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SchulstreikLeverkusener Jugendliche demonstrieren gegen Wehrpflicht

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Die jungen Männer Emilian und Richard haben die Aktion „Schulstreik gegen die Wehrpflicht“ in Leverkusen organisiert.

Emilian und Richard organisieren die Aktion „Schulstreik gegen die Wehrpflicht“ in Leverkusen.

Schülerinnen und Schüler demonstrieren in Leverkusen gegen eine mögliche Wehrpflicht und ziehen anschließend nach Köln weiter.

„Wir müssen die Sache selbst in die Hand nehmen“, das fordern am Donnerstagmorgen junge Menschen am Bahnhof Mitte in Leverkusen. Die Initiative „Schulstreik gegen Wehrpflicht“ ist deutschlandweit aktiv und lehnt das neue Wehrdienstmodell ab. Alle Maßnahmen zur Vorbereitung einer Wehrpflicht sollten gestoppt werden, fordern die Jugendlichen.

Den Schülerinnen und Schülern ist wichtig, dass es keine Zwangsdienste für junge Menschen gibt – weder militärisch noch in anderer Form. Außerdem wünschen sie sich mehr Mitbestimmung. Am Rathaus gestartet, liefen die Jugendlichen Richtung Bahnhof Mitte, um von dort mit dem Zug nach Köln zu einer größeren Demonstration zu fahren.

Sorgen um die eigene Zukunft

Zu den Organisatoren in Leverkusen gehören Richard und Emilian. „Wir haben an den Schulen und über Social Media viel Werbung gemacht“, erklärt Emilian. Der 17-Jährige besucht die Gesamtschule Schlebusch, Richard ist 21 Jahre alt, lebt in Köln und macht eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. „Mir ist wichtig, dass wir Jugendlichen unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen“, sagt Richard. Interessen von Rüstungskonzernen dürften nicht im Vordergrund stehen.

„Kriege schaffen keinen Frieden, sondern Leid für die Menschen“, betont Emilian. Die jungen Männer sehen die Aktion als Erfolg, weil sie und viele Gleichaltrige „wirklich aktiv für etwas einstehen.“ Die Schulen würden sich eher dagegen positionieren.

Mir ist wichtig, dass wir Jugendlichen unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen.
Richard, Auszubildender

Insgesamt umfasste die Gruppe am Bahnhof in Leverkusen nur rund zwölf Teilnehmende. Darunter auch eine Sympathisantin der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Die linksextremistische Partei wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

Am 5. Dezember hatte bereits der erste „Schulstreik“ stattgefunden. Anlass war die Zustimmung des Bundestages zum neuen Wehrdienstgesetz. Dieses sieht vor, dass ab Anfang 2026 alle 18-jährigen Männer und Frauen einen Fragebogen erhalten. Während Männer verpflichtet sind, diesen auszufüllen, ist die Teilnahme für Frauen freiwillig.

Außerdem müssen Männer, die ab dem 1. Januar 2008 geboren wurden, verpflichtend zur Musterung erscheinen. Der eigentliche Wehrdienst bleibt vorerst jedoch freiwillig.