 1, zweitere residiert am Friedrich-Ebert-Platz 5. Aber atmosphärisch liegen derzeit Welten zwischen beiden, und das fügt der Stadt Schaden zu. Das hat der Eklat im Stadtrat deutlich gezeigt.

Thomas Käding

Thomas Käding

Redakteur in Leverkusen, kümmert sich dort um Wirtschaft, kommunale Finanzen, das politische Geschehen und alles, was sonst noch interessant ist. Studienabschluss in Politischer Wissenschaft, Sozial- ...

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Die Funkstille zwischen der Stadt und ihrer Immobiliengesellschaft wirft zudem ein Schlaglicht auf das, was die Demission von Stadtkämmerer Michael Molitor für schädliche Nebeneffekte hat: Bevor er suspendiert wurde, war Molitor nebenbei und für ein symbolisches Gehalt Co-Geschäftsführer der Levi.

Molitor hatte eine Schlüsselrolle

Dieses Personaltableau war mit Bedacht so gewählt. Zunächst eröffnete Molitor als alleiniger Geschäftsführer die Möglichkeit, die als Stadtteilentwicklungsgesellschaft Wiesdorf/Manfort gegründete Tochter überhaupt erstmal an den Start zu bringen. Denn es erwies sich als ausgesprochen schwierig, einen fachlich kompetenten Geschäftsführer überhaupt zu finden: Erfahrene Projektentwickler aus der Baubranche reißen sich nicht unbedingt um einen Job an der Spitze einer städtischen Gesellschaft.

Und tatsächlich zeigt das extrem abgekühlte Klima zwischen Björn Krischick und insbesondere Interims-Kämmerer Marc Adomat auch, wie unterschiedlich Spitzenbeamte und Leute aus der Wirtschaft ticken können. Da stoßen ganz offenkundig Welten aufeinander.

Levi ist für Adomat nicht prioritär

Solange Molitor Stadtkämmerer und Geschäftsführer der heutigen Levi in Personalunion war, gab es dieses Problem naturgemäß nicht. Da ist – das zeigen die derzeitigen Probleme deutlich – ganz offenkundig Entscheidendes auf dem kürzestmöglichen Dienstweg geregelt worden. Das Tandem Molitor-Krischick hat bestens funktioniert.

Ohne seinen früheren Gewährsmann wird Krischick ausgebremst: Für Molitors Pro-forma-Nachfolger Adomat haben der Geschäftsführer und seine Firma keine Priorität. Und so ist die Levi im schwierigen Geschäft, ein doch nur auf zehn Jahre gerechnetes Konzept für die Sanierung des aus dem Ruder gelaufenen Leverkusener Haushalts aufzustellen, untergegangen. 

In der Folge gilt das auch für die Schulbaugesellschaft, die wiederum eine Tochter der Stadt-Tochter Levi sein wird. Spätestens hier wird es kurios: Zum Stammressort des in der Sache nicht weiter interessierten Marc Adomat gehören – die Schulen.