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GroßprojekteWarum es beim Schulbau in Leverkusen weiter hakt

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Hugo-Kükelhaus-Schule Bild: Ralf Krieger

Seit 2009 weiß man, dass die Hugo-Kükelhaus-Schule erweitert werden muss. Die Levi würde gern loslegen, kann es aber noch nicht.  

Die Tochtergesellschaft unter dem Dach der Levi ist immer noch nicht gegründet. Dort scharrt man mit den Hufen.

Der Eklat auf der offenen Bühne des Stadtrats soll sich möglichst nicht wiederholen. Vor zweieinhalb Wochen war offenbar geworden, dass zwischen Kämmerei und der Stadt-Tochter Leverkusener Immobiliengesellschaft weitgehend Funkstille herrscht. Was vor allem der Levi schadet, die mehrere extrem aufwendige und teure Immobilienprojekte abzuwickeln hat: City C, neuer Hauptbahnhof, Ex-Kaufhof, Berufsschulen an der Bismarckstraße, das Business-Quartier unweit des Rheins in Wiesdorf. Weil die Kämmerei mit der Priorisierung der Investitionen im Haushaltsplan nicht vorankommt, stockt die Arbeit auch bei der Levi, die komplett von Geldflüssen aus dem städtischen Haushalt abhängig ist. „Die noch nicht abgeschlossene Haushaltsplanung der Stadt und die entsprechenden Genehmigungsvorbehalte der Bezirksregierung haben unmittelbare negative Auswirkungen auf die Arbeit der Levi“, bekräftigte am Mittwoch Levi-Geschäftsführer Björn Krischick auf Anfrage.

Der mit Hängen und Würgen am 23. Februar vom Stadtrat abgesegnete Levi-Wirtschaftsplan biete immerhin die Gewähr, dass die Stadt-Tochter beim laufenden Mammut-Projekt City C, auf dem Berufsschulcampus, am Bahnhof und mit dem Businessquartier weiterarbeiten kann, allerdings „mit eingeschränkten Handlungsmöglichkeiten“, so Krischick weiter.

Allerdings wird offenbar daran gearbeitet, das abgekühlte Verhältnis zwischen Stadt und ihrer Immobilientochter zu verbessern. Nach der Ratssitzung seien „vertrauensvolle Gespräche zwischen der Verwaltungsspitze und der Geschäftsführung der Levi geführt“ worden, so Krischick. Mit dem Ziel, „die Kommunikationswege wieder auf das zuvor bestehende hohe Level zu heben“. Man habe außerdem verabredet, „möglichst schnell Klarheit über Rahmenbedingungen und Prioritäten zu schaffen“.

Björn Krischick

Björn Krischick muss sich bei Schulbauten weiter in Geduld üben. Das fällt ihm erkennbar nicht leicht.

Da ist zunächst die Kämmerei am Zug. Ohne einen Investitionsplan kann auch die Bezirksregierung in Köln nicht über den Haushaltsplan entscheiden. Die vollkommene Abhängigkeit von der Mittelbehörde resultiert aus der desaströsen Finanzlage der Stadt Leverkusen. Aber bei der Levi will man in dieser Sache nicht nur Zuschauer sein, auch das macht Krischick deutlich: „Wir arbeiten gemeinsam mit der Stadt daran, die Abstimmungsprozesse weiter zu strukturieren.“

Das gilt indes auch für die Schulbaugesellschaft unter dem Dach der Levi. Nach langen Debatten und erheblichem Widerstand aus dem Baudezernat ist ihre Gründung beschlossene Sache. Auch ein Arbeitsprogramm gibt es: Die Firma soll im Auftrag der Stadt endlich die Erweiterung der Hugo-Kükelhaus-Schule in Alkenrath umsetzen – seit 2009 ist das Thema. Auch die Gemeinschaftsgrundschule im Kirchfeld hat ihren Weg ins Lastenheft der Firma gefunden, während der Ausbau der Schule an der Wupper wieder zurückgezogen wurde.

Angeguckt wurden die Schulen schon

Mit allen Projekten habe man sich schon befasst, heißt es von der Levi. Es habe „Auftaktgespräche und erste Ortstermine“ gegeben. Außerdem „vertiefende Standortuntersuchungen“, in deren Rahmen sich die Fachleute der Immobiliengesellschaft mit der Schadstoffsituation und der Gebäudesubstanz befasst hätten.

Das Problem: Die Schulbaugesellschaft ist noch immer nicht gegründet, obwohl der Stadtrat das schon am 7. Juli 2025 beschlossen hatte. Dass es nicht weitergegangen ist, habe die Levi nicht zu vertreten, betont ihr nach der Suspendierung von Stadtkämmerer Michael Molitor einzig verbliebener Geschäftsführer Krischick. Es hapere daran, „dass die Stadtverwaltung noch nicht die Grundlagen geschaffen hat, um die Gründung der Gesellschaft vollziehen zu können“. Hintergrund seien auch hier Abstimmungen mit der Bezirksregierung Köln über Leverkusens Haushalt und das auf zehn Jahre anzulegende Haushaltssicherungskonzept.

Aus Levi-Sicht hat aber auch hier die Stadtverwaltung nicht optimal gearbeitet: „Vorbereitende Schritte zur Gründung der Schulbaugesellschaft hätten aus unserer Sicht längst so weit vorangetrieben werden können, dass nach einer haushaltsrechtlichen Freigabe eine unverzügliche Gründung möglich wäre.“ Doch erst seit voriger Woche habe die Levi die Freigabe, „diese vorbereiteten Schritte vornehmen zu können“. Endgültig gegründet werden könne die Schulbaugesellschaft, wenn auch die Bezirksregierung das Projekt abgenickt hat. Dann aber soll das „unverzüglich“ passieren. Jedenfalls aus Sicht der Levi. Wenn nicht, ist der nächste Streit mit der Stadtverwaltung schon programmiert.